Beneidenswerte Chinesen

Peter Wiedenmann, Manager von Ford in China schildert, wie die Chinesen – sehr effizient und einfach – Scheckkarten- und Kreditkartendiebstahl entgegen wirken:Zum Beispiel erhält er
1) SMS-Mitteilungen von der Bank auf sein Handy, wenn sich irgendetwas auf seinem Bankkonto tut. Also wenn er eine Überweisung tätigt oder Geld am Geldautomaten abhebt. Dann bekommt ich 30 Sekunden später eine SMS, die ihm die Kontoveränderung mitteilt.

2) Oder er bekommt eine SMS von seinem Kreditkarten-Anbieter:
Sobald er seine chinesische Kreditkarte verwende, bekommt er auch innerhalb von 10 bis 30 Sekunden eine SMS, die ihm die Buchung mitteilt. Ebenfalls bekommt er eine SMS am Monatsende über den Kontostand der Kreditkarte und die Minimum-Zahlung, die er zu leisten ist.
Zudem erhält er täglich eine Mail, in der ihm die Zahlungen mit meiner Kreditkarte nochmals mitgeteilt werden.
Peter Wiedenmann berichtet: Am Tag vor dem Abflug erhalte ich eine SMS, in der steht, auf welchen Flug er gebucht ist und welcher Sitz für mich reserviert wurde. Oder: Nachdem ich bei einem Vielfliegerprogramm eine Gutschrift erhielt, bekomme ich am nächsten Tag eine SMS mit der Mitteilung der gutgeschriebenen Meilen.
So einfach kann es sein.

PS: Visa Deutschland habe ich von diesen praktischen Dingen aus China schon vor mehr als zwei Jahren berichtet – man konnte es sich nicht vorstellen, was man vom fernen Asien und dem eigenen Haus da hörte.
Bei denen konnte einem nämlich schon passieren, dass sie die Kreditkarte vorsichtshalber sperrten, mitten im Urlaub – und dass man anschließend nicht mehr die Hotelrechnung per Karte bezahlen kann. Super-Situation. Warum? Weil man zum Beispiel Tischwäsche in Frankreich kaufte für einen dreistelligen Betrag und die Visa-Mitarbeiter sich das nicht vorstellen konnten und an einen Kartendiebstahl glaubten. Und weil sie einen in den Vogesen übers Handy nicht so leicht erreichen konnten mangels Empfang. Doch statt eine SMS zu schicken, sperrte man lieber gleich die Karte- und teilte das seelenruhig per Post mit. An die Heimatadresse – damit man wenigstens hinterher weiß, warum man so blamiert war mit seiner nicht funktionierenden Karte am Hoteltresen.

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Alle Kommentare [4]

  1. Das, was die Chinesen anbieten, ist in Italien schon lange gang und gebe. Italienische Banken bieten die SMS-Nachricht fuer Kreditkarten seit mindestens 2006 an, teilweise kostenfrei oder ab einem bestimmten Belastungsbetrag, aber teilweise auch fuer alle Belastungen im Ausland. Es kommt sogar teilweise zu Kontrollanrufen bei suspekten Zahlungen.
    Seit mindestens 2008 wird dies auch bei Online-Banking fuer Ueberweisungen angeboten und ist bei einzelnen Banken sogar inzwischen Pflicht.