Exklusiv: Jan Wildhirth baut als Chef von Fieldfisher X ein 50-Mann-Team auf

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Jan Wildhirth, Managing Director und Geschäftsführer von Fieldfisher X. In Berlin im hippen „Edge“ nah am Hauptbahnhof, baut er die neue Einheit der internationalen Law Firm Fieldfisher aus London auf. Die Truppe aus Anwälten und IT-Profis für Legal Tech hat sich die Verteidigung der Unternehmen gegen  Massenklagen auf die Fahnen geschrieben – seien es betroffene Unternehmen der Dieselfälle, seien es Geschädigte des LKW-Kartells. Sein Fieldfisher-X- Team arbeitet zusammen mit den schon vorhandenen Fieldfisher-Anwälten mit den verschiedensten Expertisen von Kartellrecht über Litigation bis Produkthaftung.

Jan Wildhirth startete seine Karriere bei Freshfields, baute dann für den Verlag Axel Springer das Beratungsunternehmen Hy für digitale Geschäftsmodelle mit auf. Zuletzt gründete er das Legal-Tech-Unternehmen Eagle ISP als Dienstleister für Unternehmen zur Abwehr von Massenklagen. Seit Januar ist der gebürtige Rheinländer bei Fieldsfisher an Bord. Sein Ziel: Eine crossmediale Truppe mit 50 Leuten aufzubauen.

 

 

Foto: C. Tödtmann

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut. 

Mit Fieldfisher X übernehmen wir die Verteidigung von Unternehmen gegen Massenklagen mit unserem cross-funktionalem Team aus Juristen, Daten- und Prozessexperten und Programmierern, die obendrein helfen, alle in einem Unternehmen genutzten Verträge aktuell zu halten und automatisch erstellen zu können.

 

Womit beginnt Ihr normaler Tag? 

Ich wache gegen 6.30 Uhr auf, der erste Griff geht zum Handy und dann zur „The Economist Espresso“ App. Anschließend zum Sport. Im Bad sorgen Indie Rock oder 80-er-Jahre-Hits für gute Laune, bevor ich meinen Sohn mit dem Fahrrad zur Kita bringe.

 

Was unterscheidet Sie von Anderen im Auftreten im Job?

Ich sage hier in Berlin den ganzen Tag über “Moin”, obwohl ich nicht aus dem Norden, sondern aus Düsseldorf komme. Als Rheinländer habe ich den ganzen Tag gute Laune – so etwas fällt in Hamburg und Berlin auf. Außérdem trage ich im Job ausschließlich Hemden, nie Polo- oder T-Shirts.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich habe bisher immer eine private Familientradition auf Weihnachtsfeiern eingeführt: Es wird gewichtelt mit selbstgeschriebenen Gedichten: Darin muss man etwas Nettes über den Beschenkten sagen.

 

Tee oder Kaffee? 

Tee – grün, Sencha oder Matcha, oder schwarz, English Breakfast – auf gar keinen Fall Earl Grey. 

 

Ihr Spitzname ist…?

Gianni, so werde ich seit einem Italien-Urlaub mit meinen Freunden genannt.  

 

 

Verraten Sie eine Marotte. 

Seit meiner Zeit in Japan im Referendariat habe ich eine große Liebe für das Land und das Essen entwickelt. Kommt das Gespräch auf Japan, kann ich stundenlang darüber reden. Und: Wenn ich das Haus verlasse, muss ich immer ganz sichergehen, ob ich Schlüssel und Handy dabei habe. 

 

Was bringt Sie in Harnisch? 

Schlange-Stehen am Flughafen nervt mich ohne Ende. Und kaum ist man mit einer Schlange fertig, kommt die nächste dran: Check-In-Schalter, Sicherheitskontrolle, Boarding-Schalter, dann auf den Bus oder in der Gangway zum Flugzeug, dann im Flugzeug… bei der Landung Zoll- und Passkontrolle und das Gepäckband, oh Gott. Zudem kann ich es nicht ausstehen, wenn jemand unhöflich zu Kellnern ist.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch? 

Wenn ich zu viel erzähle. 

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Geschichte studieren, ich beschäftige mich schon immer gerne mit damit. Man lernt wahnsinnig viel dadurch und macht ein wenig demütig. Menschen haben sich in der Menschheitsgeschichte nicht wirklich weiterentwickelt. Man erkennt so viele Muster wieder und am Ende bewegt die Menschen heute Ähnliches wie vor Hunderten von Jahren.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten? 

Humor – vor allem in der Form von Selbstironie und Neugierde. Ich finde es gut, wenn sich jemand nicht zu wichtig nimmt und man zusammen Spaß hat. Neugierige Menschen wissen viel, da hat man oft gute, spannende Gespräche. 

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten? 

Erstens: Mein iPhone mit Airpods. Meine Musik, meine Bücher, das Wissen des Internets, meine Kontakte, alles ist nur ein „Hey Siri“ entfernt. 

Zweitens: Japanische Küche – Sushi, aber auch Ramen. 

Drittens: Mein altes Gazelle-Fahrrad meiner Mutter, auf dem ich schon als Kind im Kindersitz saß. Schneller kann man sich in Berlin nicht fortbewegen. 

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das? 

Den Job meiner Kollegen – nichts macht so viel Freude, wie mit mir zu arbeiten 😉 . Oder Mitglied einer Rockband, am besten meiner Lieblingsband Phoenix. Aber für Queen oder die Rolling Stones wäre ich auch offen. Jedenfalls zu ihrer Höchstzeit, nicht heute.

 

 

(Foto: Privat)

 

„Auf meinem Schreibtisch steht diese Lego X-Wing. Ich bin Star-Wars-Fan und baue gerne mit Lego. Als Kind habe ich damit angefangen und mache es jetzt noch, manchmal auch im Büro. Ich kann dabei sehr gut nachdenken“. erzählt Jan Wildhirth. Und weiter: „Im Hintergrund steht eine Miniatur der Mut-Skulptur vom Campus der Bucerius Law School aus meiner Studentenzeit und und mein erstes Türschild von meinem Büro früher bei Freshfields.“ 

 

 

 

Copyright: @Claudia Tödtmann. Alle Rechte vorbehalten.
Kontakt für Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de
Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia Tödtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*