Jeder zweite Manager verabscheut seine Company, jeder vierte seinen Job

Die Vorstellung ist gruselig: Jeder vierte Manager ist schwer unzufrieden mit dem Job, den er da tagtäglich ausübt. Und wenn er nochmal die Wahl hätte, würde er sich anders entscheiden. Kaum vorstellbar, warum eigentlich alle dann so verbissen sind, die meisten nicht mal von Herzen laut lachen und sie im Gegenteil, wie die Soldaten marschieren. Wenn sie sich nicht mal identifizieren mit ihrer Tätigkeit. Herausgefunden hat das in einer Umfrage unter rund 1450 Fach- und Führungskräften das Onlineportal Placement24. Warum sie es dann nicht einfach lassen? Wer hätte es gedacht, man will keine finanziellen Abstriche hinnehmen. Die Penunse also. Wirklich nur das? Tonio Riederer von Paar, Gründer des Onlineportals geht noch weiter: „In den USA sind Brüche und Wendungen im Leben von Managern mehrheitlich akzeptiert und sogar gewünscht.“ Nicht so in Deutschland, hier hält man es immer noch mit den linearen Karrieren. Es ist also die Erwartungshaltung der anderen, nach denen man sich in vorauseilendem Gehorsam richtet. Die Schere im Kopf.
Der Gegensatz: Nur 28 Prozent, nicht mal jeder Dritte, sind glücklich mit der Wahl seines Jobs und seiner Company. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Aufhorchen lassen aber die 46,9 Prozent, die große Menge der Manager: Diese Leute sind zufrieden mit der Wahl ihres Jobs – aber nicht konkret mit ihrer Firma. Das Fazit: Dreiviertel aller Führungskräfte sind nicht zu sprechen auf ihre Firma, entweder weil sie ihr Job anödet oder eben – wie jeder zweite – weil sie ihre Firma anödet. Aus Sicht der nachgeordneten ist der Unterschied egal, ihr Vorbild sollen diejenigen sein, die selbst nicht mehr wollen. Beste Voraussetzungen, um nicht nur durch die Krise zu kommen, sondern anschließend auch wieder durchzustarten (Vorsicht Ironie!). Vor allem, wenn nach dem finsteren Tal andere Ufer locken, Prost Mahlzeit. Dann hauen die ab, die jetzt die Faust in der Tasche machen. Kann das ein Unternehmen wollen? Zumal, wenn dann auch noch die Demographiefalle zuschnappt? http://www.placement24.com/de/public/press/

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Alle Kommentare [1]

  1. So ist es! Die Branche zu wechseln ist fast unmöglich!!! Als ob es für einen Wirtschaftswissenschaftler soooo schwer wäre sich in einer neuen Branche einzuarbeiten.

    Ich verzweifle fast daran. Bin jetzt fast 44 und dazu verdammt hier auszuharren oder mich selbstständig zu machen! Sollte ich mit der Selbständigkeit scheitern werden, mir alle Türen vor die Nase zugeknallt und ich kann Harz IV beantragen!