Wie sag´ ich´s dem Bewerber? Ganz, ganz vorsichtig. Ein leuchtendes Beispiel

Eine Stellenabsage zu bekommen ist das eine. Nicht schön, aber passiert. Spricht das absagende Unternehmen den männlichen Bewerber als Frau an – so wie im Fall einer Ablehnung von Peek & Cloppenburg von einem Philipp – werden die Kandidaten gallig.

Kommen die Absagen dann – aus Angst vor Klägern, die sich womöglich das Antidiskriminierungsgesetz zunutze machen wollen – besonders schnöde und knapp daher – also gleichgültig -, werden Bewerber so richtig wütend.

 

Ich raube Dir Zeit und Geld – zum Dank gibts eine kalte Abfuhre

Denn was die Urheber der Absagebriefe übersehen: Unternehmen verlangen den Kandidaten erst irrwitzige Mühen mit perfekten – austauschbaren – Bewerbungsschreiben ab. Dann quälen sie sie mit stundenlangen Online-Tests, die ganz offensichtlich eher etwas für Professoren als für Schulabgänger sind, oder zeitraubenden Vorstellungesprächen und danken für den Riesenaufwand, das vergebliche Hoffen und Bangen, mit drei schnöden, kalten Formsätzen.

Immerhin will es ja jede Firma es vorher ganz genau wissen, warum gerade sie das Traumziel eines jeden Bewerbers ist. Der wiederum muss sich angesichts der riesigen Bewerberflut ja ganz klar für mindestens 50 Firmen jeweils solche wohlklingenden anheischenden Sätze einfallen lassen.

 

Wenn Individuen sich publikumsswirksam Luft machen

Hin wie her: erst den Leuten viel Mühe und Kosten abverlangen und sie dann eiskalt abrutschen lassen, geht eben doch irgendwann aufs Firmen-Image. Schlechte Erfahrungen beim Bewerben sprechen sich herum, werden Party-Thema. Online-Foren und ähnliche Plattformen biten sich auch an fürs Herumerzählen oder gegenseitig abraten. Siehe oben die Frau Philipp. Die Betroffenen boykottieren die Produkte dieser Unternehmen – und deren Familienangehörige gleich mit.

Vor allem: ein zweites Mal wird sich der Kandidat nicht mehr dort bewerben und – sollte er es weit bringen – sich auch nicht von Headhuntern Jahre später dorthin lotsen lassen.

Worüber sich das Beratungsunternehmen Kienbaum Communications und die Online-Stellenbörse einig sind:  „100 Millionen Absageschreiben werden jährlich versandt, die – wenn sie schlecht gemacht sind – den Unternehmenswert belasten.“

Deshalb vergeben sie zusammen einen Award für das „Beste
Absageschreiben 2014” für besonders wertschätzende Bewerberkorrespondenz. Und zwar an Firmen, denen ihre Aussendarstellung und Kommunikation so wichtig ist, dass sie sie weder dem Zufall und der Laune einzelner Mitarbeiter überlassen, noch ausschließlich an der Vermeidung juristischer Risiken orientieren.

Wichtig ist, dass „der Bewerber das Unternehmen in guter Erinnerung behält“, was eben doch eine große Herausforderung sei, finden Kienbaum und Jobware.

In ihrem Buch „Die besten Absageschreiben an Bewerber“ liefern die Experten Ablehnungsschreiben an verschiedene Bewerbergruppen.

 

Exklusiv im Management-Blog steht hier der Muster-Absagebrief, der den ersten Preis im Wettbewerb um die besten Absagebriefe bekam – zur Orientierung, als Vorbild und Inspiration:

 

muster absage

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„Die besten Absageschreiben an Bewerber“, 34,90 Euro, ISBN 9783 7386 01787: http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss/279-4989570-8896442?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=Kienbaum+Jobware

 

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