Homeoffice ist ungesund: man bewegt sich zu wenig, sitzt zu viel und das länger als vor der Pandemie

(Foto: C.Tödtmann)

 

Sie denken, Ihr Gesundheitszustand sei gut oder gar sehr gut? Dann sind Sie in bester Gesellschaft, bei einer Umfrage unter 2.800 Deutschen antworteten so. Doch tatsächlich ist das ein Irrtum, wie die repräsentative Studie der DKV Deutsche Krankenversicherung und der Deutschen Sporthochschule Köln zeigt. Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos durch 23.März bis 7.Mai 2021

 

Tatsächlich erreichen derzeit – in der  Homeoffice-Ära – aber nur elf Prozent der Befragten die Messlatte für ein gesundes Leben. Abgefragt wurden für die Studie die fünf Lebensbereiche körperliche Aktivität, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stressempfinden. Zum Vergleich: Vor drei Jahren erreichten dies noch 16 Prozent.

 

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Je jünger, umso träger

Zum ersten Mal wurden diese Daten 2010 erhoben, doch noch nie bewegten sich die Deutschen seitdem so wenig. 8,5 Stunden sitzen sie tagtäglich (Zum Vergleich 2018: 7,5 Stunden).

Besonders besorgniserregend laut DKV: Vor allem junge Erwachsenen sitzen immer länger, inzwischen rund 10,5 Stunden täglich zwischen Montag und Freitag. Meistens während der Arbeit oder am Computer (Zum Vergleich 2018: Acht Stunden und 41 Minuten).

 

Mehr Stressbelastung seit Corona

Die Pandemie hat sich bei 60 Prozent der Befragten auf das Nervenkostüm ausgewirkt. Nur 40 Prozent  sagten, sie nähmen nur eine niderige Stressbelastung wahr oder beherrschten Strategien, um ihren alltäglichen Stress „hinter sich zu lassen“. Zum Vergleich: vor drei Jahren konnten das noch 57 Prozent von sich sagen.

Das Dauer-Homeoffice hat an den Kräften vieler Berufstätigen gezehrt, konstatiert Ingo Froböse, Professor der Deutschen Sporthochschule Köln. Insbesondere wenn sie obendrein Homeschooling mit ihren Kindern durchmachen mussten.

 

Dabei gibt es laut DKV-Studie auch regionale Unterschiede: Sachsen haben den gesündesten Lebensstil: Hier erreichen 18 Prozent der Befragten, also knapp jeder Fünfte Messlatten. Den letzten Platz belegt Nordrhein-Westfalen mit nur sieben Prozent) – und das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von elf Prozent.

 

Die Berliner und Brandenburger bewegen sich am meisten. Bei den Baden-Württembergern achten nur 40 Prozent auf ihre gesunde Ernährung, wogegen das in Sachsen-Anhalt 57 Prozent der Befragten tun. In Bayern sind es auch nur 42 Prozent.

Knapp ein Viertel der Deutschen raucht Zigaretten. In Schleswig-Holstein am meisten: 30 Prozent der Befragten. In Sachsen rauchen dagegen die wenigsten mit nur elf Prozent.

Am häufigsten wird in Sachsen-Anhalt Alkohol getrunken, hier erreichen nur 78 Prozent den Richtwert für mäßigen Alkoholkonsum laut DKV-Untersuchung.

60 Prozent aller Befragten fühlen sich gestresst und haben keine wirksamen Ausgleichsstrategien. Am schlechtesten können Niedersachsen/Bremen, Hessen, Thüringer (jeweils 36 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (32 Prozent) in Stresssituationen die Ruhe bewahren.

 

 

 

 

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