Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Daniel Busse von Busse Disputes, Anwalt für Schiedsverfahren und Gründer des ersten deutschen Hearing Centers für große internationale Schiedsverfahren, dem Frankfurt Hearing Center (FHC).

Danil Busse (Foto: C.Tödtmann)
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir helfen Unternehmen, ihre Streitigkeiten mit anderen Unternehmen zu lösen – entweder, indem wir sie vor Schiedsgerichten vertreten oder indem wir den Streit gleich selbst entscheiden. Nur leider nicht beides gleichzeitig in derselben Sache…
Womit beginnt Ihr Tag?
Mit einem Espresso, einem Glas Milch – und E-Mails. Nach dem Ausschlafen so gegen acht Uhr… was für ein Luxus, als „Eule“ im Regelfall nicht mit Wecker aufstehen zu müssen.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave im Job?
Bei betriebsinternen Besprechungen lege ich immer die Füße hoch.

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Ich habe sie gefragt: Dass sie aufpassen müssen, dass sie nicht auf dem Büroflur von mir auf dem E-Roller überfahren werden. Dass ich keine Pizza ohne eine dicke Schicht Tabasco esse. Und dass sie aus dem Büro geworfen werden, wenn sie das Wort „beziehungsweise“ schreiben.
Tee oder Kaffee?
Kaffee. Klein, schwarz, stark.
Ihr Spitzname ist…?
DB. Ich kann’s nicht ändern – origineller wirds nicht…
Verraten Sie eine Marotte.
Zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit „From Sleep“ von Max Richter zu hören, wenn ich mich unbeobachtet fühle. Und: Zu Terminen mit Mandanten fahre ich – auch bei Schnee und Regen – mit dem E-Roller, den mir meine Frau zum Geburtstag geschenkt hat, im 15-Kilometer-Tempo.
Was bringt Sie in Harnisch?
Die Kombination aus Dummheit und Dreistigkeit. Jedes einzeln geht – beides zusammen nicht. Ich kann es wirklich nicht leiden, wenn man mir Dinge auf meinen Schreibtisch legt, dafür gibt es wie in jeder guten Behörde ein Eingangsfach. Und: Wenn ich beim Joggen auf Hundehalter treffe, die mit der Leine ihres Hundes winken und rufen „der tut nix“, während ihr Fifi schon an mir hochspringt.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Meine Rechthaberei und Pedanterie. Insbesondere wenn ich Recht habe und die anderen nicht genau genug sind.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Lange Wanderungen, japanisch lernen und Meditationsretreats.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Wenn der Quotient aus Selbsteinschätzung und tatsächlicher Fähigkeit unter eins liegt – aber nicht zu weit – wie bei der EZB: unter, aber nahe bei…: also die mir selbst fehlende Demut.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Mein Ipad. Einen Fußball. Ohrstopfen.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Der Entrepreneur Elon Musk, der US-Philosoph Sam Harris oder der argentinische Fußballspieler Lionel Messi.

(Foto: Daniel Busse)
„Ich mag keine Morgenmenschen oder Morgen oder Menschen…?“ steht auf Daniel Busses Büro-Becher. Denn er ist „Morgenmuffel, total“, sagt er. „Meetings vor zehn Uhr früh sind Körperverletzung.“


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