Den Fragebogen „Nahaufnahme“ hat Dropbox-Chef Oliver Blüher beantwortet:

Oliver Blüher von Dropbox
Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut?
Weltweit gibt es mehr als 500 Millionen registrierte Dropbox-Nutzer: Wir möchten ihnen mit einer unkomplizierten und extrem leistungsstarken Technologieplattform im Internet die Zusammenarbeit erleichtern, denn sie können mit Dropbox nicht nur Dokumente speichern, sondern Ideen entwickeln, Dokumente gemeinsam bearbeiten, Dinge kommentieren und mit Kollegen teilen.
Womit beginnt Ihr Arbeitstag und wann?
Um 7.45 Uhr, wenn ich meinen Sohn auf der Fahrt zum Büro an der Schule absetze – leider viel zu selten. Denn recht viele Arbeitstage fangen viel früher an, wenn ich mich zwischen 5.30 Uhr und sechs Uhr auf den Weg zum Flughafen mache. Das ist zugegeben ein zäher Start in den Tag – dafür lerne ich aber viele spannende Menschen und Unternehmen kennen.
Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?
Ich werde von meinem Team nie etwas verlangen, was ich nicht selbst bereit wäre zu tun. Meine persönliche Schmerzgrenze ist dabei allerdings recht hoch. Letzte Woche zum Beispiel bin ich um 23 Uhr hier in Hamburg gelandet, um am nächsten Morgen um 6:30 Uhr wieder abzufliegen und an einem Tag drei Kunden zu besuchen.
… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?
Generell denke ich, dass man mit mir die meiste Zeit ganz gut arbeiten kann. Ich möchte, dass sie wissen, dass ich ihnen vertraue.
Tee oder Kaffee?
Kaffee – viel zu viel und viel zu häufig.
Ihr Spitzname ist…?
Lange Jahre war das ‘Olli’ oder ‘Oli’ – in den letzten Jahren zunehmend ‘PapaPapaPapa’. Das sind dann meine beiden Kinder, die zur Tür stürmen, wenn ich abends oder nach einer Geschäftsreise nach Hause komme.
Verraten Sie eine Marotte?
Blaue Pullover… unendlich viele in meinem Kleiderschrank – V-Neck, Rundhals, mit Knöpfen, in Wolle, Baumwolle, gestrickt, gehäkelt, in dunkelblau oder dunkel-dunkelblau, oder zur Abwechslung gerne auch mal in ‘Navy’. Im Ernst – ich finde immer wieder schicke Pullover, aber mir fehlt dann der Mut zur Farbe, so dass doch wieder das blaue Modell seinen Weg in meinen Kleiderschrank findet.
Was bringt Sie in Harnisch?
Ich bin ein schlechter Verlierer… und ein noch schlechterer Verlierer, wenn man nicht wirklich alles probiert hat, um zu gewinnen.
…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?
ich bin ein sehr rationaler Mensch, ich versuche zu verstehen, zu analysieren. Dieses Rationalisieren hat Konfliktpotenzial mit Bauch-/Gefühlsmenschen. Darüber hinaus warte ich auf den Tag, an dem mein iPhone zu Hause einen ‘Unfall’ hat, weil ich es auch abends noch viel zu häufig in den Händen beziehungsweise am Ohr habe.
Was möchten Sie gerne im Ruhestand machen?
Ich angele unheimlich gerne. Das ist mein Ausgleich zum stressigen Alltag. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dann hoffentlich meinen Enkeln das Angeln beizubringen, so wie ich es von meinem Großvater gelernt habe.
Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Ecken und Kanten – ich bin mit glatt geschliffenen Muster-Lebensläufen nicht zu beeindrucken. Stattdessen mag ich Menschen, die ein Profil haben, die für etwas stehen, die Position beziehen können, die eine Meinung haben und diese auch aussprechen. Menschen, die außergewöhnliche Dinge tun, aber nicht für ihren Lebenslauf, sondern weil es ihnen etwas bedeutet.
Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?
Der Job von Angela Merkel. Da mal einen Tag nicht nur Mäuschen spielen, sondern mitten drin statt nur dabei – ein Traum.

Diese echte Hamburger Kapitänsmütze hat Oliver Blüher von seinen Kollegen zum Geburtstag bekommen: „Sie wissen, dass ich durch das Angeln sehr viel Zeit auf dem Wasser verbringe. Seitdem hängt sie über der Tischlampe auf meinem Schreibtisch.“
