Die umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland: Freshfields, CMS und Hengeler

Die 100 umsatzstärksten Wirtschaftskanzleien in Deutschland haben ein Rekordjahr hingelegt. Im Schnitt steigerten sie ihre Erlöse um gut acht Prozent, erhöhten ihre Mitarbeiterzahlen und ihre Produktivität, hat das Fachblatt „Juve“ analysiert.

Weil etwa ein 20 Prozent der 100 Kanzleien, vor allem die wichtigsten Britischen, ihr Geschäftsjahr Ende April oder später beenden, stecken in diesen Zahlen schon die ersten Auswirkungen der Corona-Krise, so „Juve“.

 

Insgesamt machten die 100 Sozietäten knapp 7,4 Milliarden Euro Umsatz, das sind 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr. „Juve“: Der durchschnittliche Umsatz pro Anwalt (UBT), ein Indikator für die Produktivität, stieg um 2,6 Prozent auf fast 550.000 Euro.

Die drei umsatzstärksten Kanzleien sind – wie in den Vorjahren – Freshfields, CMS Hasche Sigle und Hengeler Mueller. Bemerkenswert: Der große Umsatz-Vorsprung von Freshfields auf Rang eins gegenüber Hengeler auf Rang drei: 163,8 Millionen Euro. Auch zwischen Freshfields und CMS liegen immerhin 91,9 Millionen Euro Umsatzdifferenz.

 

Dier viertplatzierte, Hogan Lovells, legte 15 Prozent zu und zog damit an Noerr vorbei. Neu unter den Top-Ten der umsatzstärksten Kanzleien ist Taylor Wessing, die 16 Prozent zulegte und Luther auf Rang elf verweist.

JUVE100 Umsätze 2020

In puncto Produktivität, gemessen am Umsatz pro Anwalt, steht unter den Top-Ten der  umsatzstärksten Kanzleien Hengeler an der Spitze, die als einzige deutsche Kanzlei die Marke von 900.000 Euro übertrifft. Bei den britischen Kanzleien lässt Freshfields mit ihren 854.000 Euro pro Anwalt Clifford Chance, Linklaters und Allen & Overy deutlich hinter sich, rechnet „Juve“ vor.

Wer insgesamt den meisten Umsatz pro Anwalt schafft? Spezialisierte US-Kanzleien mit kleinerer deutscher Praxis. Die Rangliste beim Umsatz pro Anwalt führen zehn Kanzleien mit US-Herkunft an, erst auf Platz elf steht Hengeler, Freshfields steht dabei auf Platz 14. Platz eins hält Sullivan & Cromwell mit fast 1,2 Millionen Euro Umsatz pro Anwalt. Immerhin 29 der hundert Kanzleien konnten ihren UBT nicht steigern.

JUVE100 UBT 2020

Fazit: Die „Juve“-Analyse beweist den Zusammenhang zwischen Personal- und Produktivitätszuwachs. Der Gesamtmarkt zeigt im Mehrjahresvergleich, dass eine Steigerung der Berufsträger zwar erst mit einer – vorläufigen – Senkung des Umsatz pro Anwalt korreliert. Auf lange Sicht aber ergibt sich aus den von „Juve“ untersuchten Zahlen aber eine höhere Produktivität in den Kanzleien mit hohen Umsätzen.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben die Top-Ten der Umsatzstärksten ihre Personenstärke erhöht, Heuking Kühn Lüer Wojtek und Taylor Wessing sogar prozentual zweistellig, so „Juve“.

In der Summe der hundert Umsatzstärksten wuchsen die Teamgrößen um mehr als sechs Prozent.

Auffallend: Der Aufbau des Personals fällt umso größer aus, je weiter hinten die Kanzlei platziert ist.

Insgesamt verringerten 22 der 100 Kanzleien im vergangenen Jahr ihren Personalbestand.

JUVE100 Personalentwicklung 2020

Fazit: Die Dealflaute im Frühjahr ging in Kanzleien schnell vorbei, Arbeits- und Insolvenzrecht boomten dank Corona.

 

 

Quelle: „Juve“ September 2020

 

Vorjahresvergleich der Umsätze pro Anwalt/Berufsträger der „JUVE“ 100 in 2020

© JUVE-plus.de

* Kennzahlen aktuelles Geschäftsjahr prognostiziert, da das Geschäftsjahr erst zum 30.09.2020 endet.

** Aufgrund neuer Rechercheergebnisse haben wir die Personalzahl und den Umsatz des Vorjahres korrigiert. Zählung ohne Luxemburger Büro.

*** Aufgrund neuer Rechercheergebnisse haben wir den Umsatz des Vorjahres korrigiert.

**** In den angegebenen Geschäftsjahren hieß die Kanzlei noch BBL Bernsau Brockdorff & Partner.

 

 

 

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