Die Leichen im Keller – und was Kollegen so zusammenschweisst

Da plaudert ein Bordellbesitzer aus dem Nähkästchen und plötzlich erschliessen sich einem völlig neue Perspektiven – Perspektiven zur Frauenquote: Dass Einladungen ins Bordell im Geschäftsleben normal sind. Geschenkt. Man hat´s ab und an gehört, von Messebesuchern, die von Geschäftsfreunden in der fremden Stadt zu den gewerblichen Damen eingeladen werden – zur Begeisterung der Ehefrauen, wenn sie´s rausbekamen. Undsoweiter.

Noch interessanter ist nämlich, dass „es die Mitarbeiter sehr zusammenschweisst, wenn sie gemeinsam in einem Club waren – weil man gemeinsam darüber schweigt. Man teilt ein Geheimnis.“ Berichtet von einem Wieder Club-Besitzer hier auf wiwo.de. http://www.wiwo.de/management-erfolg/bordellbesuche-auf-spesen-467624/

Ab 40 Männern lässt sich ein gemeinsames Geheimnis nicht mehr geheim halten

Und dass genau deshalb die Gruppe auch überschaubar sein muss, das soll so bei bis zu 40 Mitarbeitern noch möglich sein. Das genau sei eben der Fehler der Hamburg-Mannheimer-Versicherung gewesen, als sie ein Freiluftbordell im Gellert-Bad in Budapest eingerichtet hätte. Es waren einfach zu viele Männer dabei, um das Geheimnis unter der Decke zu halten.

Beförderungen wegen gemeinsamer Leichen im Keller?

Ach so. Das erklärt so manche unerklärliche Beförderung, zu der man üblicherweise sagte „wer weiss, welche Leiche der Betreffende und der Chef gemeinsam im Keller haben“. So sehen also die Leichen im Keller aus. Mit farbigem Bändchen um den Arm je nachdem, welcher Mann sie beanspruchen darf – und wer nicht.

Im „Handelsblatt“ beschwerte sich eine schon vor Jahren eine Managerin von Stora, Frau Sihvola, aus Finnland in der Rubrik „Wie fühlt man sich, wenn…“ darüber, dass sie nicht mit den männlichen Kollegen in die Sauna mitgehen durfte, wenn sie die Geschäftsbesprechung dort fortsetzten. Weil Geschlechtertrennung Vorschrift war. Rücksichtslos genug. Gute Manieren gehen anders. http://www.handelsblatt.com/archiv/wie-fuehlt-man-sich-eigentlich-frau-sihvola/2234776.html

Die Rubrik gibt es heute leider nicht mehr, bot sie doch in vielen Bereiche interessante Einblicke.

Der Männerbund, der geschmiedet wird – gerade um Frauen auszugrenzen

Jedenfalls fragte mein Kollege Thorsten Firlus den Wiener Club-Beseitzer, was mit den Kolleginnen der Männer ist, die mit Puffbesuchen belohnt, geschmiert oder was auch immer werden.

Die Antwort war glasklar und daran war auch nichts mehr zu deuteln: „Es gibt in diesem beinharten Sektor Strukturvertrieb kaum Frauen. Die wenigen, die es gibt, kommen kaum in die Ebenen, in denen eben solche Incentives gemacht werden. Allein schon, weil der Männerbund, der bei einem solchen Abend geschmiedet werden soll, sich gegen Frauen abschottet. Deswegen ist es kaum erstaunlich, dass sie in den oberen Etagen kaum Frauen finden.“

Alle Männer unter Generalverdacht ?

Liebe Damen von Fidar, liebe Viviane Reding, war Ihnen das so klar? Dass Frauen aus den deutschen Top-Führungsetagen aus dem Grund ferngehalten werden, weil man ansonsten nicht mehr – unter sich – so ungezwungen und ohne Rechtfertigungszwang gemeinsam ins Bordell gehen kann? Starker Tobak dieser Generalverdacht, den der Wiener Clubbesitzer da äussert.

Mit Verlaub, es wird immer kruder.

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