Anstregende Werbespots

Der Slogan „Come in and find out“ von Douglas wurde schon hoffnungslos missverstanden von der Mehrzahl der Konsumenten. Sie glaubten zum Beispiel, man solle hereinkommen, um wieder herauszufinden oder so ähnlich. Eine Studiebelegte es bereits eindrucksvoll. Doch die Werbeagenturen kennen die Studie anscheinend nicht, oder sie ignorieren die Erkenntnisse (warum auch immer) oder haben einfach den festen Vorsatz, zu missionieren. Nicht nur Nespresso wartet mit Englisch auf, wenn George Clooney von John Malkovich gesagt bekommt „make an educated guess“. Auch der Schokoriegel Kitkat will jetzt ganz international und möchtegern-modern sein mit dem Supermarkt-Kassierer, der „working like a machine“ daherkommt – und „a break with a Kitkat“ einlegt an einer Kasse die „closed“ ist.

Das alles, obwohl sogar durch Studien belegt sein soll, dass sich die so umworbenen Produkte sogar schlechter als andere verkaufen. Kann der Wahn, modern zu erscheinen, so weit gehen, dass Werber die eigenen Unternehmens-Kunden so schädigen? Oder handelt es sich um Spot, die nur übersetzt wurden und im Kostenspar-Wahn sogar am Dolmetscher gespart wurde? Nichts ist unmöglich – oder wie hiess es damals noch bei Toyota.

Management-Bestseller-Autor Reinhard Sprenger über den deutschen Englisch-Spleen:  http://blog.handelsblatt.com/management/2010/03/06/der-irrsinn-mit-dem-englisch-eine-wiederholung/

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