Aderhold-Anwälte verlassen RölfsPartner

Nachdem gerade ein 30-Mann-Team der Unternehmensberatungssparte RölfsPartner verliess, spaltet sich jetzt auch der Anwälte-Zweig Aderhold mit seinen 90 Mitarbeitern ab. Die Juristen zählen zu den Top-50-Kanzleien in Deutschland und machten zuletzt 15 Millionen Euro Umsatz. Prominente Mandanten sind etwa der Heitkamp Konzern, Tengelmann, Woolworth, Signal Iduna oder Kik. Ein starkes Standbein haben die Aderhold-Juristen im Bankenbereich insbesondere bei den Hypothekenbanken und Sparkassen, wo sie als Spezialisten für schwierige Fälle gelten. Ihre Standorte sind Dortmung, Düsseldorf, Leipzig und München. Das frühere Kölner Büro verliess die Rölfs-Gruppe bereits im vergangenen Jahr. Signifikante Abgänge von Juristen gab es auch aus dem Münchner und dem Düsseldorfer Standort.

Gestartet war Aderhold unter der Dachmarke Rölfs mit ihren vier Sparten – den Wirtschaftsprüfer, den Steuer-, den Unternehmensberatern und den Anwälten – vor zehn Jahren mit rund 15 Anwälten.RölfsPartner ist mit rund 700 Mitarbeitern laut Lünendonk-Liste die Nummer Neun am deutschen WP-Gesellschaften-Markt und machte im vergangenen Jahr rund 88 Millionen Euro Umsatz. Bei Aderhold arbeiten 20 Partner und 20 angestellte Anwälte. Traditionell spielen Wirtschaftsanwälte höhere Stundenhonorare als Wirtschaftsprüfer ein. Die Trennung erfolgt – ebenso wie die Abspaltung  der Unternehmesberater – wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Strategie“ kommentierte heute Lutz Aderhold, seines Zeichens Professor und Namensgeber der Kanzlei. Er liess keinen Zweifel daran, dass die vergangenen Jahre gute Jahre waren, in denen sie Jahr für Jahr an Umsatz und Gewinn zulegten und sich das Geschäftsmodell bewährt hatte. http://blog.handelsblatt.com/management/2010/07/10/berater-team-wechselt-von-rolfs-zu-ebner/#more-638812

Ob sich die abtrünnigen Anwälte nunmehr einer anderen Kanzlei anschliessen oder alleine bleiben, ist derzeit noch unklar laut Aderhold. Großen Wert legen die Juristen auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit entsprechenden persönlichen Freiheiten.

„RölfsPartner will künftig über die neu gegründete Rölfs RP Rechtsanwaltsgesellschaft Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung unter einem Dach und an allen Standorten anbieten“, berichtet die Fachredaktion „Juve“. Jochen Rölfs plane, ein neues Team an den Frankfurter Standort zu holen und das Münchner Büro zu vergrößern.

Straffere Führungsstruktur bei Sozietät Graf Westphalen – nein danke

So ähnlich mutet eine andere Abpaltung an, die zu Monatsbeginn verkündet wurde: Die Standorte Köln und Freiburg von der Sozietät Graf von Westphalen (GvW) – der größten deutschen unabhängigen Mittelstandskanzlei – wollen ab Januar 2011 „künftig gemeinsam ihren eigenen Weg zu gehen und sich zu einer neuen Partnerschaft zusammenschließen“. Mit von der Partie: Namensgeber  ist Professor Friedrich Graf von Westphalen. Da hiess es: „In der neuen Konstellation werden mehr als 50 Anwälte, darunter 25 Partner, zusammenarbeiten. Sie verbindet ein unternehmerischer Ansatz, der Fokus auf das Mid-Market-Geschäft und eine ausgeprägte internationale Ausrichtung.“ Was das genau bedeutet, erklärte dann die mit-weggehende Partnerin Barbara Mayer: Es sei „nicht nur eine Frage der Größe, sondern auch der Überzeugung“. Die bisherige GvW-Struktur mit 150 Anwälten stellte eine gute Balance zwischen Organisation und unternehmerischer Freiheit dar. Aber die Tendenz ging dahin, die organisatorischen Strukturen zu verstärken und die Freiheit zu beschneiden. Das ist eine Tendenz, die wir nicht mitmachen möchten. Wir glauben, dass wir mit unserer unternehmerischen Freiheit erfolgreicher sind – und uns die Arbeit mehr Spaß macht – wobei das eine das andere bedingt.“

Und Barbara Mayer weiter: „Übrigens ist bei uns erkennbar, dass es eine Korrelation zwischen dem unternehmerischen Approach und dem wirtschaftlichen Erfolg gibt. Das spricht aus unserer Sicht dafür, den unternehmerischen Approach eher beizubehalten als einzuschränken. Logisch, oder?“

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