Müde Arbeitnehmer

Berufstätige, Eltern und Jüngere würden gerne mehr Schlaf bekommen. Doch die scheinen – repräsentativ gesehen – die Minderheit darzustellen.Denn 57 Prozent der Deutschen sagen, dass sie mit relativ wenig Schlaf auskommen, und zwar mit fünf bis sieben Stunden Nachtruhe. Drei Viertel der Deutschen stehen schon vor sieben Uhr früh auf und 40 Prozent sogar vor sechs Uhr morgens.
Deshalb gehen zwei Drittel der Deutschen auch vor 23 Uhr zu Bett und ein Viertel sogar vor 22 Uhr. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage der Allianz AG Deutschland, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos mit dieser Umfrage beauftragt hat.
Dazu passt, dass 19 Prozent der Befragten gerne ein Mittagsschläfchen halten würden, sie aber leider keine Gelegenheit dazu hätten. Das dürften wohl die Berufstätigen sein. Die Arbeitnehmer in Läden, in der Produktion oder in Großraumbüros und an all den Arbeitsplätzen, die keine Rückzugsmöglichkeit bieten. 25 Prozent der Deutschen haben gar handfeste Schlafprobleme: Die meisten plagt, dass sie nicht durchschlafen können. An zweithäufigsten hapert es mit dem Einschlafen.
Dass Schlafprobleme auf die Produktivität und die Qualität der Arbeitsergebnisse gehen, ist klar. Und damit sind sie auch Faktoren, die einen Arbeitgeber betreffen: Wenn seine Mitarbeiter auf diesem Wege das Qualitätsmanagement torpedieren, Schäden verursachen oder sonst wie Sand ins Getriebe streuen. Unabsichtlich.
Dieselbe Studie liefert aber auch Hinweise darauf, was für guten Schlaf sorgt: Die Lösung ist der Partner. Wer zu zweit im Bett liegt, hat seltener Schlafstörungen. Bei Paaren hat nur jeder fünfte Schlafprobleme, bei den Alleinschläfern dagegen immerhin jeder dritte. Denn wer neben seinem Partner einschläft, ist beruhigt, fühlt sich sicherer und schläft subjektiv besser, so die Allianz-Studie.
Erstes Fazit: Auch wenn der Partner schnarcht und sogar damit stört, so sorgt er doch unterm Strich für besseren Schlaf – und ausgeruhtere Schaffenskraft am nächsten Tag.
Zweites Fazit: Unternehmen sollten Wert darauf legen, dass ihre Mitarbeiter nicht nur Fernbeziehungen führen und pendeln. Zwar sehen es Unternehmen ganz gern, wenn Pendler unter der Woche so gar keinen Drang verspüren, abends pünktlich Feierabend zu machen. Doch wenn der Preis unausgeschlafene Leute sind, die die Fehlerquote in die Höhe treiben, ist der zu hoch.

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