Schlaf: Jeder dritte Manager braucht Schlafmittel, noch mehr brauchen pflanzliche Beruhigungsmittel, zeigt eine Umfrage der Max-Grundig-Klinik

 

Jeder dritte Manager nimmt Schlafmittel, um überhaupt schlafen zu können (33 Prozent). Noch mehr Führungskräfte verwenden in erheblichem Umfang pflanzliche Beruhigungsmittel (37 Prozent), belegt eine repräsentative Umfrage der Max-Grundig-Klinik in Bühl bei Baden-Baden. Durchgeführt hat die Umfrage die R und K Marktforschung unter 1.000 Führungskräften in Unternehmen aller Größenordnungen, aller Branchen und Regionen.

Weitere 28 Prozent der Führungskräfte setzen auf Entspannungshilfen als Einschlafmittel wie Meditation, Selbsthypnose oder autogenes Training. „Gerade medidative Methoden sind derzeit in Mode“, beobachtet Henning Hager, Leitender Arzt der Psychosomatischen Medizin der Max-Grundig-Klinik.

 

Viele Manager kommen nicht zurecht: Zuviel Stress, zu wenig Schlaf

Das Fazit der Umfrage: „Schlechte Schlafqualität ist ein großes Problem bei Managern“, so Hager. Und weiter: „Wenn mehr als jeder dritte Manager regelmäßig pflanzliche Beruhigungsmittel nimmt, ist das ein deutlicher Hinweis, dass viele von ihnen nicht zurecht kommen mit Stress und zu wenig Schlaf.“

 

Henning Hager, Max-Grundig-Klinik

Henning Hager, Max-Grundig-Klinik

 

Laut Hager setzen sich heute viele Führungkräfte sehr bewusst mit dem Thema Schlaf auseinander – vermutlich aus gutem Grund. Zumindest sind – so die Umfrage – von den insgesamt 37 Prozent der Manager, denen pflanzliche Beruhigungsmittel genügen, fünf Prozent ständige Nutzer, elf Prozent häufige Nutzer und 21 Prozent gelegentliche.

 

Autogenes Training, Meditation und Selbsthypnose

Bei den Managern, die Entspannungsmethoden zum Einschlafen anwenden, sind autogenes Training, Meditationsübungen und Selbsthypnose die Mittel der Wahl. In Mode sind gerade meditative Methoden, beobachtet Hager.

 

Noctamid & Co. sind laut Managerauskunft die Ausnahme

Eine Minderheit, vier Prozent der Manager, greifen zu chemischen Medikamenten wie Noctamid, Ximovan oder Zolpidem oder sedierenden Antidepressiva wie Mirtazapin, Doxepin oder Amitryptilin. Ein Prozent der Manager nimmt solche Mittel immer, zwei Prozent gelegentlich. Auch Melatonin, das sonst für Langstreckenfliegern gegen den Jet-Lag verordnet wird, nehmen zwei Prozent der Manager.

Zwar will niemand gerne gefragt werden, was er denn so nimmt, aber 87 Prozent der Manager kennen sich aus bei Baldrian, Hopfen 87 Prozent, Lavendel 51 Prozent, Johanniskraut 47 Prozent, Passionsblume 31 Prozent, Cannabis 28 Prozent und Saathafer elf Prozent, so die Umfrage.

 

Was hilft: Kein Alkohol, kein Smartphone, keine Krimis und kein Zoff

Der Rat von Medizier Hager lautet: „Führungskräfte, die sich ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen-Gehen richtig verhalten, können auch ohne Schlafmittel viel tun für ihre Schlaqualität.“ Das bedeutet: Kein Smartphone oder Laptop nutzen, kein Hochleistungssport, keine Konfliktgespräche und kein Stress, kein Alkohol, keine Krimis und keine starke geistige Beanspruchung.

Vor allem aber: Je mehr Schlaf noch vor Mitternacht stattfindet, umso besser. Lebensmittel hingegen, die Insulin ausschütten, sollten tabu sein: Also kein Brot, keine Pasta, weder Reis noch Kartoffeln.

 

 

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