Nobert Walters neues Engagement für Frauen im Job und Familien

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe, Norbert Walter, wartet mit unverhofften Forderungen an die Unternehmen auf. Jetzt, plötzlich. Wo er doch jahrelang schon Zeit genug hatte, wenigstens im eigenen Unternehmen schon mal anzufangen: Die Unternehmen bräuchten mehr Frauen und sie müssten dafür sorgen, dass für sie – und vermutlich auch für die Väter – Familie und Betrieb beide unter einen Hut zu bringen sind. Dass das Land nur dann eine vernünftige Geburtenrate hat und die Betriebe nur dann international wettbewerbsfähig bleiben. Wie wahr.
Artikulieren tut er das in seinem Buch „Marktwirtschaft, Ethik und Moral“. Laut „Focus online“ http://www.focus.de/kultur/buecher/brands-buecher/finanzkrise-gnadenlos-abgestraft_aid_468968.html befürchtet Walter: „Die Unternehmen werden sich erst dann familienfreundlich aufstellen, wenn McKinsey es ihnen vorschlägt. Es ist schade, dass man so teure Gutachten braucht, um etwas so Selbstverständliches auf den Weg zu bringen. In Zukunft werden wir uns wegen des Schatzes an Frauen, die qualifiziert ausgebildet sind, familienfreundlicher zu verhalten haben oder wir werden unternehmerisch nicht erfolgreich sein.“ Und dass es darauf ankomme, dass Betriebe ihr Eigeninteresse erkennen. „Das ist der Punkt, von dem ich sicher bin, dass er am Ende nach all dem guten Zureden der einzige sein wird, der verlässlich wirkt. Ich bin so froh, dass wir immer noch so viele Male-Chauvinists in unseren Betrieben haben. Warum? Weil wir noch ein paar Betriebe brauchen, die verlieren müssen. Wir sollten jenen, die nicht begreifen, dass es dieser besonderen Anstrengung zur Familienfreundlichkeit bedarf, entspannt sagen, dass sie ruhig so weitermachen sollen: Sie werden gnadenlos abgestraft.“ Na denn.

Woher sein plötzliches Engagement für das Thema kommt, mit dem man ihn sonst nicht unbedingt in Verbindung gebracht hätte? Vielleicht aus persönlicher Betroffenheit. Denn laut Wikipedia hat Norbert Walter zwei Kinder: beides Töchter.
Wie gesagt, schade, dass er für sein Anliegen nicht schon längst sein Gewicht in die Wagschale geworfen hat, wenigstens im eigenen Hause bei der Deutschen Bank. Denn bislang ist auch da keine Frau im Vorstand, nicht für jedes Kind eines Mitarbeiters ist auch ein Betriebskindergartenplatz da und auch für eine besonders hohe Managerinnenquote hat sich das Finanzhaus auch noch keinen Namen gemacht. Aushängeschilder zählen nicht, denn bei dem Thema kommt es gerade auf Breitenwirkung an, nicht auf Vorzeigeobjekte oder Prestigeprojekte.
Ob es bei den Frankfurtern der Unternehmensberater McKinsey war, der ihnen einst die Errichtung eines Betriebskindergartens anriet?

http://www.amazon.de/Marktwirtschaft-Moral-Vertrauen-%C3%96konomie-st%C3%A4rken/dp/3940432598/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1262973091&sr=1-1

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