Kündigen? Nur mit Klassik.

Man reibt sich die Augen über mancher Leute Gewohnheiten: Der eine wird ungehalten, wenn er bis spätestens 12 Uhr mittags nichts zu kauen bekommt. Andere darf man vor einer bestimmten Uhrzeit gar nicht erst ansprechen, weil sie noch ungenießbar sind. Aber das sind eher profane Angewohnheiten.
Von ganz anderem Kaliber ist die Gewohnheit, die „Rheinische-Post“-Reporter Reinhard Kowalewski beim Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller entdeckt hat: Der nämlich pflegt es mit klassischer Musik zu zelebrieren, wenn er einen Manager feuert.

Der geneigte Leser darf nun rätseln, wieso. Der Feierlichkeit halber? Ist der Augenblick so schön, dass er feierlicher Untermalung bedarf? Oder so schrecklich, dass er für ihn nur mit klassischer Musik zu ertragen ist? Was ist das Motiv? Und welche Musik ist es? Immer dieselbe oder jedes Mal etwas anderes? Und schallt sie dem Manager schon entgegen, wenn er den Raum betritt – so dass er schon weiß, was die Stunde geschlagen hat? Schasst Müller tatsächlich so häufig seine Manager? So häufig, dass die Klassik-Begleitung als Gewohnheit erkennbar wurde? Und noch mehr Fragen stellen sich: Ob und was legt Müller auf, wenn er normale Angestellte entlässt? Und wenn er gleich Hunderte von Menschen kündigt – statt nur einen? http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Bahn-Vorstand-muss-wegen-Geldgier-gehen/61169

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