„WirtschaftsWoche“-Ranking: Welche Arbeitgeber am meisten fürs Gemeinwohl tun – Wertvolle Arbeitgeber in Norddeutschland (1)

Ranking: Wertvolle Arbeitgeber Norddeutschland (1)

Was Arbeitgeber für Ihre Region tun von Ammerland bis Verden: Die Palette reicht von sozialen Projekten oder Sportförderung bis zu kulturellen Attraktionen. In einer exklusiven Umfrage der Wirtschaftswoche haben die Befragten abgestimmt, wer die wertvollsten Arbeitgeber ihrer Region sind. Teil 1: Norddeutschland. (zuerst erschienen bei Wiwo.de am 7.8.2019)

Von Claudia Tödtmann

 

Wo die Lebensqualität besonders steigt: In Norddeutschland laut IW

Am meisten verbessert hat sich die Lebensqualität in den vergangenen fünf Jahren in Oldenburg. Ausgerechnet das norddeutsche Oldenburg? Damit nicht genug: Von den zehn Städten, die sich am meisten verbessert haben, ist immerhin jedes zweite Unternehmen aus Norddeutschland. Außer Oldenburg stehen auf dieser Liste nämlich Lübeck, Braunschweig, Rostock und Hamburg. Das zeigt das Städteranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln IW vom vergangenem Dezember.

Wer mit an diesen Verbesserungen gearbeitet, das sind die Unternehmen der Regionen, die sich verdient machen um das lokale Gemeinwohl. „Unternehmen machen Orte attraktiv und lebenswert, zum Beispiel durch ihre Unterstützung von örtlichen Sportvereinen“, sagt Dominik von Au, Experte für Familienunternehmen beim Beratungsunternehmen PwC. „Ich erinnere mich nicht an den Namen vom Bürgermeister – aber auf die größten Unternehmen als Arbeitgeber am Ort bleibt man ewig stolz,“ beschreibt er die Gefühlslage der Bevölkerung.

 

Dominik von Au von PwC (Foto: C.Tödtmann)

Sichtbar wird das Engagement traditionell in den örtlichen Sportvereinen, wenn auf den Mannschafts-Shirts die Logos ihrer Sponsoren prangen, aber vor allem auch durch die Unterstützung von unzähligen kleineren, sozialen Aktionen.

 

 

Kochkurse für Kinder von Frosta 

Zum Beispiel der Tiefkühlkosthersteller Frosta aus Bremerhaven, der bei dem Verein Rückenwind Kindern das Kochen und gute Ernährung beibringt. „Als einer der großen Arbeitgeber in Bremerhaven – mit 700 Mitarbeitern am Hauptsitz- ist es uns wichtig, dass wir uns hier vor Ort sozial engagieren. Zumal Bremerhaven seit vielen Jahren die Stadt mit der höchsten Kinderarmut in Deutschland ist,“ berichtet Frosta-Geschäftsführer Felix Ahlers. Wer kochen kann, der ernährt sich viel besser und günstiger, so Ahlers.

Das Engagement in lokalen Vereinen ist aber nur ein Grund von vielen, den die Teilnehmer bei der Umfrage der „WirtschaftsWoche“ mit dem Marktforscher Service Value Frosta auf der Suche nach den wertvollsten Arbeitgebern in Norddeutschland anerkennen. Denn wertvoll für die Region ist eine Arbeitgeber dann, wenn er über sein Unternehmen und auch das seiner eigenen Mitarbeiter hinaus denkt und handelt. Für das Ranking wurden 54 Landkreise und 17 kreisfreien Städten abgefragt. Am besten schnitten diejenigen Unternehmen ab, die aus Sicht der Befragten am meisten zum Gemeinwohl beitragen.

 

Pro Landkreis beteiligten sich mindestens 100 Bürger, pro Großstadt mindestens 1000. Sie gaben den Unternehmen Noten von eins wie „ausgezeichnet“ bis sechs wie „mir unbekannt / irrelevant für das Gemeinwohl“. Die Vorauswahl der Unternehmen orientiert sich an den Mitarbeiterzahlen. Im kleinsten Landkreis muss ein Unternehmen mindestens 100 Mitarbeiter zählen, in der größten Stadt mindestens 500. Insgesamt wurden 2.158 Unternehmen bewertet. 594 Arbeitgeber bekamen so gute Noten, dass sie ausgezeichnet wurden.

Auffällig: Besonders viele Krankenhäuser sind sehr beliebt bei der Bevölkerung, aber ebenso Theater oder Stadtwerke und viele Familienunternehmen und Mittelständler.

 

Firmenmuseen als Touristenattraktionen

Zum Beispiel das Handelsunternehmen Bünting in Ostfriesland mit seinen rund 14.000 Beschäftigten. Sein Teemuseum in der historischen Altstadt von Leer ist eins von drei Privatmuseen in der Stadt, das obendrein auch kultureller Attraktionspunkt  für Touristen ist – zuletzt kam es auf 13.000 Besucher im Jahr. Es wird nämlich gezeigt, wie sich das Kolonialwarengeschäft, das 1806 einst Johann Bünting gründete, zum größten und ältesten Teehandelshaus Ostfrieslands aufstieg. Kontrastprogramm sind dann die Besucher-Touren durch die Bünting-Tiefkühlkost-Läger bei 25-Grad-Minustemperaturen, die Teeproduktion oder das Hochregallager mit sieben Etagen.

 

Vorfahrt für die Lokalpresse bei Airbus

Auch internationale Player beschäftigt die Frage, wie weit sie regional auftreten sollten, laufend, erzählt PwC-Berater von Au. Wie ernst Konzerne ihr Ansehen in der Region nehmen, bewies im vergangenen Sommer der Flugzeugbauer Airbus, der in Hamburg 12.700 Mitarbeiter beschäftigt. Als der neue Airbus-Chef, der Franzose Guillaume Faury, seinen neuen Job als Chef von Airbus antrat, gab er sein allererstes großes Interview in Deutschland nicht etwa einer der überregionalen, auflagenstarken Zeitungen. Stattdessen stärkte er lieber der Lokalpresse, dem „Hamburger Abendblatt“ den Rücken, um hier durchaus relevante Aussagen zu Zöllen, die Auftragslage und über elektrische Lufttaxis aus Hamburg zu treffen.

 

Hier geht´s zur Liste der Arbeitgeber auf Wiwo.de:

https://www.wiwo.de/erfolg/trends/region-nord-deutschlands-wertvollste-arbeitgeber-fuer-das-gemeinwohl/24878898.html

 

 

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