Die Deutsche Bank verbündet sich mit Kanzlei Noerr – um Anwaltshonorare zu sparen

Die Deutsche Bank lagert ihre Prozesse aus – um ihre Ausgaben für externe Kanzleihonorare zu senken. So ein Vorgehen – einen ganzen Bereich juristischer Arbeit auszulagern – ist in Deutschland neu. Wer dieses große Los gewonnen hat? Am Ende war es die Kanzlei Noerr Stiefenhofer.

Laut Branchendienst „Juve“ fragten die Frankfurter „zunächst etwa 20 Kanzleien, zumeist solche, die bereits Beziehungen zur Deutschen Bank unterhielten“. Darunter seien unter anderem White & Case, Hogan Lovells, Clifford Chance und Görg gewesen, doch bei der folgenden Ausschreibung der Bank hätten deutlich weniger Kanzleien mitgemacht.

Weltweit beschäftigt die Deutsche Bank laut „Juve“ rund 100 Kanzleien und versucht, deren Honorare zu drücken: Etwa wenn Transaktionen nicht zustande kommen, sondern abgebrochen werden. Aber auch die Kosten für andere Dienstleistungen wie Inhouse-Schulungen, also wenn die Anwälte die Banker ausbilden. Solche Veranstaltungen finden zum Beispiel statt, wenn neue Gesetze in Kraft treten. Oder wenn der Fall trainiert wird, dass Steuerfahnder auf der Matte stehen.
Noerr dürfte jetzt erst mal Know-how zukaufen, sprich Juristen für Bankprozesse einstellen oder aufbauen. Laut „Juve“ ist der verantwortliche Anwalt und Ansprechpartner des Projekts – als sogenannter Client Partner – der Bankrechtler Hans Christian Kirchner, der seit 14 Jahren bei Noerr ist. Er leitet das Berliner Büro der Kanzlei. Noerr hat derzeit ein Dutzend Anwälte, die auf Banking-Litigation spezialisiert sind und in Berlin, Frankfurt, München und Düsseldorf sitzen.

Noerr habe die Deutsche Bank schon seit einigen Jahren vor Gericht vertreten.Ob die Deutsche Bank nun im Gegenzug eigene Juristen entlässt, ist nicht bekannt. Wie die Honorierung genau aussieht, darüber schweigt man sich aus. Da aber andere Unternehmen genau die gegenteilige Strategie verfolgen – und lieber eigene Juristen anstellen, als die hohen Honorare der Top-Wirtschaftskanzleien zu zahlen -, dürften mit Noerr wohl  irgendwelche Pauschalen statt Stundenhonoraren vereinbart worden sein.

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