Weihnachtsfeiern steuerlich

Der Steuerberater-Verband Köln teilte der Presse jüngst mit:

„Maximal zwei Betriebsfeiern werden pro Jahr vom Fiskus akzeptiert und jede Veranstaltung darf pro Teilnehmer nicht mehr als 110 Euro inklusive Umsatzsteuer kosten. Darin einberechnet werden u.a. Speisen, Getränke, die An- und Abreise, aber auch die Raummiete sowie die Kosten des äußeren Rahmens der Veranstaltung.“

Und nun wird es tückisch:

„Der Betrag ist eine sogenannte Freigrenze. Wird sie überschritten, entfällt die Begünstigung für den gesamten Betrag.“ Unternehmen sollten also zusehen, dass die Rechung pro Mann und Nase nicht versehentlich höher ausfällt als 110 Euro, weil die Kosten sonst komplett nicht mehr absetzbar sind.

Die nächste Feinheit:

„Wenn Angehörige der Mitarbeiter eingeladen sind, werden auf sie entfallende Kosten auf die Mitarbeiter umgerechnet.“ Im Klartext: Werden die Partner der Mitarbeiter eingeladen gibts statt Steaks eher mal Pizza.

Und für den Gau, dass die Restaurantrechnung nun doch 110 Euro pro Mann überschreitet, empfiehlt der Steuerberater-Verband Köln:

„Sollte der Arbeitgeber feststellen, dass für den gewünschten Rahmen der Betrag von 110 Euro pro Person nicht ausreicht, gibt es einen Ausweg. Beteiligt er die Arbeitnehmer dergestalt, dass diese die Kosten, die über 110 Euro hinausgehen, selber tragen, bleibt die Steuerfreistellung für den Arbeitgeberteil erhalten.“

Und weiter: „Voraussetzung ist, dass der Gesamtaufwand üblich und angemessen ist, wobei sich eine genaue Grenze nicht bestimmen lässt. Und besonders wichtig: Führen Sie eine Anwesenheitsliste, die anschließend zum Lohnkonto genommen werden muss.“ Für den Fall, dass die Betriebsprüfer es eines Tages genau wissen wollen.

Und am Ende kommt der ganz uneigennützige Rat:

„Es empfiehlt sich, dass der Arbeitgeber vor der Veranstaltung seinen Steuerberater kontaktiert, um im Einzelfall zu klären, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Dann kann auch der nächsten Lohnsteuerprüfung gelassen entgegen gesehen werden.“

…und Wissenswertes über den Absender:

„Kurzportrait des Steuerberater-Verbandes e.V. Köln

Der Steuerberater-Verband e.V. Köln wurde am 12. November 1947 von 102 Berufsangehörigen in Köln gegründet. Heute sind über 3.000 Angehörige der steuerberatenden und prüfenden Berufe, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, vereidigte Buchprüfer, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und entsprechende Gesellschaften, Mitglieder des Verbandes.

Der Einzugsbereich des Steuerberater-Verbandes e.V. Köln entspricht dem Bezirk des Regierungspräsidenten Köln. Der Verband gliedert sich in die folgenden zehn Bezirke: Aachen, Bonn, Düren-Jülich, Euskirchen-Schleiden, Köln, Oberberg, Rheinisch-Bergischer-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Selfkant und Siegburg. Er ist neben weiteren 14 Landes- bzw. Regionalverbänden Mitglied im Deutschen Steuerberaterverband e.V., der in Berlin ansässigen  Spitzenorganisation des steuerberatenden Berufs auf privatrechtlicher Ebene.

Der Verband bietet über seine Tochtergesellschaft, der Akademie für Steuer- und Wirtschaftsrecht, umfangreiche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten an, die einerseits den Berufsnachwuchs betreffen, andererseits insbesondere auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Mitglieder des Verbandes zugeschnitten sind. Die Akademie führt nicht nur Lehrgänge für angehende Steuerberater durch, sondern auch für die Qualifizierung der Mitarbeiter.“

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