TV-Tipp CNN „Business Traveller“ – Richard Quest befragt die vier Airline-Chefs von EasyJet, Ryanair, Lufthansa und IAG über die Herausforderungen in Europa wie Flugverspätungen und Umweltsteuern

TV-Tipp: CNN „Business Traveller“ – Airline-CEOs über die Herausforderungen in Europa 

Für die neue Ausgabe von „Business Traveller“ traf sich CNN-Anchorman Richard Quest mit den CEOs von vier führenden europäischen Fluggesellschaften, um über die  Herausforderungen in ihrer Branche wie Verspätungen durch Überforderung der Flugsicherung oder Umweltsteuern zu sprechen.

 

Kultmoderator Richard Quest (Foto: CNN International)

 

Ein Thema scheint die Airlines in Europa derzeit besonders zu beschäftigen: Verspätungen. Für Ryanair-Chef Michael O’Leary liegt die Ursache des Problems jedoch nicht (nur) bei den Fluggesellschaften: „90 Prozent aller Flugverspätungen im Januar wurden durch die Flugsicherung verursacht. Und wir müssen die Entschädigungen zahlen.“

O’Leary sieht die Fluggesellschaften unfair behandelt. Er bekräftigt zwar, dass die Kunden im Verspätungsfall entschädigt werden müssen. „Aber wir sollten die Entschädigung von den Leuten zurückfordern, die diese Verspätungen verursacht haben“, so O‘Leary. Damit meint er die Flugsicherungen und konkretisiert: „Wenn die Deutschen und Franzosen für die Verspätungen aufkommen müssen, werden sie die Verspätungen in den Griff bekommen.“

Ryanair-Chef Michael O’Leary mit Richard Quest (r.) (Foto: CNN International)

 

Willie Walsh, CEO der British-Airways-Mutter IAG, teilt O’Learys Frust mit Blick auf die Flugsicherungen in Europa und verweist auf ein strukturelles Problem: „Sie haben ihre Personalplanung völlig falsch ausgelegt, sie benötigen mehr Fluglotsen. Wenn ich mein Unternehmen so führen würde, wie sie ihr System betreiben, würde ich gefeuert werden. Wäre ich dafür verantwortlich, würden die Leute so etwas nicht tolerieren.“ Walsh betont, dass es sich um ein lösbares Unterfangen handelt: „Wir brauchen kurzfristige Maßnahmen, denn das zugrunde liegende Problem kann kurzfristig und schnell gelöst werden.“

Doch laut Walsh braucht es weitere Maßnahmen, um einen zukunftsfähigen Luftraum für den wachsenden Flugverkehr in Europa zu schaffen. Dazu zählt die „Single European Sky“-Initiative, die einen einheitlichen europäischen Luftraum vorsieht. Über diese Initiative, die bei Regierungen und Gewerkschaften der Flugsicherung auf Widerstand stößt, sagt Walsh: „Wenn wir nicht anfangen, uns mit den strukturellen Fragen zu befassen, dann wird es unmöglich sein, im Jahr 2030 den einheitlichen europäischen Luftraum zu schaffen. Und das bei einem geplanten Wachstum von etwa 1,9 Prozent pro Jahr bis 2030. Das derzeitige System kann das nicht bewältigen.“

 

Willie Walsh, CEO der British-Airways-Mutter IAG (Foto: CNN International)

 

Ein weiteres Thema, das die Industrie beschäftigt, ist die vorgeschlagene Einführung einer Luftverkehrssteuer als Maßnahme gegen steigende Emissionen. Johan Lundgren, EasyJet-CEO, sieht eine solche Besteuerung als kritisch an: „Eines der grundlegenden Probleme im Zusammenhang mit den Umweltsteuern liegt darin, dass sie nicht in Bereiche einfließen, die der Umwelt zugutekommen. Sie wird zu einer Einnahmequelle – und deshalb ist es schwierig zu argumentieren, dass die Umwelt davon in irgendeiner Weise profitieren wird.“

 

Johan Lundgren, EasyJet-CEO (Foto: CNN International)

 

Lufthansa-CEO Carsten Spohr bekräftigt, dass für die Umweltthematik eine globale Lösung gefunden werden muss – und kein kontinentaler Ansatz verfolgt wird. „Wir haben es mit einer globalen Branche zu tun und wenn man etwas im Bereich der Besteuerung unternehmen möchte, ohne einzelne Akteure in der Branche zu beeinträchtigen, dann braucht man eine globale Lösung.

Eine solche Lösung haben wir übrigens mit der Corsia-Initiative über die IATA im Bereich CO2 gefunden. So etwas wie ein globales Steuersystem würde zwar womöglich nur zu einer Verringerung der Nachfrage führen, benachteiligt aber zumindest keine einzelnen Akteure. Es ist wichtig, dass wir die europäische Luftfahrt nicht stärker benachteiligen, als wir es bereits getan haben.“

 

Lufthansa-CEO Carsten Spohr mit Richard Quest (r.) (Foto: CNN International)

 

TV-Ausstrahlung der Interviews im Rahmen von „Business Traveller“ auf CNN International:

Samstag, 13. April um 13.30 Uhr
Sonntag, 14. April um 07.30 und 20.30 Uhr

 

 

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