Aus gegebenem Anlass – Deutsche-Bank-Chef Ackermann durfte 30 Freunde ins Kanzleramt auf Kosten der Steuerzahler zu seiner 60.Geburtstagsfeier mit Spargel und Schnitzel einladen – die Frage an die Benimm-Expertin Gabriele Schlegel in Bonn: Dürfen oder sollen Gäste die Einladungsliste vorgeben? Und wenn ja, wann?
„Natürlich erstellen Gäste eigentlich nicht die Einladungsliste“, sagt Schlegel. Eigentlich. Denn Ausnahmen gibt es schon. Zum Beispiel wenn „Otto Graf Lambsdorff uns in Washington in der deutschen Botschaft besuchte, weil wir ein Abendessen für ihn ausrichteten. Dann gab er vor, welche Gäste er sehen wollte – aus dem White House beispielsweise. Alle Politiker machen das so.“
Oder: Wenn jemand verabschiedet wird. Zum Beispiel ein Kollege aus dem Auswärtigen Amt, der ins Ausland geht. Schlegel: „Dann geben die Kollegen ein Abschiedsessen und der Ehrengast(Entsandte) darf bestimmen, welche Gäste er sehen möchte.“ Damit möchte man dem Entsandten ersparen, selber eine Einladung ausrichten zu müssen, wenn er schon im Reisestress ist.
Die Kanzlerin kann natürlich aus Ihrem Budget hochrangige Wirtschaftsgäste einladen. Ackermann erinnerte sich vor den TV-Kameras kürzlich stolz: „Sie hat mir damals gesagt, sie würde gerne etwas für mich tun.“
Schlegel: „Der Fehler freilich war der Link zum Geburtstag von Ackermann. Der Teufel steckt immer im Detail.“ Und so ein Geburtstag ist nun mal etwas Persönliches, etwas Privates.
Anders herum betrachtet: Würde ein Unternehmer seinen 60.Geburtstag feiern und hierzu 30 Freunde einladen, dürfte er die Party wohl nicht von der Steuer absetzen.
Das würde das Finanzamt allenfalls zulassen, wenn ausschließlich Geschäftspartner auf der Gästeliste des Jubilars stünden und die Einladung im Namen der Company erfolgt.
Doch ob TV-Moderator wie Frank Elstner ein Geschäftsfreund von Ackermann oder Merkel wäre, das darf bezweifelt werden. Ganz zu schweigen davon, dass sich auch FAZ-Journalist Frank Schirrmacher oder Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann wahrscheinlich nicht als Geschäftspartner bezeichnen würden, wenn man sie danach fragen würde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,645070,00.html
„>http://www.welt.de/die-welt/politik/article4406659/Zippert-zappt.html“>

Die große Diskussiun um diese Feier wird doch nur von den Politikern, in der jetzigen Vorwahlphase, inszeniert. Es wird versucht die Fehler der „Anderen“ zu finden und diese möglichst Medienwirksam aufzubauschen, um von seinen eigenen Fehlern und dem nicht vorhandenen Wahlprogramm abzulenken (ala Schmidt). Ich vertrete diese Meinung, da solche Feiern sicherlich auch bei unseren Altkanzlern gang und gebe war. Natürlich ist die Einladung als Geburtstagsfeier sehr unglücklich gestaltet :). Wer die Gäste bestimmen kann ist dabei wohl eher nachrangig, wobei sicher jeder bei seiner Geburtstagsfeier gern über die geladenen Gäste mitentscheidet.