Nahaufnahme „Nahaufnahme“ mit Demodern-Chef Kristian Kerkhoff, den Bevormundung auf die Palme bringt

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Kristian Kerkhoff, Gründer und Managing Partner der Agentur Demodern, die im digitalen Marketing spezialisiert ist auf  Virtual-Reality-Projekte oder interaktive Messeinstallationen mit Kunden wie Ikea, Daimler, Mazda, Nike oder Deutsche Telekom. 

 

Kristian Kerkhoff (Foto: Demodern)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Demodern ist eine Agentur für Creative Technology, das heißt, wir entwickeln digitale Anwendungen für sämtliche Kanäle – immer mit großem Designanspruch und viel technologischem Know-how.

 

Womit beginnt Ihr Tag?

Den bestimmen meine Familie und unser Hund Wilson. Sobald meine beiden Kinder in der Schule sind, trinke ich mit meiner Frau noch einen Kaffee. Dann schnappe ich mir Wilson und drehe mit ihm eine Runde über die Felder in Richtung Bahnstation, da er jeden Tag mit ins Büro kommt. Dabei habe ich eigentlich immer Kopfhörer in den Ohren und höre, was mein Handy hergibt: Hörbücher, Nachrichten oder Podcasts – ganz so, wie ich Lust habe. Derzeit steht der Podcast „Zeit Verbrechen“ bei mir hoch im Kurs.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Ich sehe mich selber nicht als Chef. Mein Mitgesellschafter Alex und ich haben das Unternehmen nicht gegründet, weil wir einen schlauen Businessplan hatten und endlich mal unser eigener Chef sein wollten. Wir hatten vielmehr eine Vision eines für uns idealen Arbeitsplatzes. Und so ist das bis heute. Wir umgeben uns mit Leuten, mit denen wir gerne zusammenarbeiten und bieten eine Arbeitskultur, in der wir uns wohlfühlen. Wir sorgen dafür, dass die Prioritäten richtig gesetzt werden, damit die Ergebnisse erzielt werden, die wir uns für unsere Agentur wünschen.

Ich versuche immer viel mitzubekommen, daher sitze ich wie jeder andere auch an einem Tisch im Großraumbüro und helfe mit – ob als Teammitglied, Ratgeber oder auch mal als letzte Instanz – aber das nur, wenn ich darum gebeten werden. Ich bin kein Freund von top-down Entscheidungen, ich sehe mich eher als Unterstützer oder Berater.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Sie würden im Großen und Ganzen zustimmen… Aber das mit der Zurückhaltung bei Entscheidungen sehen sie sicher nicht immer so. Ich habe zu vielen Dingen eine starke Meinung und die gebe ich auch gerne weiter. Und es liegt in der Natur der Sache, dass diese dann nicht als eine Meinung von vielen gesehen wird, sondern als Ansage. Aber da es zu unserer Kultur gehört, Verantwortung zu übernehmen und für seine Ideen einzustehen, versuche ich in solchen Momenten das Ganze entsprechend zu kommunizieren und die Mitarbeiter zu motivieren, weiter an ihre Sichtweise zu glauben.

 

Tee oder Kaffee?

Eindeutig: Kaffee.

 

Ihr Spitzname ist…?

Otcha oder Hoschi – das kommt ganz auf die jeweiligen Freunde an, mit denen ich unterwegs war. Aber das sind ganz alte Spitznamen, ich würde vermuten, dass mich mein direktes Umfeld nicht damit in Verbindung bringt. Lustigerweise funktionieren sie aber immer noch. Als ich mich in einer Facebook Gruppe von alten Freunden wiederfand, tauchten sie auch wieder auf und ich habe es nicht als fremd empfunden. Oder wenn der ehemalige Bekannte aus dem Heimatort hinter dir herruft – da dreht man sich immer noch um.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Auf einer guten Party kann ich einfach nicht früh nach Hause gehen. Wenn ich in einem solchen Fall schon um vier Uhr morgens daheim bin, wundert sich meine Frau. Oder ich überrede sie oder meine Freunde dazu, doch noch zu bleiben. Ich muss dieses eine Lied einfach noch hören. Und das nächste dann auch.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Bevormundung bringt mich auf die Palme. Sei es ein Schild im Supermarkt, das mir sagt, was ich machen soll, oder der schlaue Ratschlag eines ungefragten Lebensberaters. Oder ein Kunde, der behauptet, das etwas nicht ginge, weil es noch nie funktioniert hat. Reflexartig fange ich dann immer an zu rebellieren. Das ist leider nicht immer vorteilhaft, aber ich weigere mich einfach, mit selbständigem Denken aufzuhören.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Vielleicht genau das, was ich oben beschreibe. Ich rege mich in solchen Situationen schnell auf und wirke dadurch manchmal starrköpfig oder bockig. Aber ich bin mit mir im Reinen, ich komme halt aus dem Ruhrgebiet, da sagt man sich offen die Meinung – und das auch sehr explizit. Damit kann nicht jeder umgehen.

 

Was möchten Sie gerne in Rente machen?

Ich weiß noch nicht, ob ich damit bis zur Rente warte, aber ich habe auf meiner Lebens-Checkliste noch eine Sache stehen, für die ich mehr als zwei Wochen Urlaub brauche. Mein Traum ist, quer durch Amerika zu fahren und in jedem Dorf, in dem ich halte, nach dem besten Essen der Stadt zu fragen. Ob Fastfood, Diner oder Haute Cuisine, ich möchte mich einen ganzen Roadtrip lang quer durch die amerikanische Küche essen – von der West Coast zur East Coast. Und so nebenbei Land und Leute kennenlernen. Und wer weiß, vielleicht schreibe ich darüber sogar oder mache eine Doku.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Integrität und positives Denken. Ich mag es, wenn Leute zu dem stehen, was sie sagen und sie verlässlich sind. Ob privat oder beruflich: Ein Freund, der zu einem hält oder der Geschäftspartner, der zusagt, ohne dass man etwas schriftlich festhalten muss – das schätze ich sehr. Und wenn diese Leute zusätzlich eine positive Aura umgibt, sie unterhaltsam, leicht und angenehm sind und dabei positiv nach vorne blicken, dann habe ich sie gerne um mich.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Auf meine Familie, Musik zu hören und an irgendwas zu arbeiten.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Greenkeeper im Augusta National Golf Club.

 

Wilson

 

Wilson ist ein Ridgeback-Dalmatiner-Mischling und seit vielen Jahren der Bürohund von Kristian Kerkhoff.

 

 

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