Jürgen Wessing zum Hoeness-Urteil: Es kann noch dicker kommen (Gastbeitrag)

Jürgen Wessing, Professor für Strafrecht und Wirtschaftsstrafverteidiger, fragt sich, ob Uli Hoeness jetzt noch zur Fußballweltmeisterschaft nach Brasilien reisen darf (Gastbeitrag)

 

Jürgen Wessing, Wirtschaftsstrafverteidiger und Professor in Düsseldorf

Jürgen Wessing, Wirtschaftsstrafverteidiger und Professor in Düsseldorf

´Keiner ist für Löwen viel´ und drei Jahre und sechs Monate Gefängnisstrafe für 28,5 Millionen Euro hinterzogene Steuern ist wenig. Schon gar in München. Die Strategie der Verteidigung, möglichst stromlinienförmig nach vorne zu gehen und das Verfahren im Schnelldurchgang zu absolvieren, ist voll aufgegangen.

Die Chancen, dass die Selbstanzeige von Uli Hoeneß als korrekt und vollständig vom Gericht akzeptiert werden würde, waren gering. Und bei dieser Summe ist das strafrechtliche Ergebnis das bestmögliche.

 

Kann Hoeneß nun zur Fußballweltmeisterschaft?

Dass die Verteidigung daraufhin sofort Revision angekündigt hat, war klar. Mitte des Jahres ist die Fußballweltmeisterschaft, bis zu diesem Zeitpunkt wird der Bundesgerichtshof nicht entschieden haben. Ob man Hoeness allerdings nach Brasilien reisen lässt, ist noch eine andere Frage.

 

Auch ist die Frage noch nicht geklärt, ob die Staatsanwaltschaft nicht ihrerseits in Revision gehen wird. Immerhin liegt das Ergebnis ja deutlich unter deren Antrag von fünf Jahren und sechs Monaten.

 

In der nächsten Instanz kann es noch dicker kommen

Das würde das Ergebnis wieder öffnen, insbesondere wenn der Bundesgerichtshof seine harte Linie auch an Uli Hoeneß erproben will und für eine neue Hauptverhandlung ein höheres Strafmaß einfordert.

Bevor nicht beide Seiten dieses Urteil akzeptieren, ist diese Geschichte noch nicht zu Ende.

 

 

Ob Hoeness vielleicht nur nachts ins Gefängnis muss, darüber macht sich schon „Die Welt“ Gedanken: http://www.welt.de/politik/deutschland/article125769983/Hoeness-moeglicherweise-nur-nachts-ins-Gefaengnis.html

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