Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Josef Vollmayr, Mitgründer und Geschäftsführer der digitalen Hotelkette Limehome aus München. Der Ex-McKinsey-Berater hat binnen zwei Jahren 40 Standorte in Deutschland und Österreich aufgebaut.
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Limehome entwickelt das Hotelkonzept der Zukunft, indem sie geräumige, voll-ausgestattete Design-Apartments ohne Personal in Stadtzentren anbieten – und das bereits an mehr als 45 Standorten in Deutschland und Österreich.
Womit beginnt Ihr Tag?
Ich bin eine Eule und zählt jede Minute im Bett. Mein Wecker geht um 7.45 Uhr, ich stehe mit dem linken Bein zuerst auf und trinke meinen ersten Kaffee, bin aber trotzdem noch ungenießbar. Nach einem selbstgepressten Saft und einem Frühstück auf die Hand von meinem Lieblingscafe´an der Ecke fahre ich auf dem Skateboard ins Büro.
Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und Behave im Büro?
Ich bin ein großer Fan von regem Austausch, daher sitzen wir alle im Großraumbüro. Den Anwohnern überreiche ich persönlich ihre Pakete, die bei uns abgegeben werden, weil ich nah am Empfang sitze. Ich freue mich dann immer über ein kurzes Gespräch und nehme manche Gäste persönlich in Empfang. Ich bin einfach gerne unter Leuten und halte nicht viel von Menschen, die sich etwas auf ihre Stellenbezeichnung einbilden.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Wahrscheinlich, dass man mich besser beim Tischtennis gewinnen lässt, damit das Arbeitsklima nicht leidet. Oder aber, dass ich ihnen gegenüber sehr offen und direkt bin, manchmal vielleicht auch zu direkt. Dabei können meine Mitarbeiter mich aber genauso kritisieren. Ich glaube, sie wissen zu schätzen, dass ich selbst richtig mitmache und nicht nur delegiere – nur so ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit möglich. Was sie nicht immer an mir mögen – was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann – ist mein Sinn für Humor.
Tee oder Kaffee?
Auf jeden Fall Kaffee. Und davon leider viel zu viel. Wann immer ich eine Idee brauche, hilft mir der Gang zur Maschine. Und wenn der Kaffee einmal da ist, kann ich ihn ja auch nicht wegschütten.
Ihr Spitzname ist…?
In Bayern wird man als Kind oft “Seppi” genannt. Der Name Josef wird erst mit dem Alter besser. Bei meiner Mutter wird das aber wohl nichts mehr, da bleibe ich der “Seppi”.
Verraten Sie eine Marotte
Kennen Sie die Leute in ihrem privaten Umfeld, die einfach Recht haben müssen? Und hierfür dann auch googeln, um zu zeigen, dass der Spanier ums Eck wirklich Montags Ruhetag hat oder Bezos’ Vermögen wirklich mal über Nacht um 13 Milliarden US-Dollar anstieg? Ja, so einer bin ich. Eine Marotte, die sowohl mein privates als auch berufliches Umfeld manchmal nervt.
Was bringt Sie in Harnisch?
Ich habe im Alltag oft einen Witz auf den Lippen. Ich selbst finde natürlich jeden einzelnen zum totlachen, das ist klar. Aber wenn ein Witz nicht ankommt, dann kann mich das auch in Harnisch bringen. Aber vor allem sind es Situationen, in denen ich merke, dass jemand meine ohnehin leider viel zu knappe Zeit verschwendet.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Neben der Tatsache, dass ich gerne Recht habe, fällt es mir manchmal schwer, die Arbeit Arbeit sein zu lassen und nicht in meiner “Freizeit” doch mal eben Slack zu checken oder Mails zu beantworten. Das kann für Freunde und Familie nervig sein. Und ja, scheinbar manchmal mein Verständnis von Humor.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Ich möchte gerne Kindern eine Perspektive geben. Und sollte ich mal eigene Kinder haben, würde ich sie gerne unterstützen Olympiasieger zu werden – ein Traum, den ich als Zehnkämpfer selbst hatte. Und Recht hätte ich natürlich gern weiterhin oft. 😉
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Die Kombination aus einem guten Arbeitsumfeld, intrinsischer Motivation und der Fähigkeit, sich über ernste Themen zu unterhalten.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Mein Handy mit Internetverbindung. Dann mein Surfbrett und eine Unter- oder Badehose.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Türsteher im Berghain, Bankräuber, Hacker, Donald Trump, CEO der Softbank, Chirurg (das wollte ich mal werden), Gerhard Richter, der Olympiasieger und Sprinter Usain Bolt – könnte alles spannend oder lustig werden.





