Standortnachteil für deutsche Managerinnen

Drei Fragen an Headhunterin Sabine von Anhalt, Partnerin bei der Personalberatung Amrop Delta

Von den Frauen, die deutsche Unternehmen in die Aufsichtsräte berufen, kommen auffällig viele aus dem Ausland. Warum?

Die Unternehmen wollen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, eine Frau plus Ausländerstatus sehen sie als besonderen Erfolg – zwei Minderheiten in einem Aufwasch. Sie möchten in den Headquartern internationaler werden und ihre Frauenquote erhöhen. Dabei verwechseln und vermischen die deutschen Unternehmen zwei Themen: Diversity – die Abbildung der multikulturellen Gesellschaft – und Gleichstellung der Geschlechter. 

Oder gibt es in Deutschland zu wenig geeignete Managerinnen?Unsere Auftraggeber sagen inzwischen immer: „Bringen Sie auf jeden Fall Frauen.“ Deutschland hat aber europaweit die wenigsten weiblichen Führungskräfte, da muss man auch im Ausland suchen. 

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Wieso können Frauen im Ausland leichter Karriere machen?

Deutschland hat für Karrierefrauen einen großen Standortnachteil, jedenfalls für die mit Familie. In London, Paris oder Madrid kann eine Managerin die Firma wechseln, ohne umziehen zu müssen. Das ist familienfreundlicher. Denn in den zentralistisch strukturierten Ländern sitzen viele Headquarter in der Hauptstadt.

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