Fragebogen „Nahaufnahme“ Insolvenzrechtlerin Bettina Breitenbücher, die auf der chinesischen Mauer Halbmarathon läuft

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Bettina Breitenbücher, Gründerin der Insolvenzrechtskanzlei Breitenbücher in Dresden. In der Presse stand sie mit Mandanten wie dem Herrenausstatter Pohland.

 

Bettina Breitenbücher

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Unsere Kanzlei rettet Unternehmen vor der Insolvenz, indem wir sie restrukturieren. Wenn sich die Insolvenz nicht vermeiden lässt, sanieren wir Firmen auch in Insolvenzverfahren.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Um 6.20 Uhr stehe ich mit meinen Kindern auf und fahre sie in die Schule. Sie könnten den Schulweg auch selbst bewältigen, sie sind nicht mehr klein, aber ich genieße die gemeinsame Zeit morgens mit ihnen.

 

Was unterscheidet Sie als Chef von anderen Chefs im Auftreten und im Behave? 

In unserer Kanzlei arbeiten viele Frauen und viele haben kleine Kinder. Wir haben deshalb individuelle Arbeitszeiten eingeführt. In der Corona-Zeit arbeiteten wir vormittags von der Kanzlei aus, denn alle Kitas waren bis vor kurzem ja geschlossen. Alle konnten deshalb ihre Kinder mitbringen. Außerdem habe ich die alten Bobbie-Cars meiner Kinder mitgebracht: Die Kleinen funktionierten unseren Flur zur Rennbahn um. Das Konzentrieren war manchmal schwieriger, aber wenigstens können so alle arbeiten.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Sie würden sagen, dass ich eine große Portion Toleranz und Pragmatismus habe und deshalb die Idee, Kinder und Bobbiecars in die Kanzlei zu bringen, mit mir auch funktioniert. Sie haben vor ein paar Monaten auch das Auseinanderbrechen meiner alten Kanzlei, einer größeren Sozietät miterlebt. Manche Mitarbeiter haben mir gesagt, dass sie stolz darauf sind, für mich zu arbeiten und bewundern, wie souverän ich mit der Situation umgegangen bin.

 

Tee oder Kaffee?

Morgens Kaffee, mittags einen Jasmintee oder einen Tee mit Süßholz.

 

Ihr Spitzname ist…?

Als Kind in der Schule war ich die Breite, obwohl ich auch damals ganz schlank war.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich stelle meine Uhr immer fünf Minuten vor, denn wenn ich in ein Thema fest vertieft bin, verliere ich schnell das Gefühl für Zeit. Das war schon in der Schulzeit so. Meine Lehrer haben alles versucht, um mich zu disziplinieren, aber leider passiert es mir auch heute noch ab und an, dass ich mich verspäte.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Selbstüberschätzung: Wenn Menschen fehlende Kompetenz durch überzogene Selbstdarstellung wettmachen wollen. Social Media scheint diesen Trend zu verstärken.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Wenn ich auch in einer hitzigen Situation ganz cool bleibe und mich nicht provozieren lasse.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Viel reisen, um die Welt zu sehen und andere Kulturen kennen zu lernen. Besonders interessiert mich Asien. Vielleicht schreibe ich auch ein autobiographisches Buch, ich habe viel erlebt. Zum Beispiel habe ich einen Halbmarathon auf der chinesischen Mauer absolviert. Das bedeutete 21,0975 Kilometer lang Treppen zu steigen. Zur Vorbereitung auf den Marathon bin ich stundenlang bei uns in den Weinbergen die Treppen hoch und runter gelaufen.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Intelligenz, Gradlinigkeit, Ehrlichkeit, Empathie und, dass jemand sein Herz am rechten Fleck hat. Kleine persönliche Gesten sind mir viel wichtiger als teure Geschenke. Neulich hat mir mein elfjähriger Sohn ein ganz großes Herz gebastelt aus Gänseblümchen. Was gibt es Schöneres für eine Mutter?

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Ein erster Latte Macchiato am Morgen, ein Foto meiner Kinder und der selbstgemachte Holunderblütensirup meiner Tochter.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Pressesprecherin im Bereich Pferdesport. Ich war viele Jahre leidenschaftliche Reiterin  und habe große Reitturniere organisiert. Ich bewundere auch, wie Menschen mit einer körperlichen Einschränkung begeistert reiten und würde das gerne fördern.

 

 

Foto: B.Breitenbücher

 

Diese Skulptur haben Bettina Breitenbücher und ihre Tochter selbst gemacht: Die Nase des Mädchens haben die beiden erst mit einer Gipsbinde umwickelt, trocknen lassen und dann zum Vergolden in eine Galerie gebracht.

 

 

 

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