Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Digital-Unternehmer Nils Seebach, der auch auf Socken oder in halber Jagdmontur durchs Büro läuft

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Unternehmer und Aufsichtsrat Nils Seebach, Finanzvorstand der strategischen Digitalberatung Etribes, Gründer der Wald & Wiese Holding und Aufsichtsrat bei Phoenix Pharma.

 

Nils Seebach (Foto: Privat)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Wir digitalisieren Deutschland. Oder: Wir sind der Kickstarter für die digitale Transformation von Unternehmen.

 

Womit beginnt Tag?

Gegen 5.30 Uhr mit einem lauten Ruf nach Frühstück und Spielzeit – da sind meine Kinder erbarmungslos. Die Zeit mit der Familie und die Vorbereitungen auf den Alltag koste ich dann voll aus, ehe die Arbeit um acht Uhr beginnt.

 

Was unterscheidet Sie von anderen im Auftreten und im Behave?

Statussymbole und Äußerlichkeiten sind mir egal. Wenn es passt, dann gehe ich auch in Sportsachen oder halber Jagdmontur ins Büro oder laufe dort auf Socken herum. Ich weiß aber auch sehr wohl, wann ich den Hoodie gegen Anzug und Manschettenknöpfe zu tauschen habe.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich fasse die Ergebnisse einer nicht-repräsentativen Umfrage mal so zusammen: Wenn ich ins Büro komme – was aktuell ja leider nur sehr eingeschränkt geht –, dann mache ich gern eine Begrüßungstour. Dabei halte ich die Leute ein bisschen von der Arbeit ab, klappe ihre Laptops zu, suche das Gespräch und plaudere ein bisschen aus dem Nähkästchen – Klönen nennt man das in Norddeutschland. In Meetings dagegen bin ich sehr effizient und erwarte, dass jeder auf den Punkt kommuniziert und nicht groß herumredet.

 

Tee oder Kaffee?

Bis 17 Uhr Kaffee – und zwar sehr, sehr viel. Ab dann trinke ich Tee, gern bis spät in den Abend. Außer es gibt Wein – dann darf es auch ein Glas davon sein.

 

Ihr Spitzname ist…?

… „Slow Guy“. So wurde ich früher beim Rugby genannt. Das damit unterstellte Defizit an Geschwindigkeit habe ich übrigens mit Übersicht und Taktik mehr als ausgeglichen.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Meine Frau stört sich daran, dass ich scheinbar immer zu spät losfahre – nicht nur zur Arbeit, auch zu privaten Terminen – und unpünktlich sei. Das würde ich aber bestreiten…

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Unzuverlässigkeit und schlechte Vorbereitung.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

In Team-Meetings oder -Calls schaue ich oft aufs Handy und beantworte nebenbei E-Mails. Das ist meinem Anspruch geschuldet, Zeit möglich effektiv zu nutzen. Hin und wieder bin ich auch resistent gegen Feedback oder lehne Vorschläge direkt und hart ab, wenn sie mir nicht zielführend erscheinen. Diese Art der Entscheidungsfreude ist bestimmt nicht immer nachvollziehbar.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Imkern und jagen. Ganz analog und handfest.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ich beurteile Menschen nach einfachen Mustern und achte besonders auf ihre Zuverlässigkeit, mit der sie mein Vertrauen und meinen Respekt gewinnen. In guter hanseatischer Kaufmannstradition muss ich mich auf ein Wort verlassen können – das ist umgekehrt auch mein Anspruch an mich selbst.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Meinen Laptop, mein Smartphone und meinen Smoker.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich würde gern den Job von Jeff Bezos übernehmen, um durch die Innensicht den E-Commerce-Riesen Amazon noch genauer zu verstehen.

 

 

„Ich habe auf meinem Schreibtisch immer einen Dirigentenstab – meine Rolle als Unternehmer ist, alle Talente und ‚Künstler‘ in Einklang zu bringen – liegen und eine Bobble-Head-Figur von Darth Vader. Als Erinnerung daran, dass jeder Mensch auch immer eine gute Seite hat“, erzählt Nils Seebach.

 

 

 

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