Wie man einen Betrieb so richtig aufmischt – am Beispiel „Spiegel TV“

Ausgerechnet bei „Spiegel TV“ – der Tochter des „Spiegel“ hat eine anonyme Mail den Betriebsfrieden erschüttert, berichtet der Branchendienst „Meedia“. Abspielen könnte es sich so oder so ähnlich aber auch in vielen anderen Unternehmen. http://m.meedia.de/op/meedia/de/ct/-510ee4e0c8cf0116fcd8ebcbfa7e2415/0/ .

Was ist passiert? Vor einigen Tagen bekamen die Spiegel TV-Mitarbeiter eine Mail – mit anonymem Absender – konkret von freenet „2011leaks“- , aber umso brisanterem Text: Darin stand, wer von den 17 Führungskräften wieviel verdient. Es wurden Gehälter zwischen 160 000 und 350 000 Euro enttarnt. Und behauptet, dass weiterer Personalabbau bevorstehe.

So eine Nachricht muss nicht alle aufmischen, kann aber. Je intransparenter eine Organisation ist, umso mehr überraschen solche Offenbarungen und sorgen umso mehr für Wirbel. Und letzteres passiert besonders, wenn in einem Betrieb gleichzeitig Leute abgebaut werden: sprich Menschen entlassen oder zu Vertragsaufhebungen gedrängt werden. Laut „Meedia“ war ein erster Mitabeiter nach offenbar gewonnenem Kündigungsschutzprozess schon wieder zurück an seinem Arbeitsplatz – nach Kündigung, Freistellung und Hausverbot.

Die Chefs konterten die anonyme Mail mit einer Strafanzeige wegen „Verrats von Geschäfts- und Dienstgeheimnissen“. So als würde das noch irgendetwas rückgängig machen können.

Parallelfall: Liste mit missliebigen Mitarbeitern auf dem Kopierer „vergessen“

Fällt Ihnen noch eine Transparent-Machung irgendwelcher Zahler und Fakten ein, die dieselbe Wirkung gehabt hätte?

Spontan fallen mir zwei ähnliche Aktionen oder Pannen ein, die typischerweise einen ähnlichen Sturm im Wasserglas verursachen: Im einen Fall hatte jemand aus der Personalabteilung – absichtlich oder nicht – im Kopierer eine Seite mit einer Liste von missliebigen Namen „vergessen“, die die Unternehmensleitung gerne entfernen wollte. Durch Kündigung oder Drängen zu einer Vertragsaufhebung gegen Abfindung. Das Abarbeiten der Liste war damit hinfällig.

Im anderen Fall hatten zwei Manager versucht, eine Mitarbeiterin wegzumobben – waren aber dabei an eine Grenze gestossen. Der entsprechende Mailverkehr zwischen zwei Herren enthielt  deshalb die Bemerkung “ Mist, jetzt werden wir die Alte wieder nicht los“ – und hatten damit endgültig verloren, als die Mail im Eifer des Gefechts irgendwann nach zehnmaligem Hin- und Herschicken auch an die Betroffene ging – die sehr interessiert bis zum Ende las. Kurz: Betriebsrat wie Betroffene hatten damit den Joker in die Hand bekommen.  Die Belegschaft feixte.

Merke: Wer für Transparenz im Unternehmen sorgt, erspart sich manchen Stress – und Verluste dadurch allemal. Wer dann noch versucht, strikt auf Fairness zu achten, hat mit einfachen Grundprinzipien – auch wenn sie bisweilen anstrengend sind –  schon viel erreicht.

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