CNN-Moderator Quest: Bei der Königshochzeit ist manches wie bei anderen auch

Richard Quest: „Die Hochzeit von William und Kate ist wie die Ihre… wirklich!“ Denken Sie einmal genau darüber nach und bringen Sie ein wenig Sympathie für das ganze Unterfangen auf. Im Wesentlichen ist die Hochzeit von William und Kate ganz genau so wie all die anderen Hochzeiten, die wir geliebt und gehasst haben – mit all den damit verbundenen Problemen:

Das Erste: Lädt man den ungeliebten Teil der Familie ein?
Die liebe geschiedene Tante Sarah, Herzogin von York, hat für einige Kopfschmerzen gesorgt. Sich dabei filmen zu lassen, wie man Bestechungsgelder als Gegenleistung für den Zugang zum Königshaus annimmt, könnte dazu führen, nicht eingeladen zu werden. Kates Onkel Gary, der beim Kokainhandel gefilmt wurde, hatte da mehr Glück. Mich dünkt, da hatten die Middletons ihre Finger im Spiel.

Das Zweite: Wir müssen diesen netten Herrn Präsidenten Obama doch nicht einladen – der kommt ohnehin im nächsten Monat auf Staatsbesuch und da sehen wir ihn ja sowieso. Was unsere Schätzchen Nico und Carla aus Paris angeht, ginge das schon… aber wenn wir die einladen, dann müssen wir auch diesen fürchterlichen Berlusconi einladen – und wer kann schon sagen, wen der dann im Schlepptau hat?richard-quest-300x1941

Wie viele Leute laden wir denn eigentlich ein? Ihre heimische Pfarrkirche bietet 200 Menschen Platz.
Westminster Abbey wartet hingegen mit 2.000 auf. Und trotzdem ist das noch nicht genug für all die nervtötenden Ehefrauen irgendwelcher Botschafter. Es mag ja sein, dass diese Damen alle schon riesige Hüte gekauft haben, aber trotzdem haben wir keinen Platz. Tut uns Leid, aber die kommen nicht.

Dann ist da auch noch das grauenhafte Problem der Sitzordnung. „Den können wir nicht neben die setzen!“ – in diesem Fall: die Queen und Earl Spencer. Ihre Majestät hat wohl die Grabrede bei Dianas Beerdigung, gehalten in genau dieser Westminster Abbey, kaum vergessen: Damals brüskierte er die königliche Familie, als er sagte, dass Diana „keinen Titel brauchte“ um ihre Magie zu entfalten. Hoffnungslos. Setzen Sie die Spencers auf die Kirchenseite der Braut… die werden da schon zurechtkommen.

Für die Zeit nach der Zeremonie gibt es dann noch einige gewöhnliche Probleme: bei Ihrer Hochzeit gab es Essen, dann hinterher eine ordentliche Party und Sie haben sich den Kopf darüber zerbrochen, wer zu was eingeladen wird. Die Royals haben 1.900 Gäste in die Abbey geladen. Kann man jemanden nur zur Zeremonie einladen und ihm dann die Häppchen verwehren? Ist das in Ordnung? Und im Übrigen ist es ein Albtraum, die Gästeliste auf 600 für das Mittagessen und dann auf 300 für die Abendliche Dinner-Party zusammen zu streichen.

Auf einmal ist es völlig egal, ob es sich um eine einfache Hochzeit, eine Verlobung, eine Bar Mizwa oder einen achtzigsten Geburtstag handelt… letztlich laufen diese Festivitäten alle auf das Gleiche hinaus. Wochen voller Angst und Streitereien, Stunden der Anspannung und – hoffentlich – ein paar Stunden, in denen alles gut läuft.

Ich bin mir sicher: just in diesem Moment brütet die Queen noch immer über der Sitzordnung für das Mittagessen.

Richard Quest wird für CNN am Freitag die Ûbertragung der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton ab 10 Uhr kommentieren. Unter www.cnn.com/royalweddinglive können User zwischen vier Livestreams wechseln, die verschiedene Blickwinkel auf die einzelnen Stationen des Events zeigen.


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