Was für eine Badehose trägt der Chef?

Kaum geht´s auf die Sommerferien zu befragt ein Unternehmen nach dem anderen, das sich dem Thema irgendwie nahe fühlt, die Angestellten: Wer sich denn so vom Chef in den schönsten Tagen des Jahres anrufen lässt – auf Malle oder sonstwo.

Vollbild anzeigen US-Klassiker: „Mr.Hobbs macht Ferien“

Ich frage mich bei der Gelegenheit, ob man bei der Vorauswahl der Befragten irgendwie darauf geachtet hat, bei wem das Thema überhaupt akut werden kann. Lehrer nämlich werden von ihrem Direktor eigentlich kaum in den Ferien behelligt, der hat ja auch frei. Oder wenn die ganze Firma Betriebsferien hat, dann sollte einen der Chef vermutlich auch selten spontan einspannen wollen. Also wenn diese auch alle befragt werden, verzerrt es irgendwie das Ergebnis. Oder?

Doch weiter im Text: Das Online-Reiseportal Lastminute.de hat 1 100 Berfstätige zum dritten Mal in Folge gefragt, ob sie auch im Urlaub aus der Ferne gelegentlich arbeiten müssen, oder regelmässig und wie´s die Familie denn so findet. das ist nämlich ein wichtiger Punkt, der ausgesprochen folgenreich sein kann. Das Ergebnis: Man hat sich dran gewöhnt, an die Urlaubsarbeit. Denn immer mehr Leute arbeiten auch an ihrem Ferienort für die Company, immer mehr werden von Chef und Kollegen eingespannt – auch wenn die Erholung leidet. Bei vielen, nicht bei allen. 28 Prozent ärgern sich regelrecht über die Störung(en). 61 Prozent fühlen sich schon behelligt, wenn sie Mails abrufen oder das Handy auch nur zu klingeln droht. Das waren im Vorjahr aber noch  84 Prozent, Tendenz also sinkend.

Einige dagegen können vielleicht auch ihrem Ehepartner mal nicht nur die ständige Angst vor dem Jobsverlust und der nächsten Kündigungswelle signalisieren, sondern auch mal so etwas wie Wichtigkeit. Nützlichkeit. Gebraucht werden. Ist ja auch nicht so übel.

Ähnliches bestätigt die Lastminute.de-Umfrage: Bekam vor zwei jahren noch jedes vierte Paar Streit wegen dieser Störungen, so ist es jetzt nur noch jedes fünfte. Im Klartext: Die meisten Partner finden sich damit ab. Was sollen sie auch anderes machen. Jeder anschliessende Streit darüber würde das Übel nicht beheben, sondern die Störung der Erholung nur verlängern. Die hochgezogenen Augenbrauchen beim Klingeln des Mobiles und die späteren Spitzen – am liebsten im Familien- und Freundeskreis natürlich, damit´s auch sitzt – sind deutlich genug.

Also 53 Prozent werden tatsächlich inzwischen von ihrer Firma auf der Urlaubsreise angerufen, vergangenes Jahr waren es erst 34 Prozent.  25 Prozent arbeiten tagtäglich von Sylt aus oder aus Sardinien, die anderen 75 Prozent der Urlaubsarbeiter zumindest unregelmäßig nach Bedarf.

Mit der Freiwilligkeit ist es nicht so weit her: Waren es im Vorjahr erst acht Prozent der Arbeitgeber, die von ihren Leuten ständige Erreichbarkeit verlangten, so sind es jetzt 19 Prozent.

Gestellt wurde übrigens auch diese originelle Frage: Wie fänden sie es, wenn Ihr Chef plötzlich im selben Hotel Urlaub machte? Sieben Prozent gaben zu, dass sie sofort das Hotel wechseln würden. 47 Prozent würden sich jedenfalls  davon gestört fühlen.  In umgekehrter Richtung wäre die Frage auch nicht übel. Also wie es dem Chef gefiele, wenn sein Urlaubsaufzug anschliessend Tischgespräch in der Kantine wird. Oder die Garderobe seiner Frau und die Tischmanieren der Kiddies. Oder sein Englisch am Empfang. Oder seine Badehose, oderoderoder

http://www.presseportal.de/pm/53551/1626474/lastminute_de

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