Wenn ein Wurstproduzent Geflügelwurst verkauft, die zur Hälfte aus Schweinefleisch besteht …

Eine Lehrerin, die vor kurzem versehentlich muslimische Kinder in der Schul-Kantine Schweinefleisch essen liess, verlor allein deshalb ihren Job. Es gab Riesenärger, muslimische Eltern hatten sich beschwert und die Kündigung verlangt. Dass es ein Versehen war und die Lehrerin sich selbst irrte, weil die Fleischschüsseln nicht gekennzeichnet waren, spielte gar keine Rolle mehr.

Die Presse fiel über sie her. Die eigene Direktorin stellt sich auch nicht gerade vor sie, sondern schasste die Frau, die schon 18 Jahre im Job war. http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1160446-1-10/deutsche-lehrerin-gekuendigt-weil-sie-muslimischen-schuelern-schweinefleisch-gab

Wenn nun dagegen die Verbraucherorganisation Foodwatch in der Puten-Cervelatwurst von Fleischwarenproduzent Gutfried entdeckt, dass sie fast zu 50 Prozent aus Schweinefleisch besteht, müsste eigentlich bald der Teufel los sein. Ob die Firma das Verbot erhält, weiter zu produzieren? Ob sie mindestens ihre Marketer entlassen muss? Oder ihre Top-Manager feuern muss?
http://www.welt.de/wirtschaft/article11472023/Schweinefleisch-in-Putenwurst-entdeckt.html

Denn anders als im Fall der Lehrerin, ist den Gutfried-Herstellern durchaus bewusst, was sie da getarnt als Geflügelwurst verkaufen. Die Heinrich Nölke GmbH aus Versmold soll „die Kritik zurückgewiesen“ haben laut der Tageszeitung „Die Welt“. Die Begründung des Nölke-Geschäftsführers Ralf Diesing mutet abenteurlich an: Er wisse aus der Marktforschung, dass die Käufer seiner Wurst auf die Zutatenliste schauen.

Aha. Wenn er sich da mal nicht irrt. Denn spontan hat man – erstens – ja keinen Grund – wenn man nicht gerade Allergiker ist – der Bezeichnung Putenwurst zu misstrauen. Man erwartet doch auch als ktitischer Käufer nicht, dass – zweitens – auf der Rückseite eines Produkts das Gegenteil von dem steht, was in dicken Lettern vorne drauf steht. Dass also so frech vorne gelogen wird. Und obendrein dürfte der aufklärende Text auf der Rückseite – drittens – ganz klein gedruckt gewesen und ohne Lupe kaum entzifferbar sein. Ausser bei Sonnen-Licht statt unter Energiesparlampen.  – und womöglich obendrein noch verklausuliert und abgekürzt.

Ich bin gespannt, ob der Aufschrei in der Presse jetzt nicht mindestens so groß ist wie im Fall der Lehrerin, die nur versehentlich Schwein statt Rind oder Geflügel an muslimische Kinder verteilte.

PS: und dann kam natürlich von dem Unternehmen die Kinderausrede nach dem Motto „andere machen das aber auch“. Um abzulenken eben.

http://www.welt.de/wirtschaft/article11472023/Schweinefleisch-in-Putenwurst-entdeckt.html

Von „fast die Hälfte“ Schweinefleisch sehe ich hier aber auch nichts, nur den generellen Hinweis auf „Schweinefleisch“ : http://www.google.de/imgres?imgurl=http://media.das-ist-drin.de/dynamic/418637_big.jpg&imgrefurl=http://das-ist-drin.de/Gutfried-Puten-Cervelatwurst-100-g–418637/&usg=__UHUN0sPsxUhKnKHkBA–EIFhF1E=&h=272&w=220&sz=13&hl=de&start=2&zoom=1&um=1&itbs=1&tbnid=mMBv6UhK_o1A7M:&tbnh=113&tbnw=91&prev=/images%3Fq%3DGutfried%2BPuten-Cervelatwurst%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN%26tbs%3Disch:1

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