Den Fragebogen Nahaufnahme beantwortet Sebastian Braun, CEO des Familienunternehmens Cheplapharm Arzneimittel in Greifswald mit 650 Millionen Euro Umsatz. Es gehört seit Jahren zu den wachstumsstärksten Pharmaunternehmen Europas.
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.
Wir produzieren und vertreiben weltweit Marken und Nischenarzneimittel mit hohem medizinischen Bedarf für die Anästhesie über die Notfallmedizin bis hin zur Augenheilkunde und Onkologie.
Womit beginnt Ihr Tag?
Um acht Uhr gehen meine Rollläden automatisch auf. Ich stelle mir keinen Wecker. Dann gibt es Frühstück mit 0,15 Fett Magerjoghurt und frischen Früchten und nebenbei lese ich die Tageszeitung.
Was unterscheidet Sie im Auftreten und im Behave?
Man trifft mich immer mit Handy und Kaffeetasse, wenn ich auf dem Weg zu einem Meeting bin. Ich lege sehr großen Wert auf Pünktlichkeit. Fehler sind bei mir ausdrücklich erlaubt – nur nach Möglichkeit soll man nicht zweimal den gleichen Fehler machen. Wie und mit welchen Mitteln meine Mitarbeiter das definierte Ziel erreichen, ist ihnen überwiegend selbst überlassen. Das Unternehmen stellt die Rahmenbedingungen und setzt die Leitplanken.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
„Meistens stimmt das“ würden sie sagen. Diese Haltung kann sehr herausfordernd sein. Ich glaube aber, dass sie ihre Freiheit zu lieben, gelernt haben. Und dass ich immer die Weihnachtsfeier mit den Worten „wer hart arbeitet, darf auch feiern“ eröffne und dann oft der Letzte bin. Aber das wird immer schwere, je größer die Firma wird und je älter ich werde.
Tee oder Kaffee?
Tee und Espresso Macchiato.
Ihr Spitzname ist…?
Basti.
Verraten Sie eine Marotte.
Ich lege bei allem, was ich tue eine Menge sportlichen Ehrgeiz an den Tag. Meine Frau und Kinder müssen mich dann schon manchmal daran erinnern, dass das bei Familienspielen wie „Mensch ärgere dich nicht“, nicht immer passfähig ist.
Was bringt Sie in Harnisch?
Ignoranz und das bewusste Nicht-Einhalten von Absprachen, denn als norddeutscher Unternehmer hat das Hanseatische Kaufmanns-„Ja“ für mich einen echten Wert. Laute Essgeräusche und ungekühltes Bier bringen mich in Harnisch. Ich mag es gar nicht, wenn ich jemandem dabei zuhören muss, wenn er Nüsse isst. Gekühltes Bier muss immer vorrätig sein, um mich glücklich zu machen.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
Wenn ich das Gefühl habe, dass mich jemand nicht versteht, versuche ich die Inhalte so lange zu wiederholen und zu simplifizieren, bis ich meine, dass der andere mich verstanden hat. Oft bekomme ich dann zu hören: „Das habe ich schon beim ersten Mal verstanden“.
Was möchten Sie gerne in Rente machen?
Entschleunigen. Am liebsten an einem warmen Ort im Süden mit Wettergarantie und guter Infrastruktur – um von dort aus an belebtere Orte wie Miami oder Mallorca fliegen zu können, sobald ich mich langweile.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Gradlinigkeit, Authentizität und Entscheidungsfreudigkeit. Ich bin dafür bekannt, dass ich eher falsche Entscheidungen, als gar keine Entscheidungen verzeihen kann. Ich schätze Menschen sehr, die mir offen und ehrlich gegenübertreten. Auch bei meinen Mitarbeitern mag ich es sehr, wenn jeder so ist, wie er eben ist und nicht versucht, sich zu verstellen. Eine gewisse Entscheidungsfreudigkeit ist mir auch sehr sympathisch.
Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?
Smartphone, Laufschuhe und Kreditkarte. Die Kreditkarte sichert ab, dass ich nachkaufen kann, was ich vergessen habe…das beruhigt.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Krabbenfischer in Alaska. Ich sehe mir die Sendung „Fang des Lebens“ immer am Sonntagabend auf DMAX an, um mir vor Augen zu führen, dass mein Job doch an sich ganz passabel ist. So gelingt der Start in die Woche immer ganz gut.
„Der Super-Dad ist ein Geschenk von meinem Sohn. Viele Geschenke meiner Kinder bewahre ich in meinem Büro auf und zeige sie allen sehr gerne und stolz,“ erzählt Sebastian Braun.





