Gekündigt, weil man schwitzt?

Das Arbeitsgericht in Köln musste sich mit einem ungewohntem Kündigungsgrund auseinander setzen: Die Stadt Köln hat einem 50-jährigen Architekten gekündigt – wegen seines Schweißgeruchs. Der Mann kommentiert – was soll er sonst sagen: „Ich habe gedacht, das kann nicht wahr sein. Ich empfinde das als absolut erniedrigend unter gebildeten Menschen.“ Das Gericht hat so einen Fall noch nie erlebt – und es hatte Glück, bot sich doch ein anderes zugkräftigeres Argument zur Fallösung: Der Mann hatte noch Probezeit gehabt – und in der darf ohnehin – auch ohne Angabe von Gründen – gekündigt werden.

Merke: Wenigstens in der Probezeit sollte man täglich Deodorants benutzen. Es sei denn, man arbeitet bei der Stadt Detroit.

Aus Detroit kam vor wenigen Tagen die Nachricht über die gegenteilige Sichtweise – und die ungeahnten Auswirkungen eines Präzedenzfalls:  Angestellte der amerikanischen Stadt Detroit dürfen bald, keinerlei duftenden Pflegeprodukte mehr verwenden, schreibt die Zeitung «The Detroit News». Sie sollen künftig weder „aromatisierte Produkte tragen, inklusive Parfüme, Duftwasser, Aftershave-Lotionen, Deodorants, Körper- und Gesichts-Lotionen sowie Duftkerzen, Parfüm-Müsterchen aus Magazinen, Sprays und Raumsprays.» Warum? Weil die Angestellte Susan McBride vor Gericht geklagt hatte, dass sie sich über ihre Mitarbeiterin ärgerte, die stark nach Parfüm roch. Derentwegen könne sie nicht arbeiten. Der starke Geruch mache ihr das Atmen unmöglich – und damit auch die Ausführung ihres Jobs. Die Richter sahen das auch so, sprachen der eingenebelten Klägerin für die erlittene Unbill 100 000 Dollar zu. Die Folgen siehe oben. Die entsprechenden Verbotstafeln für die Behördenräume sind schon in der Mache. Zur Freude der McBride-Anwältin Ann Curry Thompson.

Nur einen Unterschied gibt es zwischen Detroit und Köln: Amerikanische Büros sind klimatisiert. Da leiden die Miarbeiter vielleicht weniger unter Skunky-Kollegen. 

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