Firmen-Einladungen fallen jetzt magerer aus, im wahrsten Sinne des Wortes. So erwähnte die Einladung eines Unternehmens im Rheinland – genauer gesagt einem amerikanischen Weltkonzern -gestern anlässlich eines Mitarbeiter-Fests, zu dem man auch gerne traditionell ein paar Pressevertreter einlud: Dieses Mal gibt es kein Essen und keine Getränke wie sonst zu dem Open-Air-Klassik-Konzert. Nebenbei bemerkt: Das Essen war früher schon nur vom Buffet und sehr gutbürgerlich mit Frikadellen und Kartoffelsalat.Doch so weit ist es offenbar schon gekommen, dass selbst ein Niedriger-Stufen der dargebotenen Köstlichkeiten gar nicht mehr möglich ist.
Das ist nämlich die Methode, die die Etikette-Expertin Gabriele Schlegel in solchen Fällen anrät: Statt Champagner Sekt, statt Kaviar lieber Lachs – aber bitte um Himmels nicht einfach nur ausfallen lassen.
So ähnlich verfährt man nun sogar in Cannes bei den Filmfestspielen. L´Oreal will in Cannes auf den Ausschank von Champagner verzichten (Genau genommen verzichtet ja auch nicht der französische Kosmetikkonzern, sondern seine Gäste müssen verzicht üben.). Swarowski und Fendi sind als Sponsoren gleich ganz abgesprungen. Dieses mal sollen die VIP´s wie Penelope Cruz noch kommen, doch die dürften es sich auch überlegen, ob sie nächstes mal erneut die Anreise auf sich nehmen – wenn´s nicht mal standesgemäße Verpflegung gibt.
Hugo-Boss-Chef ClausDietrich Lahrs jedenfalls forderte erst vor wenigen Wochen im Interview mit dem „Stern“: „Gerade in schwierigen Zeiten sollte man besonders gut angezogen sein.“ Und irgendwie hat er recht. Auch wenn er pro domo spricht. Für die Bewirtung gilt das auch. Schließlich ist es nicht die Deko, die man ohnehin nur bestaunen kann.
