Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat den Konsumenten eine echt nützlichen Dienst erwiesen: Es mag auf Anhieb gering klingen, aber das Problem zieht sich überall durch – und kaum einer getraut sich, es namhaft zu machen. Um nicht die immerdoofe, höhnische Antwort zu bekommen, man werde wohl älter und brauche eine Lesebrille. Es geht konkret um Mini-Preisschilder bei Kaiser´s Tengelmann, die so klein sind, dass sie nur mit Lupe entzifferbar sind. Und Lupen sind nicht das Standardaccessoire beim Lebensmitteleinkauf, sondern ein Möllemann-Chip für den Einkaufswagen, eine Plastiktüte oder ein Korb und das Portemonnai. Die Verbraucherzentrale jedenfalls mahnte Tengelmann erfolgreich ab. Denn nach der Preisangabenverordnung müssen Händler die Grundpreise erkennbar, deutlich lesbar und gut wahrnehmbar auszuzeichnen. Und dass einem Vollprofi wie dem Supermarktbetreiber Tengelmann so etwas erst per Abmahnung beigebracht werden muss, finde ich merkwürdig.
Ob das heißen soll, dass der Handelsriese nicht von alleine das Bestreben zur Korrektheit und vor allem Kundenorientierung hatte und gesetzestreu arbeiten möchte? Offenbar. Denn der Abmahnung dürfte ein einfaches Schreiben vorausgegangen sein.
Warum stehen auf Rechungen die Kontoverbindungen immer in extra kleiner Schrift?
Unter dem Aspekt der Kundenorientierung wundere ich mich schon lange über die – auf fast allen Rechnungen – extra-klein gedruckte Kontoverbindungen. Das wird ein Gaudi, wenn die Zahlen erst 20stellig werden, die Trefferquote immer weiter sinkt und immer mehr Überweisungen zurückkommen. Oder bei teuren Kosmetikprodukten die ellenlangen Faltzettel, die im schummerigen Badezimmerlicht der Öko-Birnen kaum entzifferbar sind – das dann aber dafür in neun Sprachen. Noch besser sind nur noch kleine Aufkleber wie bei Loreal Kerastase auf den neuen rosafarbenen Fläschchen – da kann man mit blossem Auge gar nichts mehr entziffern und darf raten, was die drei französischen Worte (die natürlich nicht so gebräuchlich sind wie Butter, Eier, Käse) unter dem Produktnamen besagen mögen: ist es der Spray für die Haare nach dem Shampoo – der wieder rausgewaschen wird – oder der, der ins feuchte Haar gesprüht wird und drin bleibt? Muss man ja wissen.
Mit der Kundenorientierung ist es in solchen Fällen nicht weit her.

DM hat für alle Kunden die Lupe direkt am Einkaufswagen. Ist das dann Kundenorientierung? Die kleinen Inhaltsangaben drucken ja die Herstellen.