Die unauffälligen Arbeiter sind die eigentlichen Helden

Der Hamburger PR-Agenturchef Mirko Kaminski von Achtung!  mit rund 100 Mitarbeitern hat „Spiegel.de“ aus seinen Ferien an den Ostsee ein selbstkritisches Interview http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,778028,00.html gegeben – mit diesen Einsichten, von denen ich den Verdacht habe, dass sie nicht nur für deutsche Werbe- und PR-Agenturen gilt:

1. Überbelastung der eigenen Mitarbeiter gehört zum Konzept. Der Druck im Arbeitsalltag ist enorm gewachsen. Langlebige Geschäftsbeziehungen sind kurzatmigen Projektarbeiten gewichen.

2. Die Gewinnmargen wurden in den vergangenen Jahren durch Überstunden der Angestellten generiert – galt als sexy (bei wem, bitte?) und war selbstverständlich.

3. Gute junge Leute wollen sich so einen Druck heute nicht mehr antun – bald werden den Agenturen die guten jungen Talente ausgehen.

4. Aufgaben werden immer an die selben, besonders verlässlichen Mitarbeiter delegiert – und die neigen dann irgendwann zum Burnout, weil sie alles immer zu 100 Prozent erledigen wollen und ständig unter Druck stehen.

5. Es darf nicht danach gehen, welche Mitarbeiter besonders präsent sind. Wer unauffällig seinen Job macht und das auch noch in der regulären Arbeitszeit schafft, ist der eigentliche Held in der Company.

6. Für die Aufgaben gibt es weniger Zeit als früher, das geht zu Lasten der Mitarbeiter. Auch der gefühlte Leistungsdruck wird bei den Mitarbitern immer größer.

7. Kaminski achtet darauf, selbst zum Abendessen mit seinen Kindern zu Hause zu sein – und sagt, er fordert von seinen Mitarbeitern, dass sie auch sich achtgeben.

8. Hat Kaminski eine Lösung? Eine anonyme Hotline für Mitarbeiter, damit ein Coach Rat geben kann, wie mit Stress- oder Drucksituationen umgegangen werden kann. Auch die Mitarbeiter loben und würdigen, die jeden Tag gute Leistungen erbringen – statt nur diejenigen, denen besondere Leistungen gelingen.

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