Kienbaum-Exklusiv-Studie: 6,8 Prozent Plus für die Vorstände der größten Unternehmen

 

Um 6,8 Prozent stiegen Im Geschäftsjahr 2011 die Bezüge der Vorstände der 1401 größten Aktiengesellschaften hierzulande. Im Vorjahr war der Zuwachs mit elf Prozent noch deutlich höher. Insgesamt erhöhten 62 Prozent der Unternehmen dabei die Vorstandsbezüge, wogegen sie bei 38 Prozent der Unternehmen sanken. Herausgefunden hat dies Kienbaum Management Consultants in einer Untersuchung der 4494 Chefs größten Aktiengesellschaften sowie GmbHs mit über 250 Millionen Euro Umsatz beziehungsweise über 1000 Mitarbeitern, die der „WirtschaftsWoche“ exklusiv vorliegt.

 

Gehaltskriterium: Firmengröße

Entscheidendes Kriterium für die Höhe der jeweiligen Vorstandsbezüge ist die Unternehmensgröße. Je größer das Unternehmen und je höher die Vorstandsbezüge, umso geringer fällt der Festanteil der Bezüge aus. Bei Unternehmen mit über 50 000 Beschäftigten beträgt das Fixum 34 Prozent vom gesamtgehalt. Bei Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern macht das Fixum dagegen 78 Prozent aus, hat Kienbaum herausgefunden.

Gleichzeitig steigt die Tantieme bei großen Unternehmen deutlich stärker als bei kleineren: So liegt das Fixum von Unternehmen mit mehr als 50 000 Beschäftigten 3,5 mal so hoch wie das Fixum in Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern. Die Tantieme ist dagegen 9,5 mal so hoch.

 

Tansparenz Fehlanzeige

Die Vergütung mit mehrjährigen Bemessungsgrundlagen betrug bei den Unternehmen, die sie als Vergütungselement vorsehen, 23 Prozent der Gesamtdirektbezahlung und liegt um vier Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Das erscheint gemessen an den Vorgaben des Gesetzgebers zwar gering. Doch lässt sich zum Beispiel oft nicht eindeutig ermitteln, ob nicht-aktienbasierte erfolgsabhängige Vergütungen eine jährliche oder mehrjährige Bemessungsgrundlage haben. Ausserdem weisen viele Unternehmen ihre mittel- oder langfristigen Boni erst zum Zeitpunkt der Auszahlung aus – so dass sie im Geschäftsbericht 2011 nicht ablesbar sind.

 

Abstimmung der Aktionäre über Vorstandsgehalt

Über den Tagesordnungspunkt „Say-on-pay-Abstimmung“ sollen die Aktionäre seit 2009 die Vergütung der Vorstände vor dem Hintergrund ihrer Leistung diskutieren und die Bezüge billigen – um zum Beispiel die Relation von fixer zu variabler Vergütung durch Abstimmung zu billigen. In allen Dax- und in 78 Prozent der MDAX-Unternehmen stand 2011 dieser Punkt denn auch auf der Tagesordnung – mit erstaunlich hohen Zustimmungsraten: 91 Prozent stimmten bei den DAX-Unternehmen, 84 Prozent bei denen im MDAX zu. Ausreißer war einzig die SAP: Da betrug die Zustimmungsrate zum Vergütungssystem nur 66 Prozent, weil sich die variable Vergütung des Vorstandsvorsitzenden im Vorjahresvergleich wegen des erfolgreichen Geschäftsjahrs verdoppelt hatte. Gebilligt wurde es aber dennoch.

http://www.wiwo.de/erfolg/management/gehalt-deutsche-kritisieren-hohe-manager-verguetung/7156018.html

„Wirtschaftswoche“: „Das Ende der Gehaltsexzesse naht“:  http://www.wiwo.de/politik/deutschland/managergehaelter-das-ende-der-gehaltsexzesse-naht/7822938.html

 

 

 

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