Manager auf Standby

Nur noch jeder vierte Manager macht in seinem Urlaub noch so richtig Urlaub und schaltet ganz ab. 39 Prozent dagegen arbeiten regelmässig in den Ferien, indem sie ihre Mails bearbeiten und ihre Projekt verfolgen. Und: Weitere 36 Prozent sind ständig in Bereitschaft und reagieren, sobald es nötig ist.Erfragt hat das die Jobbörse Stepstone unter rund 9 900 Fach- und Führungskräften in Deutschland.
Auch im internationalen Vergleich bilden die Deutschen keine Ausnahme http://www.presseportal.de/pm/38447/1443764/stepstone_deutschland_ag. Die Fleißigsten sind die Norweger: Nur zwölf Prozent der norwegischen Manager arbeiten nicht in ihren Ferien.
Das Pro-Argument ist klar: Manchmal ist es besser, schnell selbst einzugreifen und so ein Unglück zu verhüten. Vor allem ein solches, mit dem man nach der Rückkehr tagelang zu tun hätte. Das ist ein starkes Argument.
Und um zumindest im Urlaub nicht unter dem Zwang zu stehen, noch am selben Tag reagieren zu müssen, steht in vielen Abwesenheitsmeldungen die Floskel „ich schaue während meiner Abwesenheit nur gelegentlich in meine Mails“.
Ob diese Stets-Erreichbarkeit jedoch immer so klug ist, sei mal dahingestellt. Es gibt Chefs, die haben ihren Job nur deshalb behalten, weil sie während einer Unternehmenskrise ganz zufällig gerade im Urlaub waren – unerreichbar im Kloster, gleich für einen ganzen Monat. Als sie zurückkamen, hatte sich der Rauch verzogen, die Krisensitzungen hatten auch ohne sie stattgefunden – und das Köpferollen praktischerweise auch. Und wenn es denn der unliebsame Mit-Vorstand ist, der sich – statt seiner – grillen lassen musste und anschließend den Hut nahm – umso besser.

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