Die Drohungen der Bundesregierung nehmen sich geradezu niedlich aus: Ärzten soll ihre Zulassung abgenommen werden, wenn sie weiter lautstark – auch mit Protestaktionen – auf drohende Pleiten hinweisen. Das ist so, als drohe man einem Ertrinkenden, ihm die Badehose wegzunehmen. Denn die braucht er auch nicht mehr, wenn er erst mal ertrunken ist. Die Mediziner selbst brauchen die Zulassung auch nicht mehr, wenn sie sich danach aufmachen nach Norwegen, Holland oder in die Schweiz (da ist heute schon jeder zehnte Arzt ein Deutscher). Unfreiwillig zwar, aber um weiter irgendwie zurecht zu kommen.Zwischen 8 und 40 Prozent Umsatzeinbussen sollen den niedergelassen Arztbetrieben jetzt drohen – und man fragt sich, welcher Kleinbetrieb kann das verkraften? Richtig. Keiner.
Und ganz kurios wird das Ganze, wenn die Kassenärztliche Bundesvereinigung Pläne ausheckt, sich erst im September vor der Bundestagswahl so zu Worte melden zu wollen. Wenn die Bundestagswahl bevorsteht. Das klingt drollig. Erstens: Wenn die Umsatzeinbussen dieser Kleinbetriebe so hoch sind, werden sie gar nicht bis dahin überleben. Zweitens: Die Kassenärztliche Vereinigung selbst ist verantwortlich für diese neue Misere. Sie verteilt völlig undurchsichtig und willkürlich je nach Bundesland, Facharztgruppe und Größe der Arztpraxis verschieden hohe Honorare für dieselbe Leistung – und zwar schon lange.
Jetzt hat sie es nur offenbar völlig verbaselt. Statt Erhöhungen kommen an der Front Umsatzeinbußen an. Dass diese Vereinigung nun Pläne machen soll für Protestaktionen mutet daher völlig schrill an. Der Bock und der Gärtner… Die KV weiß schon, warum sie nicht einfach eine Gebührenordnung macht – einheitlich und fair. Gebührenordnungen funktionieren bei anderen Freiberuflern doch auch. Dann wäre sie selbst nämlich überflüssig.
Warum aber schafft man diese Vereinigung mit ihren 30 000 Mitarbeitern – die laut Wikipedia der NS-Staat geschaffen hat -, die keinen einzigen Patienten gesunder machen und Patienten wie Ärzte jeden Monat viel Geld kosten (Geld, das das Gesundheitssystem gut brauchen könnte), nicht einfach ab, ersatzlos?
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/aerztechefs-erhalten-bis-zu-260-000-euro;2173555
www.journalmed.de/newsview.php?id=24933
PS vom 5.1.2010: Plötzlich fällt auch den Funktionären auf, was sie da seit Jahrzehnten anrichten und dass es Auswirkungen hat: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/default.aspx?sid=582402

schwarzes Loch.
Wozu die KV und die KZV dient, das ist unklar. Auf jeden fall haben Ärzte-Fuinktionäre, die nach der NZ-Zeit nicht mehr als solche arbeitne durften und da gehörte schon einiges dazu, diese in die heutige Machtstellung gebracht.
Wolfgang
Liebe Frau Tödtmann,
vielen Dank für den kärenden Beitrag !
MfG
A.Roth
Laut Wikipedia (nicht wirklich eine „sichere“ Quelle) war die KBV entstanden weil die Ärzte davor einzeln mit den Krankenkassen verhandeln mussten und somit in einer schwachen Position waren.
Natürlich könnte man die KBV abschaffen und deren Mitarbeiter auf die Strasse setzen, aber dann müsste eine andere undurchsichtige Riesen-Organisation die Abrechnungen übernehmen und mit den KK verhandeln.
Natürlich könnte man die Ärzte nach GOÄ bezahlen. Dann würden aber die KK-Beiträge steigen. Genau das verschweigen die Lobbyisten der Ärzte gerne, wenn sie ihre Stammtischreden bringen.
Was die Protestaktionen betrifft – es protestieren natürlich nur die, die aufgrund der Regelungen schlechter verdienen. Die, die besser verdienen, melden sich natürlich nicht 🙂
Ich will jetzt die Ärzte nicht pauschal niedermachen. Ich meine aber, dass um das Thema zu viel leicht durchschaubare Propaganda gemacht wird und Patienten mit „Patientenstammtischen“ instrumentalisiert werden. Und einfache Lösungen gibt es nicht.
Liebe Frau Tötdmann, die Politik braucht die KVen als Organisator der ambulanten medizinischen Versorgung, als Zuchtmeister der niedergelassenen Ärzte, als Staatsorgan zur Enteignung der Ärzte, im Gesetz euphemistisch als „Regreß“ bezeichnet. Die KV ist mittelbare Staatsverwaltung, also ein Staatsorgan, wird im gesetzlichen Auftrag aktiv. Die KV ist keine Vertretung der Ärzte, hat von den Ärzten keinen Auftrag, würde sie diesen befolgen, handelte sie illegal.
s. https://www.buschtelefon.de/jordan.htm
https://www.arztwiki.de/wiki/SGB_5_%C2%A7_69_setzt_BGB_(Vertragsrecht)_au%C3%9Fer_Kraft
mit freundlichem Gruß
H Jordan
Laut Wikipedia (nicht wirklich eine „sichere“ Quelle) war die KBV entstanden weil die Ärzte davor einzeln mit den Krankenkassen verhandeln mussten und somit in einer schwachen Position waren.
Natürlich könnte man die KBV abschaffen und deren Mitarbeiter auf die Strasse setzen, aber dann müsste eine andere undurchsichtige Riesen-Organisation die Abrechnungen übernehmen und mit den KK verhandeln.
Natürlich könnte man die Ärzte nach GOÄ bezahlen. Dann würden aber die KK-Beiträge steigen. Genau das verschweigen die Lobbyisten der Ärzte gerne, wenn sie ihre Stammtischreden bringen.
Was die Protestaktionen betrifft – es protestieren natürlich nur die, die aufgrund der Regelungen schlechter verdienen. Die, die besser verdienen, melden sich natürlich nicht 🙂
Ich will jetzt die Ärzte nicht pauschal niedermachen. Ich meine aber, dass um das Thema zu viel leicht durchschaubare Propaganda gemacht wird und Patienten mit „Patientenstammtischen“ instrumentalisiert werden. Und einfache Lösungen gibt es nicht.
Ist dieses bürokratische Monster abgebaut und das System entrümpelt, dann gibt es keine Ausflüchte und Schuldverweise an Dritte mehr seitens Politik bei weiterer logischer Zuspitzung im Gesundheitswesen ohne grundlegenden Umbau..
Auch wäre der nächste Schritt, die mehr als 300 Gesetzlichen Krankenkassen mit ebensolchem Verwaltungsapp., teueren Vorständen und Aufsichtsratpöstchen und damit Kosten und Jobs abbzubauen nicht fern.. Diese Herrschaften würden sicher protestieren – der einzelne Arzt hat dagegen als der eigentliche Dienstleister keine Chance und zählt nicht …ISD
Irgendwie hat das eben nicht geklappt mit dem Eintrag, hier noch mal mein Versuch.
Überschrift nicht übel Frau Tödtmann, der Rest ist doch der übliche Mist. Emanzipierte Frauen haben einfach die eine oder andere Denksperre. 🙂
Den Ärzten zu hofieren und die einzige Firewall zwischen denen und den Patienten (und dem Staatshaushalt) anzugreifen, oi oi , ein Schelm wer Böses dabei denkt…
Aber vielleicht sind Sie ja gerade selbst in Behandlung.
Wenn Arztpraxen keine neuen Patienten mehr annehmen, weil sie voll sind, kann es so schlecht nicht um sie bestellt sein. Für mich sind Ärzte andere Handwerker, nur mit weniger Verantwortung und: Verantwortungsgefühl. Veruchen Sie doch mal einem Arzt zu erklären, er soll 2 Jahre Garantie für seine Arbeit übernehmen. Ja, ja, jetzt kommen die üblichen Antworten: Menschen sind doch keine Maschinen. Genau, deshalb mindestens 3 Jahre Garantie. Gegen den Pfusch in den Krankenhäusern (oh wie der Name passt) und Arztpraxen.
Und wenn nicht, dann Zulassung weg. Das wär doch mal was.
Warum manche Arztpraxen keine neuen kassenversicherten Patienten mehr annehmen? Ganz einfach, wegen der Deckelung! Wenn ab einer bestimmten Zahl bislang einer Arztpraxis keine Pauschale mehr gezahlt wurde, wird die kostenlose Behandlung für jeden Betrieb – auch für Ärzte, die meist wie Mönche betrachtet werden – irgendwann zu teuer. Oder haben Sie mal einen Klampner gesehen, der vom Kunden nur einen Wasserhahn bezahlt bekommet und aus freien Stücken und auf seine Kosten drei weitere Wasserhähne einbaut? Dann kann man sich nämlich ausrechnen, wann er pleite ist.
Wegen der Deckelung also ist die Versorgung in den Arztpraxen und Krankenhäusern ein einziges Trauerspiel. Wegen der Deckelung muss ich mich also auch 2-3 Stunden zwischen hustenden und niesenden Kunden beim HNO rumquälen. Oder 12 Wochen auf ein MRT warten. Eigentlich müssten die Praxen doch dann viel leerer sein. Oder habe ich da wieder einen Denkfehler? Aber Stop. Zur Ehrenrettung der Ärzte muss ich sagen, als ich 50 Euro auf den Tisch legte, habe ich das MRT noch am gleichen Tag bekommen. So einfach ist das mit den Ärzten und so anders als man es in den Zeitungen und bei Ihnen liest Frau Tödtmann.
Und noch eins liebe Frau Tödtmann. Ja, kaum ein Handwerker kann es sich leisten umsonst zu arbeiten. Trotzdem schaut man sich in meiner Werkstatt das Auto erst mal an, kostenlos. Und dann macht man mir einen Kostenvoranschlag, auch kostenlos. Wenn ich mich nicht irre, kostet beim Doc sogar die telefonische Beratung etwas. Der Handwerker hat aber auch kein Bestellbuch, in das man von zickigen Schwestern so auf 6-8 Wochen im Voraus auf’s Wartegleis gestellt wird. Aber vergleichen wir doch mal Gleiches mit Gleichem (wenigstens vom akademischen Grad her): nehmen wir mal einen Architekten oder Baustatiker. Die quälen sich nämlich auch rum auf der Suche nach Kunden, machen viel umsonst, schreiben Angebote. Und vor allen Dingen: sie alle wissen am Anfang des Jahres noch nicht, was sie am Ende des Jahres verdient haben werden. Ein Arzt schon, denn er hat ja die Deckelung…
Ja, Frau Tödtmann, angesichts dieser Sonderstellung spreche ich den Ärzten einfach das Recht ab, einfach aufzuhören wenn der Sack im Dezember voll ist.
Die neuerlichen Umsatzkürzungen wirken wie Berufsverbote:
https://www.pr-inside.com/de/weitere-einkommensverluste-fuer-kassenaerzte-im-r1104185.htm
SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach griff die Ärztevertretung scharf an und forderte deren Auflösung. „Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betreibt ein Doppelspiel: Sie hetzt die Ärzte gegen die Politik auf und gibt der Regierung die Schuld am Versagen des Gesundheitsfonds“, sagte Lauterbach dem „Münchner Merkur“. Damit lenke die KBV davon ab, dass sie selbst diese Honorarreform gewollt habe.
https://www.tagesschau.de/inland/honorareform104.html
Vielleicht mag Herr Krefeld auch für mich bei nächsten Besuch 50 Euro bar hinterlegen, damit er sofort in meiner abgewirtschafteten Arztpraxis angenommen wird.
Denn diesen Betrag erhalte ich für die nächsten 10 Monate als Flatrate von seiner gesetzlichen Krankenkasse.
Erhält seine Autowerkstatt nach dem kostenlosen Kostenvoranschlag auch etwa die gleiche Summe, egal wie oft er in diesen Monaten vorbeischaut und egal was der KFZ-Meister alles tut an dem Auto? Und: Macht der das auch für 18 Euro drei Monate lang, all inclusive? Die Adresse hätte ich gern!
Bei mir wird der IT-Fachmann für seine Tätigkeit je Minute bezahlt, auch mit kostenlosen Kostenvoranschlag! Davon kann ich nach einer Ausbildung, die viel länger gedauert hat nur träumen.
Beeindruckend hohe Entlohnungen gönnen sich die Funktionäre der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV)… In Zeiten, in denen es vielen niedergelassenen Ärzten nicht mehr gelingt, kostendeckend die Kassenpatienten zu versorgen. Und oft verzweifelt aufgeben und ins Ausland gehen. Bemerkenswerterweise in Länder wie Norwegen, die unsere Ärzte gerne aufnehmen, obwohl sie ohnehin schon weit mehr Ärzte haben als Deutschland (relativ gesehen pro Kopf der Bevölkerung). In der Schweiz ist schon jeder zehnte Arzt ein Deutscher. Aber das ist den KV-Chefs grad egal.Sie haben ihre Schäfchen ja im Trockenen:
https://news.doccheck.com/de/article/180582-wer-rupft-die-kpfauen/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-Arzt%20%284x%2FWoche%29-2009-10-19&mailing=21021&dc_user_id=e96a9d75d0d616f9e9a95643ce4913d5&cide=dce100797&redirected=1
Schön zu lesen dass es hier den Einen oder Anderen juckt zu sagen was Sache ist. Nützt aber nichts. Angebot und Nachfrage regeln das, zu Ungunsten eines ganzen Standes, zu Ungunsten eines Volkes dessen qualifiziertes Gesundheitspersonal in andere Länder abwandert. Ich bin vo 10 Jahren nach Norwegen ausgewandert und bereue keinen Tag dies getan zu haben. Meine Studium war ernüchternd, und die überbezahlten uninteressierten Proffessoren, Kampf um Macht und Intrigen und viel Geld, en Studiengang der Ellebogen-Anwärter für dir nächste Generation lustlos „ausbildet“. Hoffnungslos veraltete Pädagogik, Die eigenen Kollegen oft, die es den Nächsten extra schwer machen. Ausnutzten und plündern was geht. Einfach gehen sag ich. Nach Dubai, Norwegen, Australien, Schweden, Kanada…überall werden wir gerne genommen. Traut Euch, geht weg. Die KV sitzt wie der Zuhälter am Futtertrog, die ärztevertretungen wie die Huren sich anbiedern, und das geht nicht eher weg bis die Bonuszahlungen, hohen Gehälter für null Einsatz versiegen. Erst wenn Arbeit sich wieder lohnt ist Schluss damit.
Wie wäre es, den nicht mehr praktizierten Hippokratischen Eid einfach weglassen und Politiker und das andere KV- Grobzeug auf eine Schwarze Liste setzten. Näht Ihnen bei der nächsten Gelegenheit die Ohren an den Ars..!
Gruss aus Norwegen, in Deutschland bin ich nur noch um mich zu amüsieren.
This is known that cash makes us autonomous. But what to do if one doesn’t have money? The one way is to try to get the loan or credit loan.
Die Ärztekammer Niedersachsen schlägt jetzt Alarm, weil so viele Ärzte abwandern ins Ausland:
https://www.journalmed.de/newsview.php?id=30076