Können die Produzenten von Küchengeräten nicht ihre Geräte so kennzeichnen, dass auch ihr Besitzer diese Nummer findet? Jedenfalls dann, wenn sie im System des Herstellers wichtig ist und er sie vor einem Reparatureinsatz genannt bekommen will. Ich kenne das Thema schon von meiner Geschirrspülmaschine, für die ich schon öfter den Reparaturservice nötig hatte: Welcher Gerätetyp ist es denn, fragt man mich stets freundlich an der Siemens-Hotline. Und dann geht die Suche los. Auf dem Gerät selbst steht nichts. Vielleicht innen am Rand der Klappe, schlägt sie mir vor? Fehlanzeige. Da ist nur ein Aufkleber des Herstellers, welches Spülmittel er mir empfiehlt. Der ist auch nach Jahren noch gut lesbar. Auch wenn mich die Dame an der Hotline auf Anhieb mit Adresse undsoweiter in ihrem PC findet – meine Gerätekäufe mit allen Details, die den Hersteller selbst am meisten interessieren, steht da nicht drin. Schade. Dann muss der Techniker nämlich erst einmal kommen – auf meine Kosten -, um zu schauen, um welches der endlos vielen Modelle es sich handelt. Um dann ein zweites Mal – immer noch auf meine Kosten – zur eigentlichen Reparatur mit dem richtigen Ersatzteil im Gepäck. Ich frage mich, warum so ein großer Hersteller (Stichwort: Kundenorientierung oder Prozessoptimierung) nicht gleich an so ein kleines Schild – das ebenso haltbar ist wie der Werbe-Aufkleber fürs Geschirrspülmittel – denken kann?
Heute war es jedenfalls wieder soweit: aus der Ceranplatte auf meinem Herd – er ist zugegebenermassen gut 14 Jahre alt und sie hatte kürzlich eine Kitsche abbekommen, die sich langsam zu einem Riß entwickelte – schlugen mit plötzlich offene Flammen entgegen. Mein Hilfe-Anruf an Siemens bescherte mir das Deja-Vu-Erlebnis: Welcher Typ mein Herd sei? Draussen stand nichts dran, nur „Top-Line“. Ob ich innen irgendwo etwas finden könne? Nein, das würde nicht, die Nummer steht wohl an einer unzugänlichen Stelle. Aber auf meinem Garantieschein sollte es stehen, ermunterte mich die freundliche Dame. Der, den ich vermutlich vor über 14 Jahren mal bekommen habe. Und womöglich irgendwann entsorgt, weil die Garantie ja abgelaufen war. Leider habe ich den jedenfalls nicht in Griffbereitschaft, da müsste ich länger suchen, muss aber leider zur Arbeit. Ob es ihr hülfe, wenn ich ihre die Masse der Ceranplatte sage? Nein, das sei so, als sage ich ihr „Es ist ein Volkswagen und der ist fünf Meter lang“. Ich verstehe. So kommen wir nicht weiter, aber der Vergleich war gut.
Die angebotenen Visite-Zeiten liegen natürlich alle inder zeit, in der nicht nur der Reparateur arbeiten muss, sondern auch ich. Irgendwie bewerkstellige ich also, dass beim ersten Besuch jemand rasch in meine Wohnung sprinten soll, und der zweite Reparaturbesuch soll dann in sechs Tagen morgens um sieben stattfinden. Immerhin.
Pfingsten bleibt die Küche jetzt wohl eher kalt
PS: Auf Handys fehlt auch oft die Typenbezeichnung – warum nur?

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