Anlageberater sollten sich ihr Lehrgeld wiedergeben lassen

Niederschmetternder geht es kaum. Berater, die bescheinigt bekommen, dass die Beratenen ohne ihren Rat besser dran sind. Und das auch noch von Wissenschaftlern. Die Forscher des House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt haben zusammen mit der Universität Neapel untersucht, welche Wert die guten Ratschläge von Anlageberatern haben. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Sie können es ebensogut lassen. Depots von Menschen, die Beratung ihrer Bank in Anspruch nahmen, entwickeln sich nicht besser als diejenigen von Menschen, die sich nicht beraten ließen. http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1360440

Warum? Weil die Berater die systematischen Anlagefehler ihrer Kunden nicht ausreichend korrigierten und oft auch noch höhere Kosten produzieren, sagt Andreas Hackethal, Professor für Finanzen vom House of Finance an der Uni Frankfurt. Und zwar: Wer beraten wurde, schichtete sein Depot deutlich häufiger um als Nicht-Beratene – und produziert damit erhebliche Verwaltungskosten.

Wer sich an die Tipps seiner Anlageberater hält, beschert seiner Filiale 20 Prozent mehr höheren Einnahmen, zeigt ein anderes Forschungspapier aus dem House of Finance.

Und wer nimmt Anlageberatung hauptsächlich in Anspruch? Überwiegend Ältere, Wohlhabendere und erfahrenere Investoren.

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