IT-ler auf dem Sprung

Diese IT´ ler waren treue Wesen. Die Betonung liegt dabei auf „waren“. Denn jetzt werden sie zu flüchtigen, scheuen Rehen, verheisst eine Untersuchung der Managementberatung Kienbaum.  Hat bislang die Hälfte der befragten IT-Experten noch nie ihre Firma gewechselt, so wollen jetzt 80 Prozent ihrer Company den Rücken zukehren. Das sind vier von fünf. man stelle sich vor, die machten alle Ernst…Personalabteilungen dürfte das ins Schwitzen bringen.

Es sei denn, sie sehen das Ganze entspannt und denken: Na dann sind ja ebenso viele bei der Konkurrenz, die ebenfalls wechselwillig sind und dann greife ich mir einfach von der welche ab.

Spieglein, Spieglein an der Wand…wo habens IT-Leute am besten im ganzen Land?

Wenn´s denn so simpel wäre. Denn manche Häuser sind dann begehrter als andere, auch IT-Profis tauschen sich aus, wo die Arbeitsatmosphäe am nettesten ist, wo man gut verdient, wo man nicht alle fünf Minuten zu hören bekommt „Nein, zu teuer“, wo man nicht jeden Herbst ums Weihnachtsgeld zittern muss, wa die Firma noch fair, die Kollegen tatsächlich kollegial sind – und wo die eigene Familie auch noch in die Nähe mit hin ziehen will.

Kienbaum hatte 121 IT-Profis befragt, von denen neun Prozent schon aktive auf der Suche nach neuen Ufern sind und 21 Prozent haben konkretes Interesse an einer neuen Stelle bei einem neuen Arbeitgeber. Schon so kommt man auf 30 Prozent definitiv Abwanderungswillige, mithin jeder Dritte. Und macht erst mal einer den Anfang und gute Erfahrungen mit seinem Wechsel, werden seine Ex-Kollegen nicht mehr lange zusehen.

In Treue fest, das war einmal

„Die Zeiten, in denen IT-Unternehmen sich darauf verlassen konnten, dass ihre besten Mitarbeiter treu zu ihnen stehen, sind jedoch offenbar vorbei. Die IT-Profis erkennen die Chancen des ‚War for Talent‘ und interessieren sich dafür, welcher Arbeitgeber ihnen das beste Gesamtpaket bietet“, sagt Kienbaum-Berater Jan-Mark Pfau, der für diese Studie verantwortlich zeichnet.

Was waren die abgefragten Wechsel-Motive? An erster Stelle mit knapp 50 Prozent gute Bezahlung – so wie es die Unternehmenslenker an der Spitze ja auch schon seit Jahren selbst vormachen – und an zweiter Stelle mit 40 Prozent ein besserer Ausgleich zwischen Berufs- und Familienleben sowie die Möglichkeit, regelmäßig von zuhause aus zu arbeiten.

Google? Supergerne. Microsoft? Ja bitte.

Weitere interessante Details: Wo die IT-Experten am liebsten arbeiten würden? Bei Google, sagten 38 Prozent. Immerhin 24 Prozent gingen gerne zu Microsoft. Als Branche erscheint den Wechselwilligen die Automobilindustrie als interessantestes Ziel. 

Wo die IT-leute arbeiten wollen? Da wo sie jetzt schon sind: In Bayern und Nordrhein-Westfalen sind 25 Prozent beziehungsweise 24 Prozent. In  Baden-Württemberg leben 16 Prozent und in Hessen 14 Prozent, so die Kienbaum-Studie. „Diese Bundesländer stehen auch oben auf der Wunschliste künftiger Arbeitsorte wechselwilliger ITler“, urteilt Jan-Mark Pfau.

Nach Ost-Deutschland wollen nur rund zehn Prozent der IT-Fachkräfte gehen.

Völlig flexibel sind nur neun Prozent der Befragten, die von Kiel bis Konstanz überall hinwechseln würden.

http://www.kienbaum.de/desktopdefault.aspx/tabid-315/951_read-10662/

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