Die Ansage, bei der ich rot sehe: „Sagen Sie mir bitte Ihre Kundennummer!“

Da ist sie wieder, die Frage, die ich so sehr hasse: „Wie ist Ihre Kundennummer?“ fragt mich eben die Damen am Servicetelefon der „Frankfurter Rundschau“. Ich bekomme die von mir bestellte und bezahlte Zeitung nicht geliefert, aber ohne eine vermutlich zehnstellige Nummer soll ich nicht mal bescheid sagen könne, dass die Zeitung heute nicht in meinem Briefkasten war wie sonst. Und um eine Nachlieferung bitten.

OK, die Dame war nachsichtig und begnügte sich mit einem Vehör nach Name und Adresse undsoweiter. Sie fand mich im Computer und versprach Nachlieferung. So weit so ärgerlich.

Ich bin ein Mensch, keine Nummer. Ich habe eine Adresse, einen festen Wohnsitz und wem das nicht genügt, um seine Vertragspflichten mir gegenüber zu erfüllen, der kann auch noch mein Geburtsdatum checken.

Was mich aufbringt, ist aber das: Es ist nicht meine Nummer. Ich habe sie mir nicht ausgedacht und ich will sie auch gar nicht, diese Ungetüme, die man dann auch noch auf den Überweisungsträger oder ins Onlinebanking mühsam abschreiben muss undsoweiter. Sie macht mir nur Mehrarbeit. Da denkt sich eine Firma so ein System aus, degradiert mich vom Kunden zur Nummer und erwartet anscheinend, dass ich mit einem ganzen Zettel voll solcher Nummern fortan durchs Leben gehe und sie tunlichst immer am Mann – respektive der Frau – habe.

Aber jetzt geht es los: Jede Firma und wenn ich auch nur einmal mit ihr zu tun habe, verpasst mir solche Nummern.-Ungetüme. Und nicht nur die Online-Versender. Der Otto-Versand, sämtliche Verlage, die mir eine Zeitung oder Zeitschrift liefern, der Online-Shop von H&M und sogar Bofrost, wo der Fahrer – so ist ja gerade das Geschäftsmodell – zu mir ach Hause kommt. Die meinten es sogar so gut, dass sie mir im laufe der Jahre drei verschiedene Nummern verpasst haben – was dazu führte, dass mit das Geschenk für treue Kunden – portugisiesches Meersalz – entging. Schlieelich dachte Bofrost ich sei drei Kleinbesteller und nicht ein Großbesteller. Sie glauben nicht, wie dumm man aus der wäsche guckt, wenn man als Heavy user plötzlich auf die Nachfrage hin abgekanzelt wird mit den Worten „sie haben zu wenig bestellt“.

Noch besser wird es, wenn ein Versender Ihnen im blinden Übereifer zwei Nummer vergibt, sie zahlen die offene Rechnung auf die Nummer ein, die Ihnen ihr Onlinebanking freundlicherweise vorgibt. Der Effekt: Sie werden dennoch gemahnt. Supernummer.

Verstehen Sie jetzt, warum ich diese Dinger hasse? Wenn die Firmen sich so organisieren müssen, gut schön. Aber mich sollen sie davon verschont lassen. Wie gesagt, ich bin ein Mensch mit Adresse und Geburtstadtum. Und es gibt durchaus Wege, es anders zu organisieren: Amazon etwa fragt nicht danach, da geht das Bestellen auch ganz einfach – und schief gegangen ist deshalb auch noch nix.

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