Die nächste Ministerin will die Frauenquote per Gesetz durchsetzen: Familienministerin Schröder

Nachdem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen vorgesprescht war, schliesst Kristina Schröder jetzt auf und gibt ihr Schützenhilfe. Ihr Ministerium soll schon einen Schritt weiter sein und die nötigen gesetzlichen Schritte prüfen, vermeldet heute die „Welt“. Das Ziel: Gleichberechtigung der Frauen in Sachen Führungspositionen in Wirtschaft und öffentlichem Dienst.

Nötig ist eine – zumindest eine zeitlich begrenze – Frauenquote, weil die Unternehmen den vergangenen Jahrzehnten von alleine – also ohne Zwang – nichts Effizientes hinbekommen haben. Warum auch immer, denn Frauen mit Abitur und Studium gibts seit Jahrzehnten genug.

Dass sich die Unternehmen hierzulande auch jetzt noch mit dem Thema allenfalls feigenblattmässig befassen ist nichts neues. Frauen – kommen sie denn mal an eine Konzernspitze – bekommen allenfalls das Personalressort. Drei der vier Frauen in den Dax30-Vorständen, also 75 Prozent, haben das Personalressort. Zufall? Wohl kaum.

In den Vereinigten Staaten jedenfalls ist man in puncto Gleichberechtigung den Europäern weit voraus. Kein Wunder, gab es dort ausser den Frauen ja noch die Indianer und die Afro-Amerikaner, denen man ebenfalls zur Gleichberechtigung verhelfen musste und wollte.

Gäbe es solche Gruppen hier, wäre man mit der Gleichstellung womöglich auch weiter. Denn momentan sind gerade die Deutschen weit zurück:  Sie teilen sich in einem Ranking des DIW den letzten Platz mit Indien: Der Frauenanteil in der Vorständen betrug 2010 in indien wie in deutschland blamable zwei Prozent – gegenüber Schweden mit 17 und USA und Großbritannien mit 14 Prozent und Frankreich mit sieben Prozent. Und die Franzosen waren es, die vor einigen Tagen mit der Frauenquote per Gesetz überraschten.

Und die kündigte EU-Komissarin Viviane Reding ohnehin schon vor einigen Monaten an – sie hat die Frauenquote per Gesetz ebenso voll im Visier – und ist wild entschlossen, heisst es.

Da nützt es den Unternehmen nichts mehr, wenn sie das Thema verkehrt herum aufziehen und behaupten, es gebe keine entsprechenden Frauen. Sie sind es, die die Frauen nicht genug qualifizieren für die Führung. Denn zunächst mal gibt es genug Uni-Absolventinnen.

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Alle Kommentare [2]

  1. So oder so. Die gesetzliche Quote dürfte nicht mehr aufzuhalten sein und das ist gut so.
    Ich hoffe nur, dass dann auch die Frauen ihre Vorbehalte aufgeben, die jetzt noch sagen: „Ich will aber wegen meines Könnens befördert werden, nicht wegen einer Quote“.
    Oder: „Ogottogott, eine Quote könnte ja auch mittelmäßige Frauen in die Vorstandsetagen spülen, das wäre ja peinlich!“

    Fakt ist doch: Ohne den Druck der Quote werden Frauen erst ja nicht die Chance bekommen, ihr Können zu zeigen oder ihr Können zu entwickeln.
    Der weitere Fakt ist: Aktuell werden doch neben guten auch viele mittelmäßige und sogar grottendumme Männer in Führungspositionen gespült und leisten sich dort zuweilen grandioses Missmanagement. Doch niemand würde deshalb das System in Zweifel ziehen oder gar dem ganzen Geschlecht die Fähigkeit zur Führung absprechen.
    Nur: Die Chance, sich zu bewähren oder Fehler machen zu können, müssen Frauen erst einmal bekommen.
    Mädels, entspannt euch, ,

  2. Leider hat die Bundeskanzlerin jetzt alle zurückgepfiffen. Schade! Dabei könnte die gesetzliche Frauenquote für die deutsche Wirtschaft wirken, wie seinerzeit die Katalysator-Pflicht für die Autohersteller: Anfangs fanden sie alle ordnungspolitisch undenkbar, später realisierten sie, dass ihnen höhere bessere Umweltstandards Wettbewerbsvorteile brachten.

    Unternehmen, die noch nicht begriffen haben, dass ihnen mehr weibliche Chefs Vorteile bringen, sollten vom Gesetzgeber zu ihrem Glück gezwungen werden.
    Am Ende haben alle was davon.