Pflichtbewusste Deutsche – oder nur ängstlich? Die meisten arbeiten auch im Urlaub

Deutsche Mitarbeiter möchten wohlgefallen – ihren Vorgesetzten. Und auf gar keinen Fall etwas anbrennen lassen für die Company, nur weil man selbst gerade mal Urlaub hat, sich erholen und seine Gesundheit wiederherstellen will. Auf keinen Fall will man irgendwie negativ auffallen, um bei der nächstens Restrukturierungsrunde auf der Streichliste der entbehrlichen Mitarbeiter ganz oben zu landen. So weit, so traurig.

 

 

(Foto. C.Tödtmann)

Was früher Meldungen von Loch Ness im Juli/August waren, sind heute die Wasserstandsmeldungen von den verschiedensten Umfrage-Absendern über das Arbeiten im Urlaub: Wie viel normale Angestellte denn so raffeln in den Ferientagen – mit der Familie dauernd im Nacken einerseits – und im Ausland unter suboptimalen technischen Bedingungen andererseits.

Kurz: Dieses Mal ist es SAP Concur – ein „Anbieter von integrierten Lösungen für Reisemanagement und Reisekostenabrechnung“, der sich zu Worte meldet mit diesem Ergebnisseiner Befragung von 1053 Berufstätigen: Die meisten Deutschen arbeiten auch in ihren Ferien:

Rund 60 Prozent haben schon im Urlaub gearbeitet: 50 Prozent beantworten E-Mails, 21 Prozent bearbeiten administrative Aufgaben und 17 Prozent nehmen an Telefonkonferenzen teil

Knapp zwei Drittel der Arbeitnehmer sind im Urlaub für ihr Unternehmen erreichbar

• Mehr als 40 Prozent der Befragten haben wegen zu viel Arbeit oder geschäftlichen Terminen schon ihren Urlaub verschoben oder abgesagt

Im Detail: 40 Prozent haben der Company zuliebe schon ihren Urlaub abgesagt, knapp 27 Prozent mussten ihn unterbrechen. Für Bewerbungsgespräche haben schon 19 Prozent ihre Ferien unterbrochen, bei den unter 29-Jähringen 38 Prozent.

Und SAP Concur fragt mit dem Marktforscher Innofact: Können Arbeitnehmer Freizeit und Berufliches noch voneinander trennen? Denn Laptops und Ipads würden einen ja geradezu verleiten.

Noch selbstverständlicher ist es für diejenigen Befragten, die geschäftlich viel reisen, sich im Urlaub vom Brötchengeber stören zu lassen. Von denen haben schon 56 Prozent ihren Urlaub abgesagt oder verschoben, unterbrochen haben ihn schon 38 Prozent der Befragtengruppe, von denen Innofakt meint, es handele sich um die besser bezahlten Führungskräfte. Von denen sind dann auch 81 Prozent im Urlaub erreichbar.

 

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