Wenn Fahrgäste Beweise sichern dürfen

Die Rheinbahn in Düsseldorf bemüht sich tatsächlich um Kundenbindung: Video-Notknöpfe für die Fahrgäste hat man sich dort jetzt ausgedacht. Denn: Dass U-Bahnhöfe angeblich per Videokamera überwacht werden, ist keine wirkliche Beruhigung für Fahrgäste. Weiß man doch sowieso nicht, ob die Kameras gerade tatsächlich scharf geschaltet sind. Oder ob in der Leitstelle überhaupt jemand da sitzt und auf die Bildschirme guckt – oder ob der gerade mal zur Toilette oder eingenickt ist. Zumal: Bei Banken etwa ist es durchaus Usus, dass Bankschalter tatsächlich gar nicht überwacht werden – mangels Scharfschaltung der Überwachungskameras. Im Fall der Fälle existiert dann nämlich von einem Betrüger eben doch keine Videoaufnahme.
Dagegen hat die Rheinbahn in Düsseldorf jetzt eine Technik in Planung, die tatsächlich kundennah und effizient ist – wenn sie denn zum Einsatz kommt:Fahrgäste sollen bald selbst Aufzeichnungen durch Videokameras über einen Notknopf starten können. Das ist eine praktische Sache, wenn irgendwelche Raufbolde handgreiflich werden oder jemand attackiert wird und man Angst um leib oder leben bekommen muss. Und wenn man nicht mehr darauf angewiesen ist, erst mühsam den Fahrer davon zu überzeugen, dass er handeln soll, wenn gerade jemand eine Frau bedrängt oder gar vergwaltigen will – denn der will oftmals lieber eigentlich gar nichts gesehen haben und lieber rasch Feierabend machen. Ganz abgesehen davon, dass der Fahrer womöglich auch unerreichbar im Zugwagen sitzt – und man selbst im Anhänger.
Investitionskosten: Zehn Millionen Euro. Einziger Haken: Wann die Technik endgültig läuft, ist nicht gesagt und zunächst reicht das Geld nur für 30 Busse und 15 Bahnen – bei einer Großstadt wie Düsseldorf ist das nicht gerade viel.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*