H&M im PR-Fettnapf

Dass sich die Textilkette H&M mit dem symphatischen Image gerade selbst ein PR-Ei gelegt hat, berichtet das Fachblatt „Werben & Verkaufen“ http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/pr_schaden_bei_h_m :
Dass H&M „nicht verkaufte Ware ihres New Yorker Mega-Stores mutwillig zerstörte und wegwarf. Wie die „New York Times“ berichtete, wurden in der Nähe eines H&M-Geschäfts in Manhattan Kleidersäcke mit ungebrauchter warmer Winterkleidung gefunden. Diese war jedoch teilweise mit Rasierklingen oder Messern zerschnitten. So fehlten an Handschuhen die Finger, und bei Männerjacken war die Wattierung herausgerissen.“ Schlimm genug angesichts der Tatsache, dass Obdachlose sich jetzt und dort in New York sicher über die warmen Sachen gefreut hätten. Soweit so schlimm.
Doch so richtig misslich wird die Sache erst durch die Verteidigungslinie eines Unternehmenssprechers: Denn der sagte, dass die Kleidung deshalb hätte nicht gespendet werden können, weil sie nicht bestimmten Qualitätsnormen entsprach. Und dass H&M daran arbeiten werde, seine bisherige Praxis zu ändern.
Genau damit aber stellt sich das Modelabel nicht nur in eine Reihe mit Beamten, die stur und ohne nachzudenken, ihre Richtlinien und Gesetze befolgen.Nur um ihnen Genüge zu tun. Nur, um damit immer persönlich auf der sicheren Seite zu sein. Egal, wem man wirklich hätte helfen können.
Schlimmer noch: Offenbar hat sich die Kette H&M selbst solche Fesseln angelegt, die ihr nun in einer Notsituation wie einer Kältewelle verbieten, angemessen zu reagieren. Angemessen auf den Rest der Welt. Vor allem: Diese Vorschriften, die der H&M-Sprecher meint, stammen nicht mal vom Gesetzgeber, sondern sind unternehmenseigene Regeln. Solche also, die man jederzeit problemlos ausser Kraft setzen kann. Einfach auf Anweisung der Führungsriege. Was hindert H&M daran?
Vielleicht hätten die PR-Profis von H&M einfach mal ein Nutzwert-Buch in die Hand nehmen sollen, um sich schlau zu machen, wie man in so einer Lage am besten reagiert und das Beste daraus macht. Wenn sie schon nicht das Herz auf dem rechten Fleck haben und von selbst menschlich, christlich handeln. Wenigstens demImage der Firma zuliebe. Zum Beispiel Christian Maria Fischers Titel „Macht Schlagzeilen!: 1000 PR-Ideen, um Kunden und Journalisten für Ihr Unternehmen zu gewinnen“. http://www.amazon.de/Macht-Schlagzeilen-PR-Ideen-Journalisten-Unternehmen/dp/3897499193/ref=sr_1_9?ie=UTF8&s=books&qid=1262984577&sr=1-9

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