Ein Teller Lachsfilet mit Christine Margreiter: „Ich weiß es sogar genau“

Christine Margreiter redet nicht lange um den heißen Brei herum. Ob sie schätzen könne, wie viel mehr Frauen als Männer in ihren 19 Waxing-Studios Haare entfernen lassen?, frage ich. Und zurück kommt wie aus der Pistole geschossen eine Antwort, die mich verblüfft, weil Margreiter so sattelfest ist: „Ich weiß es sogar genau.“ Sie, die Mitgründerin von Wax in the City, liefert prompt die Antwort: 15 Prozent sind Männer, 85 Prozent Frauen – im Schnitt. In Stuttgart ist die Hochburg der männlichen Kunden – da sind es 19 Prozent – gefolgt von Köln mit 18 Prozent.

 

Margreiter Waxing

Christine Margreiter von  Wax in the City

Die selbstbewusste Unternehmerin aus Berlin hat sich im Casa Luigi in Düsseldorf Lachsfilet mit Spinat bestellt (das Foto ist allerdings aus Berlin, als Margreiter dort im Restaunrant Dudu Lachs mit Wildkräutern aß). Es schmeckt ihr gut – aber es gibt eigentlich kaum Gelegenheit, um übers Essen zu sprechen. So viel anderes gibt es zu erzählen.
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Wie für sie alles anfing zum Beispiel, als Tirolerin aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Kufstein namens Kundel, die inzwischen in Berlin lebte. Vor acht Jahren war die Mit-Gründerin der Enthaarungs-Studio-Kette Wax in the City zusammen mit Sibylle Stolberg – damals Unternehmensberaterin und studierte Mikrobiologin – angetreten, um eine Kette von Instituten quer durch Deutschland und vielleicht auch mehr aufzubauen. In den Instituten werden Achselhaare, Augenbrauen, Brust- oder Schamhaare mit Bienenwachs entfernen werden. Ohne Termine, „nicht in der Luxusschiene“, aber propper. Mit Personal in einer Art Uniform, ähnlich wie ein Kimono. Und wo es nichts anderes gibt als diese leicht schmerzhafte Prozedur mit Wachsstreifen.
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Waxing? Null Treffer bei Google
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Entstanden war die Idee dazu beim Austern-Essen in Berlin, die beiden Damen hatten sich dazu vor neun Jahren für einen Samstagsmittag verabredet – und kamen ausgerechnet auf Haarentfernung zu sprechen, Brasilian Waxing. Dass es solche Shops in Brasilien quasi an jeder Ecke gebe, wunderte sie, aber eben keine hierzulande. Warum, konnten sie sich nicht erklären. Ihr Check bei Google.de ergab Null Treffer für Deutschland – und die Idee war geboren: Die beiden waren sich schnell einig, dass sie diese Nische besetzen und eine Marke aufbauen wollten. Eine Filialkette mit festgelegten Standards. Nur Waxing und mit Studiogrössen von 130 bis 200 Quadratmetern.
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Brasilien-Reise als Gründungsvorbereitung
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Was ihnen auch gelang – Stolberg war in dem Moment hochschwanger, musste nur noch rasch ihr erstes Kind zu Welt bringen. Margreiter gab ihre Mitarbeit als Marketingexpertin bei einem Architekten auf – und dann ging´s los. Sechs Monate lang recherchierten sie und reiste sie bis nach Brasilien, um sich schlau zu machen über die diversen Methoden der Haarentfernung.
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„Ich war immer schon rebellisch“
Dass sie die ersten hierzulande waren, schüchterte sie keineswegs ein. Margreiter über Margreiter: „Ich war immer schon rebellisch.“ Angestellt sein will sie im ganzen Leben nicht. Schließlich habe sie schon mit

19 Jahren in Innsbruck ein Kulturzentrum eröffnet und Veranstaltungen mit 10.000 Besuchern in einer alten Fabrik organisiert. Gleich nach

der Matura, dem österreichischen Abitur, als sie eine kaufmännische Ausbildung absolvierte.

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„Schmuddelkind auf die Bühne“
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Der erste Waxing-Laden entstand also in Berlin-Mitte, und danach eröffnete das  Duo einen Laden nach dem anderen.“Wir haben das Schmuddelkind auf die Bühne gebracht“, sagt die Österreicherin heute zufrieden.
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Auch wenn die Bank sich quer stellte….
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Dabei warf ihnen ausgerechnet die eigenen Hausbank anfangs Steine in den Weg und wollte keinen Kredit geben. Also pumpten sie Familie und Freunde an und machten auch so ihren Weg. Im vergangenes Jahr brachten es die beiden auf 8,5 Millionen Euro Umsatz mit 190  Mitarbeitern. An sechs Tagen die Woche und jeden Abend bis 20 Uhr.
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Sicher, in den vergangenen Jahren schossen diese Waxing-Insitute wie Pilze aus dem Boden, fast in jeder Kleinstadt gibt´s mittlerweile einen. Doch nicht mit den Standards wie bei Wax in the City. Die beiden Ladys interessieren sich nur für Standorte mit mehr als 200 000 Einwohnern. Jeden zweiten Laden betreibt eine Franchisenehmer und die reden auch mit.
Und dann kommt ein Satz, der mich fast umhaut: „Ich habe noch nie selbst ein Waxing durchgeführt“, sagt Margreiter. Ihr Ziel sei es schließlich nicht gewesen, selbst Waxing für Kunden vorzunehmen, sagt sie. Sie ist lieber zuständig für Marketing, Finanzen und die Expansion. Anders als ihre Mitgründerin Stolberg. Die beherrscht diese Waxing-Technik mit dem warmen Wachs und gibt auch Schulungen. Stolberg hat inzwischen übrigens ihr zweites Kind bekommen.
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Mystery-Waxing machen die Gründerinnen persönlich
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Und was sich beide Ladys nicht nehmen lassen: Sie machen Mystery-Waxing. Dann gehen sie – getarnt als Kundinnen – in die eigenen Läden, um Pannen und Fehler der Mitarbeiter und Franchisenehmer zu entdecken.

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