Wieviel Geld verliert Ihre Firma durch Depressionen?

Das Thema ist ein Tabu: Wie hoch ist der Schaden, den ein einzelnes Unternehmen im Schnitt durch depressive Mitarbeiter erleidet? Würden die Unternehmenslenker diese Zahl in Euro und Cent kennen, wäre man mit der Problemlösung vermutlich längst viel weiter. Hat mal jemand versucht, den volkswirtschaftlichen Schaden herunterzubrechen? Laut Gesundheitsreport der Allianz Deutschland AG und dem Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung beträgt der Schaden jährlich bis zu 22 Milliarden Euro. Neun Millionen Euro kosten, so die Studie, allein die Menschen, die – verschämt und unter Qualen  – weiter arbeiten, statt sich behandeln und von Profis helfen zu lassen.  Wie sich diese Zahl erklärt?  Es ist die Summe aus ein bis zwei Stunden weniger Arbeitsleistung täglich – verglichen mit gesunden Kollegen. 5,2 Milliarden Euro machen die direkten Krankheitskosten aus. Und wenn die Zahl der depressiven Mitarbeiter bei 14 000 liegt, sieht man, dass es keine seltene Krankheit ist.

Die Aussichten: Ganz mies. Im Jahr 2030 sollen Depressionen die häufigste Krankheit in
Industrieländern sein, erwartet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Das Fazit des Reports laut Allianz-Deutschland-Vorstand Christian Molt: „Damit werden psychische Belastungen, Burnout und Depressionen zu einem
Kostenfaktor, der nicht mehr einfach ignoriert werden kann.“ Auch die Allianz Deutschland habe erhebliche Kostensteigerungen durch psychische
Krankheiten.

Betriebsmediziner haben dieses Phänomen schon mehrere Jahre klar im Blick. Aber wie es scheint, können sie weder ihren Vorständen, Geschäftsführern, Personalchefs und Betriebsräten die – unpopulären – Schäden im eigenen Hause klar machen noch sich durchsetzen und zur Aufklärung sowie Problembekämpfung beitragen. Und das ist sehr bedauerlich. Warum nur?

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