Buchauszug Ralph Böttcher: „Die Danmark-Methode – Wie Sie mit dänischem Führungsstil auf Augenhöhe die Veränderungen in der Arbeitswelt meistern“

Buchauszug: Ralph Böttcher „Die Danmark-Methode – Wie Sie mit dänischem Führungsstil auf  Augenhöhe die Veränderungen in der Arbeitswelt meistern“

 

 

Ralph Boettcher (Foto: Haufe)

 

Ich entdecke in jedem Menschen das Besondere

Michelangelo hat einmal gesagt: „In jedem Block Stein oder Marmor verbirgt sich eine wunderbare Statue, man muss nur das ganze Material drumherum entfernen, um das Kunstwerk darin freizulegen.“
Wenn man dieses Zitat auf die Unternehmenswelt überträgt, besagt es, dass wir als Führungskräfte in jedem Menschen in unserer Umgebung das (womöglich verborgene) Potenzial entdecken sollen. Wir sollten uns ständig fragen: Was ist der Zauber, die Einzigartigkeit der Personen um mich herum? Dies ist eines meiner Lieblingsthemen, über das ich immer wieder sehr gerne spreche.

Man kann dieses Zitat nicht nur auf die Unternehmenswelt übertragen, auch in die Welt der Bildung passt es hervorragend. Wenn wir davon ausgehen, dass in jedem Kind eine wunderbare Begabung steckt, die wir nur freilegen müssen, würde das unser Bildungssystem grundlegend verändern. Wir würden dann sehen, dass es sinnlos ist, Kinder miteinander zu vergleichen, und jedes Kind würde individuell gefördert werden, damit seine Begabung so gut wie möglich zum Vorschein kommt.

Mit diesen Gedanken im Kopf haben meine Frau und ich beschlossen, unsere Kinder in das dänische Erziehungssystem zu schicken. Wir finden, dass dort mehr Wert darauf gelegt wird, die Neigungen und einzigartigen Fähigkeiten jedes Kindes zu fördern. Schließlich sind wir nicht alle gleich gut in Mathe oder Sprachen und müssen es auch nicht sein.

Schon Albert Einstein sagte: „Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.“

Auch der US-amerikanische Erziehungswissenschaftler Howard Gardner macht in seinen Arbeiten darauf aufmerksam, dass es verschiedene Arten von Intelligenz gibt. Er unterscheidet etwa folgende Intelligenzen:

• Sprachlich-linguistische Intelligenz

• Logisch-mathematische Intelligenz

• Musikalisch-rhythmische Intelligenz

• Bildlich-räumliche Intelligenz

• Körperlich-kinästhetische Intelligenz

• Naturalistische Intelligenz

• Interpersonale Intelligenz (auch Soziale Intelligenz)

• Intrapersonelle Intelligenz

• Spirituelle Intelligenz

 

Jeder  hat etwas Besonderes – nur weiß er es oft gar nicht 

Sehr viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, zu denken, dass sie kein besonderes Talent besitzen. Ich treffe immer wieder Menschen, die glauben, es gäbe nichts, was sie besonders gut können. Doch jedes Mal fällt mir schon nach kurzer Zeit etwas Besonderes an ihnen auf. Wenn dieser Mensch mein Mitarbeiter ist, versuche ich, mit ihm gemeinsam daran zu arbeiten, dass seine Stärken besser zum Ausdruck kommen.

Der Bildungsforscher Ken Robinson bringt es in diesem Zitat auf den Punkt:
„Ich treffe vielerlei Leute, die keine Freude an dem haben, was sie tun. Sie ‚absolvieren‘ einfach so ihr Leben, leben vor sich hin. Sie haben keine Freude an dem, was sie tun. Sie halten das Leben vielmehr aus, anstatt es zu genießen, und warten aufs Wochenende. Aber ich treffe auch Menschen, die das, was sie tun, lieben und die sich nicht vorstellen könnten, etwas anderes zu machen. Würde man ihnen sagen ‚Hör damit auf!‘, dann würden sie sich wundern, wovon man wohl redete. Denn es ist nicht, was sie tun, sondern wer sie sind. Sie sagen: ‚Aber wissen Sie, das bin doch ich. Es wäre töricht von mir, diese Tätigkeit aufzugeben, spricht sie doch mein authentischstes Selbst an.‘ Doch dies trifft nicht auf genügend Menschen zu.“

 

Ideen, an die wir gefesselt sind – von klein auf

Abraham Lincoln, der 16. Präsident der USA, sprach davon, dass die Menschen sich „selbst entfesseln müssen“. Es gibt Ideen, an die wir alle gefesselt sind, zum Beispiel, dass wir nichts Besonderes können. Das wurde uns häufig schon in der Schule eingetrichtert, es ist also gar nicht unsere Schuld, dass wir so denken – es ist ein kulturelles Phänomen.

Dabei ist es übrigens sinnlos, verschiedene Fähigkeiten miteinander zu vergleichen und die eine für bedeutender als die andere zu halten. Bildungsforscher Robinson unterstreicht dies mit der folgenden Geschichte, die eine Unterhaltung während einer Signierstunde wiedergibt.

 

Zum Beispiel Leidenschaft…

„Was sind Sie von Beruf“, fragt Robinson einen Autogrammjäger. „Feuerwehrmann“, lautet die Antwort. „Wie lange sind Sie schon Feuerwehrmann?“, fragt Robinson. „Schon immer. Ich wollte schon als Kind Feuerwehrmann werden. (…) Als ich ins letzte Schuljahr kam, nahmen meine Lehrer das nicht ernst. Besonders dieser eine Lehrer nahm es nicht ernst. Er sagte, ich würde mein Leben wegschmeißen, wenn das alles wäre, was ich damit tun wolle, und dass ich auf die Uni gehen sollte und ein Studium absolvieren, dass ich großes Potenzial hätte und dass ich nur mein Talent verschwenden würde. (…) Aber es war, was ich wollte, und direkt nach der Schule bewarb ich mich bei der Feuerwehr und wurde angenommen. Wissen Sie, ich habe kürzlich an diesen Lehrer gedacht (…), denn vor sechs Monaten habe ich ihm das Leben gerettet. Er steckte in einem Unfallwagen und ich habe ihn herausgezogen, ihn wiederbelebt und dann auch noch das Leben seiner Frau gerettet. Ich glaube, er hält jetzt mehr von mir.“

 

Wer tut, was er liebt, muss sich nicht groß motivieren

Stellen Sie sich vor, Mitarbeiter können einen Großteil der Zeit etwas tun, wofür sie eine gewisse Leidenschaft empfinden. Wir alle kennen das Phänomen: Wenn man etwas tut, was man liebt und was man gut kann, dann verläuft die Zeit komplett anders. Wenn man etwas tut, was man liebt, fühlt sich eine Stunde wie zehn Minuten an. Wenn Sie etwas tun, das Ihrem Geist nicht entspricht, fühlen sich zehn Minuten an wie eine Stunde. Tut man etwas, das man liebt, muss man sich nicht groß motivieren, um eine Aufgabe zu beginnen; und gute Ergebnisse kommen quasi von selbst, wenn man seine Arbeit gerne macht.

 

Führungskräfte: Die Einzigartigkeit und Talente jedes Einzelnen entdecken

Was bedeutet das für Führungskräfte? Seien Sie offen gegenüber unterschiedlichen Arten von Intelligenz, um die Einzigartigkeit und Talente eines jeden einzelnen Kollegen zu entdecken. Wenn jemand nicht perfekt die Rechtschreibung beherrscht, fragen Sie sich: Was kann er stattdessen besonders gut? Blicken Sie auf seine Stärke, anstatt ihn permanent für seine Schwäche zu tadeln.

 

Auch in dem Buch „The Art of Possibility“ – geschrieben von dem amerikanischen Dirigenten Benjamin Zander und seiner Frau Rosamund Stone Zander, die als Psychotherapeutin arbeitet – wird dieser Ansatz deutlich.

 

Die Zanders nennen ihr Konzept „Giving an A“. Ein „A“ ist die höchste Note im amerikanischen Notensystem, entsprechend der deutschen 1. Jemandem ein „A“ zu geben, ist hier im übertragenen Sinne gemeint. Es geht eigentlich um die innere Haltung, mit der man jemandem begegnet.

 

In ihrem Buch schreibt das Paar: „Ein A kann man jedem und zu jeder Zeit geben: einer Kellnerin, seinem Arbeitgeber, seiner Schwiegermutter, der gegnerischen Mannschaft und den anderen Verkehrsteilnehmern. Wenn man jemandem ein A gibt, spricht man ihn mit Respekt an und man gibt ihm den nötigen Raum, um sich zu entfalten. Es geht nicht darum, ihn zu bewerten.“[4]

 

Oder um es mit Michelangelo zu sagen: Man blickt auf die wunderbare Statue, die in jedem Menschen steckt. Dies ist die Grundlage für wahre Partnerschaft, Teamarbeit und gute Beziehungen am Arbeitsplatz.

Das zeigt auch die Geschichte von Martina (Namen geändert) aus meinem Unternehmen. Gleich zu Beginn meiner Selbstständigkeit sollte ich die Stelle der Hauptverantwortlichen im internen Rechnungswesen besetzen. Es bewarb sich Martina, die damals schon 47 Jahre alt war und bislang in der Buchhaltung gearbeitet hatte. Zitat: „Ich möchte noch einmal was Neues und Herausforderndes lernen und mich beweisen.“

Martina bekam den Job und ich habe bis heute keine Sekunde daran gezweifelt, dass es die richtige Entscheidung war; etwa, wenn Martina sich wieder einmal in technische Neuerungen einarbeitet, die SEPA-Umstellung anführt oder die Nutzung des Onlinebereiches stetig verbessert. Regelmäßig erinnere ich sie daran, dass die Rente mit 75 Jahren keine Utopie mehr ist, und lache herzlich mit ihr darüber. Ich freue mich täglich, dass ich sie habe.

Lassen wir Martina doch auch einmal selbst zu Wort kommen.
„Mein Weg in die DanRevision: Als ich mir im Alter von 47 Jahren notgedrungen einen neuen Arbeitsplatz suchen musste, bewarb ich mich bei der DanRevision. Sofort rief Ralph Böttcher mich an, um mich zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Seine Worte waren: ‚So einen alten Hasen wie Sie suchen wir.‘ Ich sagte ihm: ‚Ich möchte gerne etwas Neues lernen.‘

Ich wollte ursprünglich nur halbtags arbeiten, die DanRevision suchte aber eine Ganztagskraft. So sprang ich ‚ins kalte Wasser‘ und dachte mir, ich fange erst mal an. Aus diesem ‚erst mal anfangen‘ sind jetzt schon 13 Jahre geworden. Ich wechselte bald in die ‚interne Buchhaltung“ und brachte diese auf ‚Vordermann‘, was mir sehr viel Spaß brachte und immer noch bringt und die ich auch dank Ralph auf einen hohen Standard gebracht habe.

Die Zusammenarbeit mit Ralph Böttcher bringt mir sehr viel Spaß. Er hat klare Ansagen, reagiert sofort und man weiß genau, wie er etwas haben will. Er hat auch ein Gespür dafür, wenn es einem nicht gut geht, und ist immer für ein persönliches Gespräch da. (Oder er setzt die ‚rote‘ Nase auf, um einen aufzuheitern.) Ebenso bemerke ich auch, wenn es ihm nicht gut geht, das bringen die Jahre mit sich, die wir uns kennen.

Ralph Böttcher sucht immer die Herausforderung und zieht einen auch mit und hält mir meinen Spruch vor: ‚Ich möchte gerne etwas Neues lernen.‘ Wir setzen Dinge um, die in anderen Praxen noch gar nicht bekannt sind, und wir sind so sehr fortschrittlich. Mir hat er in der internen Buchhaltung Vorgaben gemacht, die ich dann auch umgesetzt habe. ‚Geht nicht gibt’s nicht‘, man muss es jedenfalls probieren. Manchmal will Ralph zu viel ausprobieren, was nicht immer möglich ist. Dann gebe ich ihm auch mal ‚Kontra‘ und muss ihm erklären, wieso es nicht geht.

Menschlichkeit steht bei Ralph Böttcher und in der DanRevision an erster Stelle.
Alles in allem war es das Beste, was mir beruflich passieren konnte, dass ich bei der DanRevision angefangen habe. Und ich habe hier in all den Jahren ‚viel Neues gelernt‘ und lerne immer noch.“

 

Ralph Böttcher: „Die Danmark-Methode – Wie Sie mit dänischem Führungsstil  auf Augenhöhe die Veränderungen in der Arbeitswelt meistern „, Haufe Verlag 2019, 156 Seiten, 19,95 Euro https://shop.haufe.de/prod/die-danmark-methode

 

Eine Steuerfachangestellte der DanRevision

Übung:
Beobachten Sie, welche imaginären Noten Sie Ihren Mitarbeitern und/oder Kollegen geben, wenn Sie mit ihnen interagieren. Behandeln Sie Ihren Lieblingskollegen wie einen Einserkandidaten und jemand anderen so, als sei er gerade noch „ausreichend“? Schauen Sie, welchen Effekt dies auf die Zusammenarbeit hat und ob Sie Ihre Gewohnheiten ändern können.
Überlegen Sie, was das Besondere in jedem einzelnen Kollegen ist und wie Sie ihm als Führungskraft helfen können, es noch besser zur Entfaltung zu bringen.

„Herrn Böttcher habe ich als einen Menschen kennengelernt, der es wie kaum jemand versteht, Menschen zusammenzubringen.“

Franz Joachim Sahm, Wirtschaftsprüfer
„Ralph Böttcher habe ich als überaus interessanten Menschen kennengelernt! Er wirkt auf mich ehrlich und gradlinig, was sich letztlich auch in der Mitarbeitersuche spiegelt (bitte bewerben Sie sich nicht, wenn …). Besonders bemerkenswert fand ich, dass er sich nach über einem Jahr nach unserem persönlichen Erstgespräch nach Xing-Kontaktaufnahme an mich erinnerte.“

Sven Holland, Leiter Finanzwesen; Syndikus-Steuerberater, Förde Sparkasse
Ich bin sehr gut zu den Menschen in meinem Umfeld

Es wütete ein fürchterliches Unwetter und meterhohe Wellen brachen sich am Strand. Nachdem sich das Unwetter und der Sturm wieder verzogen hatten, lagen unzählige Seesterne am Meeresufer, die von der Strömung an den Strand gespült worden waren.
Ein kleines Mädchen stapfte am Strand entlang, hob vorsichtig Seestern für Seestern auf und warf sie wieder zurück ins Meer. Da kam eine ältere Frau vorbei und rügte das Mädchen: „Du dummes kleines Ding. Was du da machst, ist völlig zwecklos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von diesen Seesternen ist? Du kannst sie sowieso nie alle zurück ins Meer werfen, was du hier tust, bringt gar nichts!“
Das Mädchen blickte traurig auf die vielen Seesterne, die am Boden lagen und von denen vermutlich viele sterben würden. Dann hob sie behutsam einen Seestern auf und warf ihn wieder zurück in das Wasser. Zu der Frau sagte sie: „Für diesen hier wird es etwas ändern.“

 

Für gute Absichten getadelt, oder übersehen  oder kaum gewürdigt

Oft geschieht es, dass Mitarbeiter etwas mit einer guten Absicht tun und dafür getadelt werden, wie das Mädchen in der Geschichte. Die wenigsten haben dann allerdings den Mut, ihrem Chef die Meinung zu sagen. Ebenso schädlich ist es, wenn gute Taten nicht bemerkt oder nicht ausreichend gewürdigt werden.

Ich habe mir deshalb fest vorgenommen, Mitarbeiter dabei zu erwischen, wenn sie etwas Tolles machen. Ich nenne es den Adlerwert der DanRevision Gruppe; Adler deshalb, weil wir genau aufpassen müssen, um auch jede Kleinigkeit zu bemerken. Dieses Prinzip habe ich vor vielen Jahren eingeführt und inzwischen macht es mir eine höllische Freude, die Menschen dabei zu erwischen, wenn sie etwas Gutes tun. Das meine ich mit der Kapitelüberschrift „Ich bin sehr gut zu den Menschen in meinem Umfeld“.

Während meiner Ausbildung zum Mental Coach habe ich viel darüber erfahren, was es mit Menschen macht, wenn man sie dabei „erwischt“, wenn sie Gutes tun. Macht sich das jeder in der Firma bewusst, entsteht in dem jeweiligen Umfeld eine wunderbare Energie, die sich nur schwer beschreiben lässt.

Irgendwann habe ich mich vor die Kollegen gestellt und gesagt: „Was würde wohl passieren, wenn jeder jeden Tag zwei Mal besonders aufmerksam ist und schaut, welche schönen Dinge in seiner Umgebung vor sich gehen, und sei es nur, dass man die neue Brille des Kollegen bemerkt oder ein neues Kleidungsstück?“

Erst einmal fragten sich alle, was ich denn schon wieder vorhabe mit meinem „Gutes tun“ (das kannten sie ja schon). Doch sie willigten ein, es ein paar Wochen zu versuchen. Teils machten sie sich auch ein bisschen darüber lustig, aber das änderte nichts am Effekt.

Nach etwa zwei Wochen berief ich ein neues Meeting ein: „Spürt ihr, was passiert ist?“, fragte ich. „Könnt ihr fühlen, was ihr bewegt? Und es ist nicht mal schwer!“ Ich spürte eine unglaubliche Energie und bekam eine Gänsehaut. Im ganzen Raum war ein Kribbeln und Knistern zu spüren, weil es sich einfach toll anfühlt, gut zu anderen zu sein.

Mit der Steuerung der eigenen Wahrnehmung können wir viel Gutes erreichen. Das hat auch die Wissenschaft entdeckt.
Dem renommierten Glücksforscher und Buchautor Shawn Achor zufolge lassen sich lediglich zehn Prozent des Langzeitglücks einer Person auf externe Umstände zurückführen. 90 Prozent des Langzeitglücks werden nicht durch die externe Welt beeinflusst, sondern dadurch, wie das Gehirn die Welt verarbeitet.

Und nicht nur das: Nur 25 Prozent des beruflichen Erfolgs werden dem Forscher zufolge vom IQ bestimmt. 75 Prozent werden dagegen durch den eigenen Optimismus, das soziale Umfeld und die eigene Fähigkeit bestimmt, Stress als Herausforderung und nicht als Bedrohung zu sehen.

In einem Vortrag illustriert Shawn Achor, wie die eigene Wahrnehmung das Glücksempfinden beeinflusst, mit folgender Geschichte über seine unerwartete Zusage von der Universität Harvard: „Plötzlich war aus etwas Unmöglichem eine Realität geworden. Bei meiner Ankunft nahm ich an, dass alle anderen dies auch als Privileg sähen, dass sie aufgeregt über den Universitätsbesuch wären. Allein wenn man in einem Klassenzimmer mit Leuten sitzt, die allesamt klüger sind als man selbst, ist das schon Grund zur Freude, so dachte ich. (…) (Doch) in meiner Forschung und Lehre fand ich heraus, dass diese Studenten, egal wie glücklich sie anfangs darüber gewesen waren, an diese Schule gehen zu dürfen, nach zwei Wochen all ihr Denken nicht mehr auf das Privileg der Anwesenheit konzentrierten und auch nicht auf ihre Philosophie oder Physik. Ihre Gehirne fokussierten sich auf den Wettbewerb, die Menge der Arbeit, die Anstrengungen, den Stress, die Beschwerden.

Er erklärt dieses Phänomen so: „Jedes Mal, wenn das Gehirn einen Erfolg verzeichnet, wird einfach die Ziellinie für den Erfolg verpflanzt. Bekommt man gute Noten, muss man nun bessere Noten bekommen. (…) Hat man einen guten Job, braucht man nun einen besseren Job.“ Das Problem sei, dass die meisten denken, Erfolg mache sie glücklich.

Mit diesem Denken können wir Shawn Achor zufolge aber niemals glücklich werden. Denn das Gehirn funktioniere genau andersherum: „Wenn wir das Positivitätslevel einer Person erhöhen, dann kommt das Gehirn in einen Zustand, den wir den Glücksvorteil nennen. Das bedeutet, dass das Gehirn im positiven Zustand wesentlich bessere Leistungen liefert als im negativen, neutralen oder gestressten Zustand. Die Intelligenz erhöht sich, wie auch die Kreativität und das Energielevel.“
Shawn Achor und seine Kollegen fanden sogar heraus, dass sich auf diese Weise jeder einzelne Geschäftsausgang verbessern lässt. Konkret sagt der Forscher: „Ihr Gehirn im positiven Zustand ist 31 Prozent produktiver als im negativen, neutralen oder gestressten Zustand. Sie sind 37 Prozent besser bei Verkäufen. Ärzte sind 19 Prozent schneller und treffsicherer darin, die richtige Diagnose zu geben.“

Die wissenschaftliche Erklärung dafür ist das Dopamin, das unser System im Positivzustand überflutet. Es hat zwei Funktionen: Es macht uns einerseits glücklicher und andererseits aktiviert es die Lernzentren im Gehirn.

Übung:

Achor empfiehlt folgende Übungen, um positiver zu werden:

• Schreiben Sie an 21 aufeinanderfolgenden Tagen täglich drei neue Dinge auf, für die sie dankbar sind. Am Ende dieser Zeit verbleibt im Gehirn ein Muster, nach dem es die Welt nicht zuerst nach Negativem, sondern nach Positivem abtastet.

• Führen Sie Tagebuch über ein positives Erlebnis, das Sie in den letzten 24 Stunden hatten. Das erlaubt Ihrem Gehirn, diese Situation neu zu erleben.

• Öffnen Sie Ihr E-Mail-Programm und schreiben Sie eine E-Mail des Lobs oder des Danks an jemanden aus Ihrem sozialen Umfeld.
Indem wir diese Übungen machen, können wir unser Gehirn trainieren, mehr Wellen der Positivität zu erzeugen.
„Ich habe Herrn Böttcher im Rahmen eines Studienprojektes der Fachhochschule Flensburg kennengelernt und kann nur in den höchsten Tönen von ihm berichten. Die stets angenehme Zusammenarbeit war äußerst effektiv und lehrreich. Herr Böttcher zeigte sich zielstrebig, kommunikativ, kreativ, ehrlich und freundlich. Ganz besonders hervorzuheben ist der stetige Wille, die Unternehmung weiter voranzutreiben und auf diesem Wege immer ein wenig besser zu werden.“

Nikolai Woderich, Student (Business Management, M. A.), Fachhochschule Flensburg
Die unglaubliche Energie neuer Möglichkeiten
„Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, so wünschte ich mir weder Reichtum noch Macht, sondern nur die Leidenschaft der Möglichkeit; ich wünschte nur ein Auge, das ewig jung, ewig von dem Verlangen brennt, die Möglichkeit zu sehen.“

Søren Kierkegaard
Was ist der Unterschied zwischen Menschen, die vor Energie strotzen, und jenen, die tagein, tagaus derselben Routinetätigkeit nachgehen? Ich glaube, hier können wir viel aus dem Zitat des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard lernen: Das „ewig junge Auge“ brennt von dem Verlangen, das Mögliche zu sehen.

Wer immer wieder Möglichkeiten sieht, statt den Status quo zu akzeptieren, hat keine andere Wahl, als mit jugendlicher Energie zur Tat zu schreiten. Wir alle haben wohl schon einmal Momente erlebt, in denen die Energie nur so floss und wir das Gefühl hatten, alles schaffen zu können. Oft waren es herausfordernde Momente, aber solche, in denen wir eine Vision vor Augen hatten.

Als Führungskraft finde ich es besonders spannend, zu erleben, wie meine Mitarbeiter ihre Visionen verfolgen – und zu erleben, wie sie plötzlich vor Energie strotzen. Ich versuche, sie dabei so gut wie möglich zu unterstützen.
Vertrauen aufbauen

Vor ein paar Jahren arbeitete ich etwa mit einem freien Videojournalisten zusammen. Dieser schickte mir einen ersten Entwurf, der alles andere als gelungen war. Das wusste er auch selbst. Er fragte mich: „Willst du trotz des schlechten Ergebnisses weiter mit mir zusammenarbeiten?“
Das schlechte Video interessierte mich kaum, vielmehr interessierten mich die Möglichkeiten, die noch in dieser Zusammenarbeit steckten. Die Herangehensweise des Journalisten beim Dreh hatte mich überzeugt. Ich vereinbarte mit ihm einen neuen Termin, wir wechselten die Räumlichkeiten, die letztes Mal für Tonprobleme gesorgt hatten, und änderten ein paar andere Kleinigkeiten.

Das Ergebnis war dieses Mal hervorragend. Bis heute ist unsere Zusammenarbeit von dem Vertrauen geprägt, das sich in der damaligen potenziellen Konfliktsituation gebildet hat. Er weiß: Es dürfen auch einmal Dinge schiefgehen. Im Gegenzug weiß ich, dass er immer versucht, neue Möglichkeiten zu finden, die DanRevision besser und professioneller nach außen zu präsentieren – und dabei nicht gehemmt ist von der Angst, dass etwas schiefgehen könnte.

In solchen und anderen Situationen hilft es mir stets, mich an folgende Geschichte zu erinnern:
Eine Schuhfabrik sendet zwei Marketingexperten in eine Entwicklungsregion in Afrika, um Expansionsmöglichkeiten zu erforschen. Der eine schreibt zurück: „Situation aussichtslos: Die tragen hier keine Schuhe.“ Der andere schreibt: „Fantastische Möglichkeiten! Sie haben noch gar keine Schuhe.“

In dieser Geschichte aus dem bereits erwähnten Buch „The Art of Possibility“ des amerikanischen Dirigenten Benjamin Zander und seiner Frau tun sich zwei Welten auf: Der erste Marketingexperte lebt in einer Welt, die die Zanders die „Downward Spiral“ (Abwärtsspirale) nennen. Zu schwer, zu mühselig, zu gefährlich, zu kompliziert – so lauten die Sätze in dieser Welt. Der andere Marketingexperte sieht die gleiche Lage, doch er zieht komplett andere Schlüsse. Er lebt in der „World of Possibilities“ (Welt der Möglichkeiten).

Hierzu möchte ich Ihnen kurz erzählen, wie ich meinen Partner Mads (Name geändert) für die DanRevision gewonnen habe. Mads hat jahrelang die Deutschland-Dänemark-Steuerabteilung einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Deutschland geführt und wir kannten uns seit Jahren. Ich wusste, dass ich mich ins Zeug legen musste, um ihn als Partner zu gewinnen.

Das erste Angebot lautete: „Wir wollen dich. Hier ist ein Vertrag und du kannst deine Bezüge selbst eintragen.“ Aber Mads sagte nein. Wir kämpften weiter und starteten einen weiteren Versuch, aber Mads blieb beim Nein. Ich dachte an die Geschichte der beiden Marketingexperten und beschloss, nicht aufzugeben, sondern nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Schließlich bot ich Mads an: „Du bekommst deine eigene Firma und bestimmst alleine und wir reden dir nicht rein.“ Dieses Angebot konnte er nicht ausschlagen.

 

Eine gute Vision

Eine Vision ist im Idealfall nicht nur etwas, was einem selbst nützt, sondern sie ist Teil von etwas Größerem. In dem Buch „Good Business“ des Kreativitäts- und Flowforschers Mihaly Csikszentmihalyi werden Geschäftsführer interviewt, die von ihrem Umfeld als sehr erfolgreich und zugleich sehr ethisch handelnd, mit großem sozialem Verantwortungsgefühl beschrieben werden. Diese Leute definieren Erfolg als etwas, das anderen hilft und einen zur selben Zeit glücklich macht, während man daran arbeitet.

Csikszentmihalyi und seine Kollegen haben weltweit mehr als 8.000 Interviews geführt, um diesen Zustand zu ergründen. Er beschreibt den „Flow“ so: „Es gibt diesen Fokus, der, wenn er erst intensiv wird, zu einem Gefühl der Ekstase, einem Gefühl der Klarheit führt, man weiß genau, was man von einem Moment zum nächsten tut, man bekommt unmittelbares Feedback. Man weiß, dass das, was man zu tun hat, auch getan werden kann, auch wenn es schwer sein mag, und das Zeitgefühl verschwindet, man vergisst sich selbst, man empfindet sich als Teil von etwas Größerem. Und sobald diese Voraussetzungen zutreffen, dann wird das Getane wert, für sich selbst getan zu werden.“

Bevor Csikszentmihalyi den Begriff des „Flow“ prägte, formulierte der Spieltheoretiker Hans Scheuerl in den 1950er Jahren bereits ähnliche Kriterien für das Wesen des Spiels, darunter unter anderem:

• Entrücktsein vom aktuellen Tagesgeschehen,

• das völlige Aufgehen in der momentanen Tätigkeit und

• das Verweilen in einem Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühls.
Auch der Psychologe Siegbert A. Warwitz hat sich mit dem Phänomen des Flow auseinandergesetzt. Dabei kam er zu dem Ergebnis, das „Urbild des Menschen im Flow ist das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet.“
Doch wie kommt man in diesen Zustand? Csikszentmihalyi zufolge erfordert das Eintreten des Flow-Gefühls:

• klare Zielsetzungen

• eine volle Konzentration auf das Tun

• das Gefühl der Kontrolle der Tätigkeit

• den Einklang von Anforderung und Fähigkeit jenseits von Angst oder Langeweile in scheinbarer Mühelosigkeit

 

Visionen gibt es auch für kleine Dinge

Visionen für neue Möglichkeiten müssen natürlich nicht immer weltbewegend sein. Manchmal lohnt es sich auch, im Kleinen nach neuen Blickwinkeln zu suchen. Dazu will ich Ihnen kurz die Geschichte von Bernd (Name geändert) erzählen. Bernd ist ein fantastischer Mitarbeiter mit Blitzen und Glänzen in den Augen, der wirklich seinen letzten Tropfen Blut für die DanRevision geben würde. Tag und Nacht ist er da, wenn man ihn braucht.

Er wollte in den Urlaub fahren – toll. Aber wie kann er mit seiner Frau in den Urlaub fahren, wenn er immer dieses verdammte Handy dabeihat und nur an die Arbeit denkt, überlegte ich. Ich sah die Möglichkeit, ihm mal eine Perspektive der ganz anderen Art aufzuzeigen.

Ich bat Bernd, sein Handy auf den Tisch zu legen, und kassierte es ein. Er hatte keine Ahnung, was das sollte. Meine Partner sprachen von Freiheitsberaubung und anderen schlimmen Dingen.

Heute lachen Bernd und ich darüber und er bedankt sich bei mir: „Das war das Beste, was du mir antun konntest.“ Das Blitzen und Glänzen in den Augen hat er bis heute. Auch Bernd führt seit 2018 eine eigene Kanzlei in der DanRevision Gruppe.
„Herr Böttcher ist ein Steuerberater, der aus dem üblichen Rahmen fällt. Er ist geradeheraus, sehr direkt, präzise und klar in seinen Vorstellungen. An einmal gemachte Zusagen hält er sich. Er denkt in anderen Bahnen, analysiert Stärken und Schwächen seiner Gesprächspartner in kurzer Zeit. Aus diesen Analysen gestaltet er Aufgabenfelder und schafft damit gedanklich neue Räume und vor allem Entwicklungsmöglichkeiten. Ausgetretene Pfade sind nicht seine Sache. Wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Es gibt kein ‚Vielleicht‘ mehr, sondern nur ‚Ja‘ oder ‚Nein‘. Wenn man sich mit dieser speziellen Art von kooperativem Führungsstil identifizieren kann, eröffnen sich für einen persönlich völlig neue Perspektiven. Es ergeben sich Herausforderungen, an denen man wachsen kann, wenn man bereit ist, sich dieser Aufgabe gänzlich zu widmen. Freiräume werden nicht beschnitten, dafür gibt es aber klar definierte Ziele. Der Weg dahin ist der persönlichen Intuition und Gestaltungsfreiheit überlassen.

Ich persönlich bin bisher immer gut mit seinem Führungsstil zurechtgekommen. Dank ihm habe ich die Möglichkeit bekommen, mich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf die weitere konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit.“
Ein Mitarbeiter der DanRevision Gruppe

 

Übung:
Fragen Sie sich:

• Wann denke ich in Abwärtsspiralen (zu teuer, nicht möglich, unrealistisch usw.), die verhindern, dass ich neue, inspirierende Möglichkeiten entdecke?

• Wie kann ich meine Mitarbeiter dabei unterstützen, Visionen zu entwickeln, die sie begeistern und in ihnen ungeahnte Kräfte hervorbringen?

• Bei welchen Tätigkeiten gelange ich in einen Flow?

„Mein Weg in die DanRevision: Als ich mit 19 Jahren gezwungen war, meinen bisherigen Beruf als Pferdewirtin, Schwerpunkt Reiten, aus gesundheitlichen Gründen, aufzugeben, wandte ich mich an Ralph Böttcher, in der Hoffnung, dass er mir bei dem Start in eine mir völlig fremde Berufswelt helfen würde.
Wie ich es von ihm kannte, war er sofort bereit, mich zu unterstützen, und stand mir zuverlässig zur Seite, wodurch er mir den Einstieg in die Ausbildung zur Steuerfachangestellten erheblich erleichterte.
Wenn mich heute jemand fragt, wie mir mein neuer Beruf gefällt, ist das Erste, was mir dazu einfällt, dass nichts so ist, wie es scheint. Ich dachte früher selber immer, dass es ein eintöniger und dadurch langweiliger Beruf, mit einem ziemlich kühlen und angespannten Betriebsklima ist.

Doch schnell merkte ich, dass der Beruf durch die vielen Neuerungen, die vielen verschiedenen und interessanten Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, unglaublich interessant ist und man ständig vor neue Herausforderungen gestellt wird. Diese sind grundsätzlich zu bewältigen, auch wenn man mal nicht weiterweiß, kann man sich immer auf die anderen Partner in der DanRevision verlassen, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ich arbeite im täglichen Berufsleben nicht mit Ralph zusammen, aber ich weiß, dass ich trotzdem jederzeit mit Fragen zu ihm kommen kann und ich mich 100 Prozent auf seine zuverlässige Unterstützung verlassen kann.

Auch das Betriebsklima ist alles andere als kühl. Es ist eher freundschaftlich und familiär, was sicherlich auch dadurch kommt, dass sich generell alle mit dem ‚Du‘ ansprechen, was eine unheimliche Vertrautheit und Nähe schafft.“
Rückblickend bin ich für alles dankbar, was passiert ist, und denke, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe – den Weg mit der DanRevision!
Eine Steuerfachangestellte der DanRevision

 

Der neue Blogger-Relevanz-Index 2018

 

 

 

 

 

 

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