Bewerber wollen keine Unternehmen, die externe Personalfirmen vorschalten

Möchten Sie von vornherein wegdelegiert werden, wenn Sie mit jemanden zum ersten Mal im Leben in Kontakt treten? Jemand, mit dem Sie einen Teil ihres Lebenswegs gemeinsam zurücklegen möchten? Jemand, in dessen Hände Sie sich begeben wollen? Jemand mit dem Sie sich identifizieren können möchten? Nein?

So jedenfalls denken Stellenbewerber, die sich statt direkt bei der Firma ihrer Wahl erst mal bei einer externen Personalfirma melden sollen – statt ihre Unterlagen direkt zu ihrem Wunscharbeitgeber zu schicken. Laut einer dpa-Meldung fand die Uni Gießen bei einer Umfrage unter 500 Studenten von fünf Universitäten heraus, dass es sie abschreckt, wenn sie ihre Bewerbung zu einer externen Personalfirma schicken sollen. Das mache den Arbeitgeber in ihren Augen unattraktiv.

Dass das erst erforscht werden musste, verwundert. Nicht nur ein gewisses Diskretionsbedürfnis – Stichwort: Datenschutz- , sondern auch das Gefühl, erst auf einen Umweg statt den direkten Weg weggezwungen zu werden und – enfin – eine Herabwürdigung kommt durch dieses Wegdelegieren zum Ausdruck. So, als sollten die eigenen Mitarbeiter verschont werden von diesen fremden Menschen und so, als solle die Spreu erst mal vom Weizen getrennt werden – andernorts. Und, was dazu kommt: Ein ausgelagerter Personaler wird sich wohl strikt an die vorgegebenen Kriterien halten und nicht erkennen, wenn ein Bewerber für die Firma interessant ist, auch wenn er nicht ins Raster passt.

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